Ein Maul voll Kräuter

Kapitel


WarriorCats

Ein Maul voll Kräuter

Emily und Alina

 

 

Prolog

Der volle Mond schien hell und war leicht rötlich. In einer Scheune an einem Bauernhof saßen sehr viele Katzen. Die Scheune war eng und die Katzen mussten sich sehr ein quetschen um noch einen Platz zu bekommen. Auf einem kleinem Regal standen drei große und kräftige Katzen. Einer der Katzen, ein rötlich brauner Kater, erhob die Stimme und miaute Laut, sodass jede Katze der Scheune ihn hören konnte:,,Ich, Kratzer und Kalle haben uns beraten und etwas entschieden! Was ich sage geht an alle Katzen die hier auf dem Bauernhof der Zweibeiner leben. Wie ihr alle sicher merkt, ist es hier zu eng um noch weitere Katzen aufzunehmen und die Königinnen bringen immer mehr Junge zur Welt! Außerdem müssen wir uns verstecken können, sodass die Zweibeiner uns nicht wieder verscheuchen so wie sie es einst taten!" ,,Was sollen wir nur tun, Rotkelsch!?", jaulte eine hübsche, silbern getiegerte Kätzin in der Menge. Rotkelsch, der rötlich braune Kater blickte die silberne Kätzin ernst und leicht genervt an. ,,Das versuche ich doch gerade zu erklären, Echo! Doch wenn du mich nicht ausreden lässt, werdet ihr das niemals erfahren!" Echo legte schuldbewusst ihre Ohren zurück und senkte ihren Blick. Rotkelsch räusperte leise und sprach weiter:,,Wie ich schon sagte, wird der Platz uns langsam zu eng!" Rotkelsch blickte den goldbraunen Kater Kalle neben sich an und nickte. Dieser fing an zu reden:,,Wir haben entschieden, dass wir uns ein neues Zu hause suchen werden, und zwar am Fluss an den Bergen!" Einige Katzen hielten erschrocken den Atem an. Ein kleines Kätzchen, das an der Pfote seiner Mutter saß fiepte leise und ängstlich:,,A-Aber leben dort nicht die Kriegerkatzen? W-w-werden die uns nicht Wehtun?" Diesmal sprach die dritte Katze, ein schwarzer Kater, Kratzer. ,,Doch, dort leben die Krieger Katzen! Doch seht uns an! Wir sind Unmengen an Katzen und wir können nicht schlechter kämpfen als diese Flohpelze am Fluss! Wir können diese Katzen garantiert besiegen! Und wir können uns, wenn wir dort erst einmal und ein gesiedelt haben, Junge entführen und sie für unsere Zwecke aufziehen! Wir werden die größte Katzengruppe sein und wir wären unbesiegbar! Kein Zweibeiner könnte uns mehr verjagen!" Einige Katzen in der Katzenmenge jubelten zustimmend, doch andere klangen unsicher. ,,Nein! Rotkelsch, das ist viel zu Gefährlich! Du kannst uns nicht dazu bringen, uns in den Tod zu stürzen!", schrie Echo. Einige Katzen stimmten ihr mit lautem Protestgeheul zu. Rotkelsch schnaubte. ,,Gut! Ihr müsst nicht mitkommen, wenn ihr nicht wollt! Es ist nur ein Vorschlag! Die Katzen die uns zustimmen können mit uns kommen!" Echo zuckte mit den Ohren. ,,Rotkelsch bitte! Sei vernünftig und gehe nicht zu den Kriegerkatzen! Ich habe schon meine Jungen und meine Zweibeiner verloren, Rotkelsch, ich will nicht dich auch noch verlieren!", jaulte Echo. Kurze Zeit schwiegen alle., Dann schreckte Echo leicht auf und verstand erst jetzt was sie gerade angedeutet hatte. ,,Also.. N-Nicht dass ich jetzt irgendwelche besonderen Gefühle für dich hege. Ich meine nur... Ich kenne dich schon lange und du bist sozusagen wie... ein Anführer und diesen will ich nicht verlieren!", redete sie sich raus doch Rotkelsch's Blick blieb kalt. ,,Echo, wenn du mit uns kommst wirst du keinen von uns verlieren, nur wenn du gehst! Es ist deine Entscheidung, also entscheide Weise!", miaute er, dann sprang er von dem Regal und fügte hinzu:,,Die Katzen die mit uns kommen sollen sich Morgen hier versammeln, die anderen Katzen sollen bis Sonnenaufgang bitte ihre eigenen Wege gegangen sein." Dann ging er zu einem Heuhaufen und legte sich gemütlich hin. Nach einer kurzen Weile kam Echo zu ihm und schnaubte wütend. ,,Du hast es so gewollt, Rotkelsch! Ich werde mit euch gehen aber nur, weil ich meine Freunde hier nicht verlassen will! Aber glaubt nicht, dass ich euch dabei helfen werde die Kriegerkatzen anzugreifen!" Rotkelsch wackelte kurz mit den Ohren und murmelte dann gleichgültig:,,Soll mir recht sein, sei nur Morgen früh hier." Mit gesträubten Nackenfell faucht Echo ihn kurz an. Dann ging sie in eine andere Ecke der Scheune und lag sich in einen Heuhaufen. Sie beobachtete die vielen Katzen, die aufgeregt von einer Katze zur anderen rannten um sich zu beraten, ob sie gehen oder bleiben sollten. Eine kleine, schildpattfarbene Kätzin kam und fragte Echo:,,Hallo Echo. Hast du vor, mit Rotkelsch und den anderen zum Fluss zu Reisen, oder gehst du deine eigene Wege?" ,,Hallo Klee. Ich werde hier bleiben und mit Rotkelsch zum Fluss reisen.. und du?", in Echos Stimme lag ein wenig Sorge, sie hatte Angst, dass ihre beste Freundin, Klee, sie verlassen würde. ,,Ich bleibe auch hier, mein Gefährte Kiesel und meine Jungen auch." Erleichtert seufzte Echo. ,,Echo? Du liebst Rotkelsch richtig?", fragte Klee urplötzlich. Diese frage überraschte Echo nicht, nachdem, was Echo vor wenigen Augenblicken gesagt hatte. Sie senkte ihren Blick und starrte auf ihre Pfoten, die die Krallen in den Heu pressten und dann langsam wieder einfuhren. ,,Ja... Ja ich liebe ihn... aber ich bin ihm völlig egal."

Written by Alina

1.Kapitel

Falterjunges spielte fröhlich mit Efeujunges auf der Wiese im Lager herum. Efeujunges sprang auf Falterjunge’s Rücken. „Hab’ ich dich, Faltermond! Nun musst du sterben“, miaute er und haute mit seiner Pfote sanft auf ihr Ohr ein. Daraufhin rollte Falterjunges sich weg und maunzte amüsiert: „Niemals! Ich werde dich besiegen, Efeumond!“ Anschließend rannte sie auf Efeujunges zu und tat so, als würde sie ihm die Kehle zerbeißen. „Gewonnen!“, jubelte sie, während ihr Adoptivbruder sich tot stellte. Goldherz, ihre Mutter schnurrte. „Morgen könnt ihr weiter kämpfen, jetzt müssen sich meine Helden erstmal ausruhen.“, schnurrte sie. Falterjunges hüpfte fröhlich zu ihrer Mutter, Efeujunges blieb draußen stehen. „Kommst du, Efeujunges?“, fragte sie. Ihr Herz wurde schwer. Er tat ihr Leid, da er ja ein Adoptivkind war. Sicher vermisste er seine richtige Familie. Falterjunges trottete zu ihm und schmiegte sich an sein Fell. „Kommst du?“, flüsterte sie. Efeujunges nickte stumm. Sein warmer Duft heiterte Falterjunges etwas auf. Zusammen trotteten sie ihrer Mutter nach in den hohlen Baumstumpf, in dem die Königinnen ihre Junges groß zogen.
Ein warmer Milchgeruch vermischte sich mit dem Geruch frischer Kräuter und machten eine angenehme Atmosphäre. Goldherz legte sich in ihr Nest und winkte Falterjunges und Efeujunges mit der Schwanzspitze zu sich. Falterjunges kuschelte sich in das weiche Fell ihrer Mutter und Efeujunges legte sich neben sie. Der Himmel war leicht rötlich gefärbt und tauchte die Kinderstube des BlütenClans in ein samtiges orange. Falterjunges schnupperte noch einmal an Efeujunges warmen Geruch, bis die Müdigkeit sie übermannte.

Falterjunges lief ziellos über eine grüne Wiese. Es war nicht Tag, aber es war auch nicht Nacht. Keine Sonne war zu sehen, trotzdem war es hell, doch Sterne waren nirgends zu sehen. Ich muss träumen, dachte sie. Aber was hatte sie hier zu suchen? Die Wiese schien endlos und leer, das Gras wirkte farblos und raschelte kein bisschen, als sie mit ihren Pfoten darüber tapste. Doch plötzlich sah sie etwas anderes! Es war ein kleiner Fleck am Horizont. Erleichterung durchströmte Sie. Es war Schilfblüte! Der grauschilpatt farbende Körper war ihr vertraut und ihre schwarzen Augen leuchteten im Licht. Sofort rannte Falterjunges los. Schilfblüte war eine sehr nette und weise Katze, die Heilerin des BlütenClans. Oft half Sie ihr, Kräuter zu suchen oder ein paar Beeren zu zerstampfen. Sie schien über das Gras zu fliegen, als sie zu Schilfblüte sauste, doch Falterjunges kam ihr keinen Schritt näher. Verzweiflung breitete sich in ihr aus. Plötzlich sauste ein Stern vom eigentlich leeren Himmel. Falterjunges war entsetzt. Schilfblüte verblasste. Es wurde immer kälter, der Stern sog die Wärme auf. Falterjunges wurde panisch. Kurz blitzte Schilfblüte auf, sie lächelte Falterjunges an und deutete auf den Stern, dann verschwand sie endgültig. „Nein!“, schrie sie, als sie hoch schreckte. Sie sah sich um. Fahles Morgenlicht erleuchtete die braune Rinde der Kinderstube. „Was soll das denn?“, miaute Morgenröte, die andere Königin des BlütenClans, doch sie sah sehr genervt aus. Beschämt guckte Falterjunges auf ihre Pfoten. „Sie hat sicher schlecht geträumt!“, verteidigte Efeujunges sie und leckte ihr kurz übers Ohr. Goldherz stand mühsam auf und streckte sich. Dann ging sie zum Beutehaufen. „Kommt ihr?“, fragte sie und lotste die beiden hinter sich her. Falterjunges nahm sich eine fette Wühlmaus und teilte sie mit Efeujunges. „Was hast du denn geträumt?“, fragte Efeupfote und biss ein Stück ab. „D-da war eine Wiese und…“, stotterte sie, als Schilfblüte gerade vorbei kam. „Was war denn vorhin los?“, fragte sie besorgt, „Der Schrei war im ganzen Lager zu hören. Ist alles Okay?“ – „Naja…“, begann Falterjunges, doch Efeujunges unterbrach sie. „Ich glaube nicht. Frag sie doch mal aus, du bist doch die Heilerin!“, miaute er und stupste Falterjunges mit der Schnauze an. „Du solltest gesund sein, wenn wir Schüler werden!“, schnurrte er und stupste sie in Richtung Schilfblüte. „Na dann komm mal mit!“, miaute diese und führte Falterjunges in ihren Bau. Dieser bestand aus einem umgekippten Baumstamm, der vor vielen Generationen ausgehöhlt wurde. Falterjunges fühlte sich unwohl. Der Traum hatte sie fertig gemacht. „Also, was ist denn überhaupt passiert?“, fragte Schilfblüte während sie sich auf einen Fleck Moos setzte. Falterjunges tat es ihr gleich. „Also…ich… ich habe geträumt…“, begann Sie zögerlich, „Da war eine Wiese…und auf der Wiese war jemand…du warst das, glaube ich…“ Schilfblüte hörte aufmerksam zu und machte ein denkendes, aber auch nettes Gesicht, was Falterjunges beruhigte. „Und dann kam da etwas…ich weiss nicht genau, was es war…aber…es kam auf mich zu…es war total hell und es war auf einmal richtig kalt…Du bist dann verschwunden! Und dann habe ich geschrien und bin aufgewacht…“, erzählte Falterjunges zu Ende. Schilfblüte nickte und sagte dann: „Ich werde mal darüber nachdenken. Danke, dass du mit mir darüber geredet hast. Du kannst jetzt gehen.“ Fröhlich hüpfte Falterjunges aus dem Heilerbau. Sie fühlte sich jetzt viel besser. Sie hüpfte zu Efeupfote, der aufgeregt auf und ab sprang. „Hast du Hummeln gegessen?“, fragte Falterjunges amüsiert. „Natürlich nicht!“, maunzte Efeujunges aufgeregt, „Ich freue mich nur so, dass wir bald Schüler werden!“ Falterjunges staunte. Das hatte sie ja total vergessen! Gerade wollte sie mit Efeujunges umspringen als Schilfblüte Falterjunges zu sich rief: „Falterjunges? Kannst du mir bitte kurz helfen diese Beeren zu zerstampfen?“ - „Na klar!“, rief diese und rannte strahlend lächelnd über die Lichtung. Falterjunges war überglücklich und die bösen Gefühle des Traumes verdunsteten in der warmen Sonne der Blattgrüne. Falterjunges schlüpfte in den Heilerbau und suchte nach den Beeren. „Was ist das?“, fragte Falterjunges, als sie ein paar rote Beeren gefunden hatte, „Soll ich die zerstampfen?“ – „Bloß nicht! Das sind Todesbeeren, die sind giftig. Rühr sie bloß nicht an!“, mahnte Schilfblüte sie und gab ihr statt den Todesbeeren ein Bündel Blätter in denen blaulilane Beeren lagen. Falterjunges beäugte die Beeren und schaute fragend zu der Heilerin auf. „Und was sind das für Beeren?“ – „Das sind Wacholderbeeren. Die sind nicht giftig, im Gegenteil! Sie helfen gegen Bauchschmerzen.“ „Und wer hat Bauchschmerzen?“, fragte Falterjunges und machte sich daran, die Beeren mit den Pfoten vorsichtig zu zermatschen. „Fetzenschweif beschwert sich in letzter Zeit über leichte Bauchschmerzen.“, antwortete Schilfblüte. Falterjunges zerkleinerte die Beeren weiter, bis sie zu einer breiartigen Masse geworden waren. Falterjunges schob die Blätter mit der Wacholderbeerenmasse zu Schilfblüte. Schilfblüte schob sie zurück. „Du kannst das Fetzenschweif bringen, wenn du willst!“, schnurrte sie. „Echt? Super! Aber…warum kann man die Beeren nicht einfach so essen, ohne sie zu zerstampfen?“, meinte Falterjunges während sie das „Packet“ in den Mund nahm. „Du kennst doch Fetzenschweif. Der ist doch viel zu faul, um zu kauen.“, miaute Schilfblüte amüsiert und winkte sie aus dem Heilerbau. Falterjunges nickte und stolperte unbeholfen mit dem Packet durch das Lager zum Ältestenbau. „Hallo?“, fragte sie leise und lugte in den hohlen, umgekippten Baumstamm, „Ist Fetzenschweif hier…?“ Ein alter dunkelbraun getigerter Kater mit bersteinfarbenen Augen und einem zerfetzten Schweif hob den Kopf. „Ja, Fetzenschweif ist hier“, meinte der Kater mürrisch und beäugte das Junges mit dem kleinen Paket vor den Füßen, „Ist das für mich?“ – „Ja, da ist irgendwas gegen deine Bauchschmerzen drin, hat Schilfblüte gesagt“, erwiderte Falterjunges und schob das Päckchen zu Fetzenschweif. „Vielen Dank“, meinte dieser nur und öffnete vorsichtig das Paket. Dann leckte er den Brei langsam auf. Abendsonne schnurrte nur leise und deutete Falterjunges an, sie könne nun gehen. Vergnügt lief Falterjunges kurz in den Heilerbau, meldete sich bei Schilfblüte ab, und ging dann zu Efeujunges. „Spielen wir jetzt?“, fragte Efeujunges neugierig. „Na klar!“, meinte Falterjunges und hüpfte auf und ab. „Ich hab schon eine Idee“, fing Efeujunges an, „Siehst du den Busch da? Da habe ich eine Maus gesehen! Ich wette, ich fange sie eher als du!“ – „Niemals“, maunzte Falterjunges und stürmte auf den Busch zu, Efeujunges dicht hinter ihr. Gerade wollte sich dieser ins Gestrüpp werfen, als Morgenröte empört dazwischentrat. Statt in den Busch zu springen, landete Efeujunges unsanft auf dem Boden. „Seid ihr denn des Wahnsinns?!“, knurrte sie, „Wollt ihr etwa freiwillig in die Brombeerranken springen und euch das Fell abziehen?! Bei den Mondkatzen, tut so was nie wieder! Eure Mutter möchte euch wohl kaum als Nacktkatzen wiederhaben!“ Sie nahm Efeujunges am Nackenfell und setzte ihn weit entfernt vom Busch ab. Dann ging sie zu Goldherz in die Kinderstube. Immer verderben uns die großen den Spaß, dachte Falterjunges mürrisch und trottete zu Efeujunges. Dieser kauerte da, wie ein kleiner, braun-schwarz gescheckter und trauriger Moosball. Aufmunternd schmiegte sich Falterjunges and ihren Adoptivbruder und leckte ihm über die Ohren. „Wenn wir erstmal Krieger sind, wird uns keiner mehr sagen, was wir tun und lassen sollen!“, miaute Falterjunges entschlossen. „Du hast ja recht. Wenn ich ein Krieger sein will, muss ich stark sein!“ Efeujunges rappelte sich auf und ging dann gemeinsam mit Falterjunges zu ihrer Mutter. „Wenn wir Ärger kriegen, dann zusammen.“, meinte sie leise und betrat mutig die Kinderstube. Goldherz lief sofort zu Efeujunges und leckte ihn stark. „Ist dir auch sicher nichts passiert?“ fragte Goldherz besorgt und leckte ihn noch heftiger. „Nein, mit mir ist alles okay…“, antwortete Efeujunges leicht verwirrt. Beruhigt seufzte Goldherz und ließ dann von ihrem Adoptivkind ab. Verwirrt aber glücklich, keinen Ärger bekommen zu haben, guckte Efeujunges Falterjunges an. Sein Blick war voller Glück und Aufregung. „Und morgen werden wir auch noch Schüler!“, jubelte er. Stimmt! Das hatte Falterjunges ja schon total vergessen. Sie quietschte einmal laut auf. „Juchhu!“, miaute sie und sprang mit Efeujunges im Bau auf und ab. „Das reicht langsam…“, schnurrte Morgenröte amüsiert, „Ihr seid doch keine Moosbälle“ – „Und dunkel wird es auch schon wieder…“, bemerkte Goldherz leise. Schon?, fragte sich Falterjunges, Der Tag schien mir so kurz… Efeujunges riss sie aus ihren Gedanken: „Also mich stört das überhaupt nicht! Desto früher wir Schüler werden, desto besser!“ Falterjunges nickte heftig und Goldherz schnurrte belustigt. Falterjunges und Efeujunges machten es sich gemütlich und kuschelten sich zusammen ein, während die Sonne langsam hinter der Wiese verschwand.


Falterjunges schlug die Augen auf und blickte sich um. Ihre Mutter schlief und Efeujunges lief ungeduldig hin und her. Als er bemerkte, dass Falterjunges wach war, stupste er sie aufgeregt an. „Was ist denn?“, fragte Falterjunges und gähnte. „Mäusehirn!“, schnurrte Efeujunges und wedelte aufgeregt mit dem Schwanz, „Wir werden doch heute Schüler!“ – „Könnt ihr euch auch leiser freuen?“, murrte Morgenröte. In diesem Moment trat Sturmflug in die Kinderstube. Er schmiegte sich an Morgenröte und unterhielt sich mit ihr. Aber das interessierte Falterjunges wenig. Viel wichtiger war, dass sie jetzt Schüler wurden! Ohne etwas zu sagen, lief Efeujunges aus der Kinderstube und deutete Falterjunges mit dem Schweif an, ihm zu folgen. Also folgte sie ihm zu Fleckenmond. Falterjunges verstand. „Wann werden wir endlich Schüler?“, maunzten die beiden Katzen im Chor. „Wir können das gleich jetzt machen…“, meinte Fleckenmond. „Juchhu!“, jubelten Falterjunges und Efeujunges. Fleckenschweif sprang also auf den Anführerstumpf. „Alle Katzen, die alt genug sind, Beute zu erlegen, sollen sich zu einem Clantreffen am Anführerstumpf versammeln!“, jaulte es über die Lichtung. Langsam krochen die Blüten Clan Katzen aus ihrem Bau und streckten sich. Dann setzten sie sich zur Versammlung. Als auch die letzte Katze da war, begann Fleckenmond endlich: „Ich, Fleckenmond, Anführerin des Blüten Clans spreche nun zu den Mondkatzen! Diese zwei Katzen wollen eure edlen Gesetze erlernen und ich empfehle sie euch als Schüler!“ Zu den beiden sagte sie: „Falterjunges und Efeujunges. Wollt ihr die edlen Gesetze der Mondkatzen erlernen, eifrig trainieren um Krieger zu werden und den Clan zu beschützen, selbst, wenn es euer Leben kostet?“ – „Ja!“, jaulten die beiden im Chor, fest entschlossen. „Mit der Macht der Mondkatzen gebe ich euch nun eure neuen Namen. Efeujunges, bis du Krieger wirst, wird man dich unter dem Namen Efeupfote kennen! Falterjunges, bis du Kriegerin…“ Weiter kam Fleckenmond nicht. Schilfblüte jaulte dazwischen. „Halt!“, rief sie, „Falterjunges soll keine Kriegerschülerin werden!“ Entsetztes und verwirrendes Murmeln strich durch die Katzenmenge. Schilfblüte sprach weiter: „Sie soll meine Heilerschülerin werden! Sie arbeitete schon als Junges hart für den Clan, und ich denke, für sie ist der Weg der Heilerin bestimmt.“ Fleckenmond stand nachdenklich da. Falterjunges war überrascht. Was jetzt?, fragte sie sich. Ich? Heilerschülerin?... D-das wäre…großartig! Fleckenmond unterbrach ihre Gedanken. „Willst du das denn, Falterjunges?“, fragte er ruhig. „Ja…“, meinte Falterjunges, noch immer überwältigt vor Freude. „Gut. Efeupfote, du bist nun ein Schüler des Blüten Clans. Sturmflug?“ – „Ja?“, fragte der graublaue Kater. „Wirst du Mentor von Efeupfote sein?“ „Gerne!“, antwortete der neue Mentor. Ohne etwas weiteres zu sagen, leckte Fleckenmond Efeupfote über den Kopf und er antwortete mit einem Lecken der Flanke. Dann jubelten alle Katzen des Clans seinen neuen Namen „Efeupfote! Efeupfote!“, riefen sie alle. Falterjunges freute sich für seinen Adoptiv Bruder. Efeupfote sprang vom Anführerstumpf und viele gratulierten ihm. Goldherz, seine Ziehmutter, Vogelbeerkralle, sein Ziehvater und auch sonst noch andere. Falterjunges wollte ihm auch gratulieren, aber Fleckenmond bat sie schon auf den Anführerstumpf. Ihr Fell prickelte, als Fleckenmond den Clan mit einem Schweifwinken zum Schweigen brachte. „Monkatzen, heute spreche ich euch an und bitte euch, mich anzuhören. Unsere Heilerin des Blüten Clans, Schilfblüte, will den Weg für die junge Kätzin Falterjunges als den der Heilerin bestimmen. Bitte gebt uns eure Zustimmung!“, jaulte er, dann trat Stille ein. Keiner rührte sich, es schienen Monde zu vergehen, bis Fleckenmond Augen öffnete, als wäre er gerade aus einer anderen Welt zurückgekehrt. „Die Mondkatzen haben ihre Zustimmung gegeben! Bist du, Falterjunges, bereit, alle Kräuter und Krankheiten zu kennen und den Clan davor beschützen, selbst, wenn es dein Leben kostet?“ – „Natürlich!“, miaute Falterjunges laut und entschlossen. „Von diesem Moment an, bis du dir deinen Heilernamen verdient hast wirst du Falterpfote heißen. Schilfblüte?“, miaute die Anführerin zu der Heilerin, „Wirst du Falterpfote alles beibringen, was du weist, damit sie den Clan heilen kann, wenn du bei den Mondkatzen wandelst?“, fragte sie. „Ja, das werde ich!“, meinte Schilfblüte entschlossen und neigte den Kopf. Fleckenmond wendete sich wieder zum Clan. Sie leckte Falterpfote über den Kopf, sie leckte ihrer Anführerin zitternd die Flanke. „Du brauchst nicht so zu zittern.“, schnurrte Fleckenmond so leise, dass es die neue Heilerschülerin gerade noch so hören konnte. Dann sprang sie vom Anführerstumpf und beendete die Versammlung. Falterpfote versuchte gerade zu begreifen, was passiert war, als sich um sie herum Katzen viele Katzen tummelten. „Glückwunsch!“, sagte Efeupfote ihr als erster, sie nickte ihm dankend zu. Ihre Eltern, Goldherz und Vogelbeerkralle waren außer sich vor Freude und Stolz. Energisch leckte ihre Mutter ihr über den Kopf. „Ich bin so stolz auf euch!“, miaute sie aufgeregt. Vogelbeerkralle schnurrte nur stolz. Viele andere Katzen, wie zum Beispiel Kieselkralle, der Bruder von Efeupfote Mentor Sturmflug, oder Rosenblüte, Morgenrötes Schwester. Schließlich kam auch Schilfblüte, gratulierte ihr und nahm sie mit in den Heilerbau. „I-ich bin total aufgeregt!“, sagte Falterpfote mit zitternder Stimme. Tausend Gefühle überschwemmten ihre Sinne. „Das brauchst du nicht. Du hast doch auch so schon viel ausgeholfen.“, schnurrte ihre Mentorin. „Hier wirst du schlafen. Pass auf, dass du keine Kräuter isst oder umwirfst. Wenn etwas ist, komm sofort zu mir, ich entscheide dann was zu tun ist.“ – „Okay…“ Falterjunges machte es sich in der kleinen Kuhle im Baumstumpf gemütlich. Es war schon Moos drinnen, dadurch musste sie das nur zurechtstupsen. Dann legte sie sich rein. „Ich brauch eine Pause…Ich bin total neben der Spur…“, maunzte sie unbeholfen. Schilfblüte leckte Falterpfote über den Kopf. „Nun gut, ruh dich aus, aber danach bringe ich dir etwas über die Kräuter bei. Und schlaf nicht zulange“, schnurrte sie und wendete sich dann anderen Beschäftigungen zu. Falterpfote schloss die Augen, konnte aber nicht einschlafen. Trotzdem versuchte sie, zu entspannen. Ihr Herz pochte immer noch und ihr Fell kribbelte und zitterte. Falterpfote atmete tief durch. Sie wusste, sie musste sich zusammenreißen, sie wollte doch eine gute Heilerin sein und den Clan stolz machen, sie wollte Efeupfote stolz machen…Weiter dachte sie nicht. Entspannt atmete sie noch einmal durch und schlief dann ein.

Written by Emmi

2.Kapitel


Fahles Morgenlicht weckte Falterpfote. Müde öffnete sie die Augen. ,,W-Wo bin ich..?", flüsterte sie verschlafen. ,,Im Heilerbau. Schon vergessen? Du bist jetzt meine Schülerin!", antwortete ihr Schilfblüte. Falterpfote Sie war ja gestern Heilerschülerin geworden! ,,Hast du gut geschlafen? Ich hatte befürchtet du wachst garnichtmehr auf. Es ist schon Sonnenhoch!", miaute Schilfblüte. Sie war anscheinend nicht weniger aufgeregt als Falterpfote. ,,Komm.", sagte Schilfblüte und führte sie tiefer in den Bau. Dort lagen viele Kräuter fein geordnet aufeinander. ,,Hier sind – wie du ja schon weisst – die ganzen Heilkräuter die wir gesammelt haben aufbewahrt!", erklärte sie. Es stimmt! Falterpfote war bisher nur selten dort gewesen aber sie kannte die Stelle des Baues. Ein paar mal sollte sie von dort ein paar Kräuter für Schilfblüte holen. ,,Kennst du auch ein paar von den Kräutern die hier liegen, Falterpfote?", fragte Schilfblüte. Falterpfote schaute sich die vielen Kräuter an und überlegte. ,,Das sind Mohnsamen und das daneben... Katzenminze!", rief sie und zeigte dabei auf ein paar schwarze Samen und auf die direkt daneben liegenden Katzenminze Blätter. ,,Richtig", schnurrte Schilfblüte ,,und wozu sind die gut?" Falterpfote überlegte scharf. Einige Momente sagte sie nichts und Schilfblüte blickte sie erwartungsvoll an. ,,Mohnsamen sind zum Schmerzen lindern da und... Katzenminze hilft gegen Bauchschmerzen.", murmelte sie. Zufrieden zuckte Schilfblüte mit den Ohren. ,,Nicht ganz.", schnurrte sie ,,Mohnsamen sind zum Schmerzen lindern und zum einschlafen da, das war schonmal sehr gut, aber Katzenminze bringt leider nichts gegen Bauchschmerzen. Dafür ist es gut gegen grünen Husten." Beschämt guckte Falterpfote auf ihre Pfoten. ,,Wieso so traurig? Das ist dein erster Tag als Heilerschülerin, glaubst du du musst sofort alles wissen?", schnurrte Schilfblüte und stupste Falterpfote aufheiternd an. Sie kischerte und ihre Miene besserte sich sofort. ,,Komm mit, wir gehen Kräuter sammeln, dann kann ich dir dabei auch gleich die Wirkung erklären und wo du sie am besten findest.", miaute Schilfblüte und zeigte mit dem Schweif, dass Falterpfote ihr folgen sollte. Sie gingen aus dem Heilerbau zum Lagerausgang und in Richtung Fluss. Nach einer kurzen Weile blieb Schilfblüte stehen und beschnupperte ein Strauch der mit Sternförmigen Blüten übersäht war. ,,Das ist Gurkenkraut.", erklärte Schilfblüte ,,Man gibt es Königinen um die Milchproduktion zu steigern und man kann es gegen Fieber verwenden!" Falterpfote beschnupperte die lilanen Blüten. ,,Gurkenkraut...", flüsterte sie. Schilfblüte pflückte ein paar Blätter und dann gingen die beiden Katzen weiter. Falterpfote sah einen kleinen Strauch mit kleinen, dicken Blättern und weissen Blüten. ,,Was ist das?", fragte sie und beschnupperte die Pflanze. ,,Das ist Vogelmiere.", erklärte Schilfblüte ,,Die findet man hier sehr selten, wir haben Glück heute!" Mit ein paar Blättern der Pflanze im Maul gingen sie weiter. Sie kamen an einen kleinen Flussteil mit kühlem, frischem Wasser. Schilfblüte brachte sie zu einer Brücke der Zweibeiner die über den Fluss ging und mit einem Zweibeinerweg verbunden war. ,,Diese Brücke, meine Liebe, und der Zweibeinerweg ist die Grenze zwischen dem BlütenClan, dem KiesClan und dem NachtClan. Der Flussteil hier ist für uns, aber hinter der Brücke ist ausschließlich Teil des KiesClan Territoriums.", miaute Schilfblüte ernst ,,Du darfst die Grenzen nicht überschreiten! Ausschließlich bei Notfällen!" Falterpfote schaute auf die andere Seite der Grenze. Ein älterer, grauer Kater humpelte auf Schilfblüte und Falterpfote zu. Seine rächte Hinterpfote war anscheinend behindert. Die beiden Katzen gingen zum Zweibeinerweg, um den Kater sehen zu können ohne die Brücke im Weg zu haben. ,,Hallo Schilfblüte!", meinte der Kater. ,,Hallo Kiesweg!", antwortete Schilfblüte ohne, dass eine der Katzen die Grenze übertrat. ,,Wer ist das?", fragte Kiesweg und deutete dabei auf Falterpfote. ,,Meine neue Schülerin. Sie wurde Gestern zur Schülerin ernannt. Sie heisst Falterpfote." ,,Hallo Falterpfote.", schnurrte er. ,,Hallo...", miaute sie. Falterpfote war etwas unsicher mit Katzen anderer Clans zu reden. War das denn erlaubt? ,,Keine Angst. Kiesweg ist Heiler des KiesClans. Wir kennen uns gut und solange keiner von uns die Grenze übertritt gilt auch keine Gefahr.", schnurrte Schilfblüte, als hätte sie ihre Gedanken gelesen. ,,Wie steht es mit der Beute, Schilfblüte?“, fragte Kiesweg ,,Es gibt sehr viel Fisch im KiesClan, wir könnten euch etwas abgeben wenn...“ ,,Nein Danke, der BlütenClan hat ausreichend Beute.“, platzte es aus Falterpfote raus. Einen Moment lang guckte sie Schilfblüte überrascht an. Falterpfote mochte es nicht, Verknüpfungen unter anderen Clans zu machen und was wäre, wenn plötzlich alle Clans Beute aus tauschen würden? Dann könnte man die Grenzen und das Kriegergesetz doch gleich streichen! ,,Falterpfote hat Recht. Wir haben genug Beute, trotzdem Danke!“, stimmte ihr Schilfblüte etwas zögernd zu. Falterpfote war erleichtert. ,,Wir müssen dann mal weiter. Auf wiedersehen, Kiesweg!“, rief Schilfblüte und winkte mit dem Schweif. Dann gingen sie wieder zurück in Richtung Lager. ,,Du musst dich nicht unwohl fühlen, wenn du dich mit Heiler anderer Clans austauschst. Für Heiler haben Grenzen sowieso eine andere Bedeutung wie für Krieger.“, erklärte sie Falterpfote ,,Klar, wir dürfen sie nicht einfach so übertreten, aber mal ein paar Neuigkeiten austauschen ist kein Problem.“ ,,Aber wir können doch nicht einfach so Beute eines anderen Clans annehmen! Ausserdem schmeckt Fisch ecklig und wir haben genug Beute.“, verteidigte sich Falterpfote. Schilfblüte nickte. Dann kauerte sie sich auf den Boden und lag die Kräuter ab. Ihr Blick beruhte aus ein kleines graues Tier. Sie hatte eine Maus entdeckt! Leise schlich sich die Heilerin an das kleine Tier an. Mit einem gekonntem Sprung schnappte sie die Maus und tötete es mit einem Biss ins Genick. ,,Wow! Ich wusste nicht, dass Heiler auch jagen können!“, rief Falterpfote. Schilfblüte schnurrte. ,,Natürlich können Heiler jagen. Kämpfen auch! Das lernst du alles noch, aber am wichtigsten sind die Kräuter. Jetzt komm, die Sonne geht bald unter.“, sie winkte mit dem Schweif Falterpfote zu sich. Diese nahm die Kräuter die Schilfblüte mit der Maus im Mund nichtmehr tragen konnte und die beiden machten sich auf den Weg ins Lager.

,,Falterpfote! Falterpfote!“, rief Efeupfote der sofort auf Falterpfote zu rannte als sie das Lager betrat. ,,Ich habe eine Maus gefangen, Falterpfote!“, erzählte er. ,,Wirklich!? Wahnsinn! Ich habe nur einen Strauch Gurkenkraut gefunden...“, murmelte sie. ,,Ja und zwar ein großer und seltener, das war mindestens genauso erfolgreich wie Efeupfotes Maus!“, lobte sie Schilfblüte schnurrend. Efeupfote nickte. ,,Nur schade, dass wir nicht gemeinsam trainieren können.“, murmelte er. ,,Ja, aber immer wenn du verletzt bist oder dich schlecht fühlst bin ich bei dir, selbst wenn ich lernen muss, immerhin lerne ich ja bei den kranken und verletzten Katzen! Das ist doch auch toll!“, meinte Falterpfote. Efeupfote stimmte ihr zu. ,,Falterpfote, kommst du bitte? Du kannst mir helfen Kräuter zu sortieren, dann lernst du auch gleich ein paar neue kennen!“, rief Schilfblüte aus dem Heilerbau. ,,Komme!“, rief Falterpfote. ,,Teilen wir uns später eine Maus?“, fragte Efeupfote noch, bevor sie im Heilerbau verschwand. Sie nickte und leckte ihm kurz über den Kopf. Dann rannte sie zu Schilfblüte in den Bau. ,,Da bist du ja endlich.“, schnurrte sie. ,,Schau, wie ich die Kräuter sortiere: Blätter und Halme lege ich zu einem Hügel aufeinander, aber niemals verschiedene Kräuter vermischen, sonst muss man länger suchen, wenn eine Katze welche braucht! Immer Gurkenkraut zu Gurkenkraut, Schachtelhalm zu Schachtelhalm und so weiter. Beeren und Samen die Wegrollen legen wir auf ein Brombeerblatt und verschließen dieses leicht.“, Schilfblüte zeigte ihr die einzelnen Hügel Kräuter und Samen. Dann schob sie ihr den Bündel Kräuter zu, den sie gesammelt haben. ,,Bitte sortiere das für mich ein, ich muss Fetzenschweif wieder ein paar Wacholderbeeren bringen.“ Sofort machte sich Falterpfote ans Werk. Sie trennte die Vogelmiere und das Gurkenkraut fein mit der Schnauze voneinander und legte sie dann auf einen Haufen und schob diesen zu den anderen. Dann ging sie zu Schilfblüte, die gerade vom Ältestenbau wieder in den Heilerbau kam. ,,Anscheinend gab es einen Kampf mit einem Fuchs in der Nähe des NachtClans.“, erklärte die Heilerin, als sie mit drei verletzen Katzen hinter sich in den Bau kam. Falterpfote kannte die Katzen. Eine Kätzin mit langem, weißem Fell, einem gesprenkeltem Schweif und grünen Augen stand direkt vor ihr. Sie hieß Blattschweif. Ein anderer Kater etwas weiter hinten war grau getiegert und hatte dunkelgrüne Augen und kurzes Fell. Das war Kieselkralle. Rosenblüte, eine hübsche, braunrote Kätzin mit langem Fell und braunen Augen stand direkt neben Kieselkralle. Schilfblüte lotste die drei verletzten tiefer in den Bau, die sich daraufhin auf ein mit Moos bewachsenes Plätzchen niederließen. Schilfblüte winkte Falterpfote mit dem Schweif zu sich. ,,Bring mir doch bitte etwas feuchtes Moos und auch etwas für dich und säubere damit die Wunden, ja?“, sagte sie und Falterpfote machte sich sofort auf dem Weg. Mit einem großen Ballen angefeuchtetem Moos kam sie wieder und riss ein Stück für Schilfblüte ab, die sofort anfing Blattschweifs Wunden damit ab zu tupfen. Falterpfote machte es ihr gleich und tupfte sanft die blutenden Bisswunden des Fuchses auf Rosenblütes Fell ab. ,,Au! Etwas sanfter wenn ich bitten darf!“, schimpfte Rosenblüte. ,,N-Natürlich.“, stotterte Falterpfote und tupfte ihre Wunden nur ganz leicht ab. ,,So wird das nichts, lass mich mal und kümmer du dich um Kieselkralles Wunden. Sofort ging Falterpfote zu Kieselkralle rüber und tupfte seine Wunden ab. ,,Au!“, hörte sie Rosenblüte schimpfen. ,,Tut mir Leid, wenn du nicht unbedingt kahl bleibende Stellen in deinem Fell sind muss ich das nunmal etwas fester tun!“, meinte Schilfblüte. Als Alle Wunden gesäubert waren holte Schilfblüte ein paar Zweige Ginster. Sie schob Falterpfote einen Teil davon zu. ,,Zerkau diese und lege es auf Blattschweifs Wunden. Ginster legt man auf Wunden und gebrochene Knochen um die Heilung zu verschnellern und um Entzündungen vorzubeugen!“, erklärte Schilfblüte die auch sofort anfing die Pflanze zu zerkauen. Falterpfote nahm ein paar der gelben Blüten und zerkaute sie bis sie nurnoch ein klebriger Brei waren. Dann spuckte sie ihn aus und schmierte ihn mit den Pfoten auf die Wunden der Kätzin. Diese schnurrte Falterpfote beruhigend an. ,,Dein erster Tag als Heilerschülerin? Du bist ziemlich gut muss ich sagen.“, schnurrte sie. Falterpfote schnurrte zurück und freute sich ein Lob zu hören. Zuletzt legten die Heilerkatzen Spinnenweben auf die Wunde um die Blutung zu stoppen. Die Sonne war fast unter dem Hochgebirge verschwunden. ,,Darf ich mit Efeupfote jetzt etwas Beute essen?“, fragte sie. Schilfblüte nickte. ,,Du hast gute Arbeit geleistet, danke.“, schnurrte Schilfblüte und machte dann ein Zeichen, dass sie gehen darf. Sofort rannte Falterpfote aus dem Lager zum Beutehaufen wo Efeupfote auch schon auf sie wartete. ,,Na endlich, ich dachte du kommst garnicht mehr!“, sagte er. ,,Tut mir Leid, Blattschweif, Rosenblüte und Kieselkralle hatten einen Kampf mit einem Fuchs und ich musste helfen sie zu behandeln.“, erklärte Falterpfote. ,,Das ist großartig! Dein erster Tag als Heilerschülerin und schon dein erster Erfolg! Übrigens, ich habe uns schon eine Maus ausgesucht.“, Efeupfote schob eine fette Maus zu Falterpfote, die sich die beiden Katzen genüsslich teilten.


Der Mond stand hoch und alle Katzen schliefen. Auch Falterpfote schlief im Heilerbau, bis sie von einem lautem Schrei geweckt wurde. Sie schreckte auf. ,,Was ist passiert!?“, fragte sie. Schilfblüte, die gerade auf dem Weg ins Lager war antwortete ihr knapp:,,Katzen sind im Lager eingebrochen!“ Dann sprang sie aus dem Heilerbau. Falterpfote rannte ihr nach. Eine schildpattfarbene Kätzin und ein schwarzer Kater standen eng beieinander und währten sich gegen die angreifenden Clankatzen. Ein muskulöser, rotbrauner Kater, der anscheinend ihr Anführer war, jaulte:,,Rückzug! Wir gehen zurück, schnell!“ Bevor die Katzen das Lager verließen sah Falterpfote, dass der rotbraune Kater etwas im Maul hatte. Es war... ,,Efeupfote!“, schrie sie. ,,Falterpfote!“, schrie der gescheckte Kater, während er vergebens versuchte sich aus den Fängen des breitschultrigen Katers zu befreien. Dann sprangen die drei Katzen aus dem Lager. ,,Nein! Efeupfote! Wir müssen ihn zurückholen!“, schrie Falterpfote. Sturmflug, der gerade kurz ein paar Worte mit Fleckenmond gewechselt hatte sprang sofort aus dem Lager den Katzen hinterher. Schilfblüte legte trösten ihren buschigen Schweif auf Falterpfotes Schulter. ,,Keine Sorge, Stumflug wird Efeupfote sicher zurückbringen. Helf mir bitte die Katzen zu verheilen.“ Katzen? Falterpfote schaute sich um. Überall lagen im Lager verstreut einige Katzen die verletzt oder geschockt waren. Wie konnten drei Katzen alleine einen ganzen Clan so verletzen? ,,Bring mir bitte etwas Spinnenweben und Mohnsamen, zur Beruhigung. Bring dann auch gleich ein paar Ginsterzweige mit, ja?“, miaute Schilfblüte knapp und Falterpfote verschwand im Heilerbau. Sie musste nicht lange suchen, Mohnsamen und Spinnenweben kannte sie schon lange und Ginsterzweige waren sowieso sehr auffällig. Mit den Kräutern im Maul rannte sie zu Schilfblüte, die sich einen Anteil nahm. Sofort fing Falterpfote an etwas Ginster zu zerkauen und schmierte den Brei über eine der verletzten Katzen. ,,Tut es sehr weh?“, fragte sie. Der schwarz, orange gefleckte Kater schüttelte den Kopf. Er hieß Vogelbeerkralle und war Zweiter Anführer des Clans. Dann legte sie noch ein paar Spinnenweben über die Wunden und fragte noch einmal:,,Hast du wirklich keine Schmerzen? Ich könnte dir sonst ein paar Mohnsamen geben oder...“ ,,Wenn du nichts für meine Kralle tun kannst, dann kannst du gehen.“, unterbrach er sie. Sie schaute sich alle seine Pfoten genau an. Dann hielt sie schockiert die Luft an. An seiner linken Vorderpfote fehlte einer seine Krallen! ,,Ich weiss, schrecklicher Anblick. Habe ich schon lange. Ist passiert bei einem Kampf gegen den NachtClan. Mach dir keine Sorgen, es tut nicht weh und behindert mich auch nicht.“, erklärte er. Falterpfote nickte knapp und ging dann zur nächsten Katze. Sie sah, dass Schilfblüte schon den Großteil der kranken Katzen versorgt hatte. Falterpfote kam zu Sonnenfote, eine weisse Kätzin mit orangenen Flecken und grünen Augen, die geschockt inmitten des Lagers stand. ,,Geht es dir gut? Bist du verletzt? Hast du schmerzen?“, fragte Falterpfote. ,,Efeupfote... er... aber...“, sie konnte kaum ein Wort sagen. ,,Sie ist geschockt, gebe ihr doch ein paar Mohnsamen, dann beruhigt sie sich etwas.“, flüsterte ihr Schilfblüte als sie kurz vorbeiging. Falterpfote nickt und schob ein paar der kleinen Samen vor Sonnenpfotes Nase. ,,Ess die bitte.“, sagte sie knapp und Sonnenpfote gehorchte. Falterpfote ging weiter zur nächsten Katze. Es war Abendsonne, die Älteste des BlütenClans. Sie blutete an einigen Stellen und Fetzschweif leckte sie stark. Falterpfote zerkaute den Ginster und strich es über die Wunden. ,,Bist du nicht die Heilerschülerin, die vor kurzem noch ein Junges war?“, fragte Fetzschweif. ,,Ja.. Ja ich heiße Falterpfote.“, bestätigte sie, während sie Spinnenweben auf die Wunden der alten Kätzin lag. ,,Hast du starke schmerzen, Abendsonne?“, fragte sie. Die Kätzin nickte schwach. Falterpfote schob ihr ein paar Mohnsamen zu, die die alte Kätzin mühsam leckte und sofort einschlief. ,,Danke Falterpfote.“, sagte Fetzschweif ,,Ich hatte schon Angst, die alte stirbt mir weg. Dann wäre ich ja ganz alleine im Ältestenbau.“ Falterpfote schnurrte. Sie freute sich so vielen Katzen helfen zu können. Sie hat bei der Wahl, Heilerschülerin zu werden, keinen Fehler gemacht. Dann stach ihr der Gedanke an Efeupfote wie eine Kralle in ihr Herz. Kurz schossen ihr die Tränen in die Augen. ,,Efeupfote... Efeupfote... Wieso...“, jauchzte sie. Dann hörte sie ein keuschen hinter sich. Sie drehte sich um und sah Sturmflug, der gerade ins Lager gekommen war. ,,Keine Spur von Efeupfote oder den Eindringlingen.“, keuchte er. Falterpfote war schockiert. ,,Was!? Das kann nicht sein! Irgendwo muss-“ ,,Stopp! Schweig!“, Fleckenmond hatte sie unterbrochen ,,Sturmflug, wie weit konntest du ihnen folgen?“ Sturmflug atmete tief ein. Dann berichtete er:,,Ich bin den Katzen bis zum Hochgebirge gefolgt. Dann, in der nähe des Sees, habe ich ihre Spur verloren.“ Fleckenmond blickte tief in die Augen des graublauen Kriegers. Dann senkte sie den Kopf. ,,Es tut mir Leid... Wenn wir nicht wissen wo sie sind, können wir nichts tun als abwarten.“

Written by Alina

Kapitel 3

Falterpfotes Herz wurde schwer. Efeupfote war weg? Einfach so? „Du hast dich doch sicher nicht angestrengt!“, platzte es ihr heraus. Sturmflug guckte sie leicht empört an, doch bevor er etwas hätte sagen können, schob sich Fleckenmond dazwischen. „Sturmflug hat getan, was er konnte und sicherlich ist es ein schwerer Verlust für den Clan“, miaute sie. Daraufhin kam Gepardenkralle, ein goldgelber Kater mit schwarzen Punkten auf seinem Fell dazu. „Er ist doch nur dein Adoptivbruder, was regt es dich so auf, dass er weg ist?“, meinte er, als wäre dieses Geschehen das normalste auf der Welt. Falterpfotes Nackenfell sträubte sich. „Was fällt dir ein?!“, fauchte sie. „Er ist vielleicht mein Adoptivbruder, doch er war immer für mich da! Er war wie ein echter Bruder…“ Falterpfote brach mit einem kleinem wimmern ab und Tränen flossen über ihr Gesicht. „Das reicht jetzt!“, meinte Schilfblüte und wies Gepardenkralle mit einem verärgerten Schweifzucken ab. Dieser wirbelte herum und stakste in den Kriegerbau. „Sich mit einer Schülerin anlegen…“, knurrte Schilfblüte kaum hörbar, bevor sie sich Fleckenmond zuwandte. „Und was gedenkst du zu tun?“, fragte sie ihre Anführerin. Diese überlegte kurz, bis sie meinte: „Ich werde eine Versammlung einberufen, damit wir den Schaden überblicken können und entscheiden, was wir als nächstes tun.“ Schilfblüte nickte ihrer Anführerin zu, die nun mit einem Satz auf den Anführerstamm landete und über die Lichtung jaulte: „Alle Katzen, die alt genug sind, ihre eigene Beute zu fangen, sollen sich am Anführerstamm sammeln für eine Clan Versammlung!“ Die meisten Katzen waren schon auf der Lichtung, weshalb sich nur wenige Katzen aus ihren Bauten zwängten. Während Gepardenkralle über die Lichtung zum Anführerstamm trottete, begann Fleckenmond zu sprechen, laut und deutlich, als würde sie wollen, dass auch das kleinste Junge sie versteht. „Unbekannte Katzen haben unseren Clan angegriffen und unseren neuen Schüler Efeupfote entführt. Außerdem haben sie einigen Katzen schwere Wunden zugefügt und das Lager beschädigt. Falls nochmal so eine Katze auf unserem Territorium gesehen wird…“ Die nächsten Worte spuckte sie aus wie harte Kiesel: „…wird getötet!“ Unruhiges Miauen rollte durch die Katzenmenge, als Nachtschweif, ein schwarzer Krieger mit einem leicht vernarbten Auge miaute: „Wie sind sie überhaupt hierhergekommen? Und was, wenn sie nochmal kommen?“ Fleckenmond antwortete ruhig, doch jede Katze spürte, wie sehr sie sich über die Eindringlinge ärgerte. „Ich weiß es nicht. Aber sie werden sicher nicht nochmal angreifen. Sie haben, glaube ich…was sie wollten…Dann werden sie sicher nicht nochmal kommen.“ Dieser Satz versetzte ihrem Herz einen Stich. Wenn er nie wieder kommt? Was dann? Ich brauche ihn doch! Mondkatzen, bitte bringt ihn zurück!, flehte die Heilerschülerin in einem stillen und kleinen Gebet. Plötzlich legte ein Schweif sich um sie. Es war Vogelbeerkralles. „Mein Schatz, sicher machst du dir Sorgen. Ich bin auch erschüttert, aber es gibt immer Verluste in einem Clan.“, tröstete er sie. Ihr Vater hatte Recht, doch trotzdem konnte sie Efeupfote nicht vergessen. Wahrscheinlich würde sie das niemals können.

Es war nun einen Viertelmond her, seit die fremden Katzen angegriffen haben, als Schilfblüte ihre Schülerin sanft aufweckte. „Guten Morgen!“, schnurrte sie und zupfte Falterpfote das Moos aus dem Fell. Falterpfote hatte schlecht geschlafen. Eigentlich hatte sie fast gar nicht geschlafen. Trotzdem ließ sie es sich nicht anmerken und kroch aus dem Bau. Während sie sich streckte, wärmte die Sonne der Blattfrische ihr Fell. Sie hatte lange geschlafen. Und doch sehr kurz. Als nächstes lief sie zum Beutehaufen und nahm sich einen kleinen Spatzen. Des trug sie zu einem kleinen Busch und biss einmal ab. Nachtschweif kam angetrottet, als sie gerade fertig gegessen hatte. „Würdest du mir helfen, die kleinen Ranken um den Baumstumpf der Schüler zurecht zu legen? Die wurden ja ziemlich in Mitleidenschaft gezogen und noch nicht repariert, als…“, er brach ab und guckte sie nun an, als würde er eine Antwort erwarten. Sie riss sich zusammen, um nicht loszujammern, als sie zustimmte und ihm folgte. Nachtschweif wollte ja nicht gemein sein, er brauchte nur Hilfe und das nahm sie ihm auch nicht krumm. Er rüttelte an den Ranken und verschob sie so, dass sie einen kleinen Schutzwall bildete. Falterpfote machte dies an der anderen Seite des Baus. Es dauerte etwas, bis sie fertig waren, doch als das Werk vollbracht war bedankte sich Nachtschweif bei Falterpfote und verschwand. Falterpfote hatte nichts zu tun, Schilfblüte unterhielt sich mit Fleckenmond, also legte sie sich auf ein sonniges Fleckchen und döste vor sich hin.
Falterpfote war wohl eingenickt, denn ein lautes Jaulen riss sie aus ihrem Schlaf. „Nicht schon wieder!“, jaulte Gepardenkralle. Sieben Katzen stürmten durch die neuaufgebauten Schutzwälle des Lagers und zertrümmerten sie. Ein rotbrauner Kater jaulte etwas den anderen Katzen zu, doch Falterpfote war zu wütend um ihm zuzuhören. Das war die Katze, die Efeupfote entführt hatte! Falterpfote brodelte vor Wut, doch sie viel ihn nicht an. Sie war schlau genug, um zu wissen, dass sie viel zu schwach war, um den stämmigen Kater zu überwältigen. Stattdessen stürzte Nachtschweif sich auf ihn. Sturmpelz stürzte sich auf einen grauen Kater und Rosenblüte wurde von einer schilpattfarbenen Kätzin angefallen. Schilfblüte zog ihre Schülerin tiefer in den Bau hinein, damit keiner der Streuner sie entdecken konnte. Falterpfote zitterte, und sie spürte, wie Schilfblüte zitterte. Falterpfote legte sich trotzdem auf den Bauch, schlich leise nach vorne, um zu gucken, was geschah. Ihr Vater Vogelbeerkralle verjagte gerade eine Cremefarbene Kätzin aus dem BlütenClan Lager. Sturmpelz hatte sich auf dem Rücken der Schildpatt-Kätzin festgekrallt und Nachtschweif lag auf dem Boden. Er rührte sich nicht. Falterpfote fuhr zusammen. War er…? „Ist alles okay mit euch?“, Goldherz war in den Heilerbau gehuscht und drängte ihre Tochter zu Schilfblüte weiter nach hinten. „Ja, es ist alles okay. Und wie geht es dir?“, fragte Schilfblüte. „Ich brauche Hilfe.“, meinte Falterpfotes Mutter knapp. „Die Kinderstube wird zwar von deinem Vater bewacht, aber der ist auch schon ziemlich angeschlagen. Ich würde sagen, wir sollten Morgenrötes Junge hierher bringen, zu ihrer Sicherheit.“ Falterpfote war zwar geschockt von Nachtschweifs Anblick, stellte sich aber trotzdem bereit, die Junge zu tragen. Also schlich sie schnell, mit dem Bauch dicht über dem Boden rüber zur Kinderstube. Als sie hineinschlüpfte, legte sich ein grauer Kater mit Vogelbeerkralle an. Milchgeruch strömte in ihre Nase. Morgenröte hatte den Schweif schützend um ihre Junge Funkenjunges und Federjunges gelegt, die zusammengekauert vor Angst dalagen. „Ich nehme Federjunges und bringe sie in die Kinderstube, da ist es sicherer. Nimmst du Funkenjunges und versteckst dich auch im Heilerbau?“, fragte Falterpfote. „Wenn‘s sein muss…“, murrte Morgenröte, die keine Anstalten machte, sich zu bedanken. „Typisch Morgenröte“, schnurrte Falterpfote in sich rein und nahm Federjunges. Diese quiekte erst und zappelte, wurde dann aber ruhig, als sie merkte, dass ihr geholfen wurde. Leise huschten die beiden Katzen zum Heilerbau und schlüpften hinein. Die Junge wurden ruhig, als sie den Geruch von Kräutern rochen und rollten sich zusammen, als Falterpfote und Morgenröte sie ablegten. Morgenröte legte sich zu ihnen. Schlilfblüte bewachte sie noch weiter, während Falterpfote mutig einen Blick nach draußen warf. Die meisten Katzen waren vertrieben, doch eine stürmte noch in die Kinderstube. Zum Glück waren die Junge in Sicherheit! Der braune Kater wurde schließlich auch vertrieben. Das einzige, was noch im Lager zu sehen war, waren zertrampelte Schutzwälle und Blumen, eine zerstörte Kinderstube, Blut und eine leblose schwarze Gestalt, die blutverschmiert und verkümmert dalag.

Written by Emmi

4. Kapitel


Fahles Morgenlicht weckte Falterpfote sanft. Beim kauern im Heilerbau bei der Schlacht am vorherigem Tage war sie eingeschlafen. Sie ging zum Lager und sah, dass die Ältesten, Fetzschweif und Abendsonne, gerade das Loch zur Beerdigung von Nachtschweif gruben. Falterpfote kam zu ihnen. ,,Kann ich euch... helfen?", fragte sie. ,,Was? Was hast du gesagt?", krächzte Abendsonne. Fetzschweif schnurrte heiser. ,,Nimm es ihr nicht übel, sie ist etwas schwerhörig. Falterpfote fragte, ob sie uns helfen kann!", den letzten Satz schrie Fetzschweif, damit Abendsonne ihn auch gut hören könnte. ,,Nein, das graben des Loches für die verstorbenen Katzen ist Aufgabe der Ältesten, aber Danke.", krächzte sie. Falterpfote nickte, als Schilfblüte zu ihr gerannt kam. ,,Falterpfote, da bist du ja! Ich habe dich überall gesucht! Wieso verschwindest du einfach so aus dem Bau, glaubst du es hat sich garkeine Katze verletzt?!", schimpfte sie. ,,E-Entschuldigung...", stotterte sie. ,,Entschuldigungen fangen keine Beute! Jetzt komm und helf mir!", antwortete ihre Mentorin. Zusammen gingen die beiden zum Heilerbau. Dort lagen Gepardenkralle, Vogelbeerkralle und Sturmflug zusammengerollt und teilweise stark blutend im Bau. Sofort holte Falterpfote Mohnsamen, Spinnenweben, feuchtes Moos und... Wo war das Ginster? ,,Falterpfote, wo bleibst du?", fragte Schilfblüte. ,,Schilfblüte, wir haben ein Problem!", antwortete sie. Sofort kam ihre Mentorin zum Kräuterlager und fragte, was los sei. ,,Wir haben kein Ginster mehr.", berichtete Falterpfote. ,,Hm... Schlecht... Dann müssen wir bald neues sammeln.", miaute Schilfblüte. Sie schob ein Bündel von orange gelben Blüten zu Falterpfote. ,,Hier, das sind Ringelblumen. Es hat soziemlich die gleiche Wirkung wie Ginster." Falterpfote nickte. Sie zerkaute ein paar der Blüten und verteilte die Masse auf Sturmflugs Wunden. ,,Tut mir Leid wegen meines Ausratsers bei... du weisst..." Sturmflug nickte. ,,Macht nichts. Ich kann dich ja verstehen.", miaute er. Nun legte sie ein paar Spinnenweben auf die Wunden und fragte:,,Hast du starke Schmerzen? Brauchst du Mohnsamen?" ,,Nein Nein.", sagte er. Sie wollte gerade zu Vogelbeerkralle gehen und ihn versorgen, als sie sah, dass Schilfblüte die anderen beiden Katzen schon versorgt hatte. Dann hörte sie das jaulen von Fleckenmond:,,Alle Katzen die alt genug sind Beuten zu erlegen sollen sich am Anführerstamm versammeln." Die beiden Heilerinnen verließen ihren Bau und gingen zum Anführerstamm. ,,Wir alle betrauern Nachtschweifs Tot. Er wandelt nun mit den Mondkatzen." Fleckenmond schaute zum Himmel und fuhr fort:,,Mondkatzen, Nachtschweif war ein treuer und mutiger Krieger. Bitte heisst ihn mit seinem neuen Ahnennamen Nachtlicht bei euch willkommen." Nun gingen einige Katzen zu Nachtschweifs Leichnahm, drückten ihre Schnauzen in sein kaltes Fell und murmelten ein paar kurze Worte. Nur Gepardenkralle und Rosenblüte blieben etwas länger bei ihm. Als alle Katzen fertig waren, trugen die Ältesten seine Leiche zum Loch und begruben ihn. Es herrschte bedrückende Stimmung. ,,Es ist spät. Du gehst jetzt lieber schlafen.", murmelte Schilfblüte ihrer Schülerin zu und winkte mit dem Schweif in Richtung Heilerbau.

Es war Nacht. Falterpfote stand in einem Wald. Eine hälfte war vom vollem Mond hell erläuchtet. Die andere war dunkel, kalt und Mondlos. ,,W-Wo bin ich?", flüsterte Falterpfote. Eine bedrückende Kälte, als auch eine wohlfühlende Wärme überkam sie. Plötzlich berührte sie etwas an der Schulter. Erschrocken drehte sie sich um. Eine dunkle, aber freundlich aussehende Gestalt stand ihr gegenüber. ,,Nachtschweif...?", fragte sie zögernd. ,,Ja", schnurrte der Kater. ,,Doch sobald ich ich bei den Mondkatzen angekommen bin, heisse ich Nachtlicht." Seine blauen Augen strahlten. ,,Sobald? Heisst das du bist noch keine Mondkatze?", fragte Falterpfote. ,,Ja, wir befinden und an der Grenze von dem Reich der Mondkatzen und dem Reich der Mondfinsterniskatzen.", miaute der schwarze Kater. ,,Mondfinsterniskatzen?", fragte Falterpfote. Sie kannte die Mondkatzen. Das waren die Kriegerahnen der drei Clans. Alle Katzen die sterben, kommen dort hin und bekommen ihren Namen mit der Endung '-licht'. Aber die Mondfinsterniskatzen? ,,Zu den Mondfinsterniskatzen kommen alle Katzen, die im Reich der Mondkatzen nicht angenommen werden, weil sie böse waren und sich nicht ans Krieger Gesetz gehalten haben. Dort ist es immer kalt und dunkel. Nur wenige Katzen wissen davon.", erklärte er. ,,Und wieso bin ich hier...? Bin ich etwa... gestorben? Bin ich auch auf dem Weg zu den Mondkatzen?!", fragte sie erschocken. Der Kater schüttelte den Kopf. ,,Nein, bist du nicht! Du hast noch ein langes Leben im BlütenClan vor dir. Aber ich glaube die Mondkatzen wollen, dass du mich zu ihnen begleitest und eine Nachricht von ihnen entgegen nimmst." Falterpfote verstand und die beiden Katzen gingen den Weg zwischen dem Reich der Mondkatzen und dem Reich der Mondfinsterniskatzen entlang, bis er in einem weissen Nichts verschwand. Am Rande des Weges war eine hellrote, leicht braune Kätzin. ,,Ich bin Blütenlicht. Ich heisse dich im Reich der Mondkatzen willkommen und begrüße dich gerne mit deinem neuem Namen: Nachtlicht.", schnurrte die Kätzin. Ihr warmer Blick beruhte auf Nachtlicht. Dann schaute sie auf Falterpfote. ,,Und du, meine kleine Heilerin, hast anscheinend erfolgreich den Weg zu uns gefunden. Ich muss dir sagen, ich bin sehr stolz auf dich!", schnurrte sie. ,,Wer bist du?", fragte Falterpfote zögernd. Blütenlicht schnurrte belustigt. Dann miaute sie:,,Ich bin Blütenlicht und war einst die gründerin des BlütenClans. Ich habe jemanden bei mir." Ein brauner Kater mit schwarzen kleinen Punkten und einer weissen Schnauze trat neben Blütenlicht. ,,Hallo Falterpfote.", schnurrte der Kater. Seine braune Augen waren freundlich und voller Stolz. ,,Ich bin Luchslicht, hieß früher Luchsohr, und war der BlütenClan Heiler vor Schilfblüte. Sie war meine Schülerin. Ich bin Stolz auf sie, sag ihr das bitte. Ich bin auch Stolz auf dich!", erklärte er. Falterpfote überkam ein Gefühl von Wärme. Sie fühlte sich wohl hier und wusste, dass sie den Katzen vertrauen konnte. In Nachtlichts Blick sah sie, dass auch er so empfand. ,,Wieso habt ihr mich hierher geholt?", fragte sie nun. Luchslicht trat vor und sein Blick wurde ernst. ,,Alle drei Clans sind in großer Gefahr. Es werden...", Luchslicht brach ab. Die Katzen verblichen bis Falterpfote allein zwischen den beiden Welten stand. Panik überkam sie. ,,Luchslicht! Blütenlicht? Nachtlicht! Wo seit ihr?", rief sie, doch sie hörte keine Antwort. Es war nurnoch ein fahler Geruch der Katzen wahrzunehmen. Dann war auch dieses Letzte Zeichen weg. Ein Geruch von saurem Blut stieg ihr in die Nase. Sie sah nach unten. Der Boden war überdeckt mit dunklem Blut und es wurde immer mehr! Es schwappte über ihre Pfoten. Sie hielt die Luft an. Was geschah hier? Was passiert gerade? Sie befand sich nun auf der Wiese vom BlütenClan Territorium. Zuerst war sie erleichtert und dachte, sie wäre wieder Zuhause, doch sie merkte, dass das Blut nochimmer das Land überflutete. Ein jaulen vom Bauernhof war zu hören. Es wurde lauter.

Falterpfote schreckte keuchen auf. ,,Wo bin ich!?", keuchte sie. Sie sah sich um. Sie lag in ihrem Nest, im Heilerbau. Sie holte tief Luft. ,,Was für ein schrecklicher Traum... Was hatte das zu bedeuten?", flüsterte sie in sich hinein. Nun kam auch Schilfblüte und fragte:,,Was war denn los? Dein Wimmern hat man ja im ganzem Lager gehört!", schimpfte sie. ,,Nichts... Ich habe nur... schlecht geträumt.", antwortete Falterpfote. Es wäre schlauer gewesen, Schilfblüte von ihrem Traum zu berichten, aber sie wollte damit warten. ,,Komm, wir müssen bald Los.“, sagte Schilfblüte. ,,Was? Los? Wohin denn?“, fragte Falterpfote. ,,Wir müssen los, zur Tropfsteinhöhle. Heute ist Halbmond, schon vergessen?“ Stimmt! Jeden Halbmond trafen sich alle Heiler mit ihren Schülern an der Tropfsteinhöhle um sich gemeinsam mit den Mondkatzen die Zunge zu geben. Auch an Neumond war das so, doch dort kamen auch neu ernannte Krieger mit, falls es welche gab. Falterpfote blickte zum Himmel. Die Sonne ging schon unter und einzelne, bleiche Sterne waren am lila Himmel zu erkennen. Es war ihr erstes Heilertreffen. ,,Komm jetzt.“, hetzte Schilfblüte und winkte mit dem Schweif. Falterpfote ging zum Heilerbau Ausgang wo ihre Mentorin stand. Diese gab ihr einen Bündel Kräuter. ,,Das ist Sauerampfer. Es schmeckt widerlich, aber es sättigt für längere Zeit und bevor wir zur Tropfsteinhöhle gehen dürfen wir keine Beute essen.“, erklärte Schilfblüte und aß dabei ein paar der grünen Blätter. Falterpfote nahm auch ein Maul voll Sauerampfer. Ihr Nackenfell sträubte sich. ,,Igitt das schmeckt ja schrecklich!“, fauchte sie, doch sie schluckte es runter. ,,Das ist Drachenblut.“, sie schob ein Blatt mit einer klebrigen Flüssigkeit zu Falterpfote. ,,Es hält dich wach für die lange Reise. Auch Drachenblut schmeckt nicht sehr gut.“ Schilfblüte leckte ein paar tropfen der klebrigen Flüssigkeit auf. Falterpfote leckte den Rest auf. Wieder sträubte sich ihr Fell. Es schmeckte keinen Hauch besser als das Sauerampfer! Noch schlimmer! Die Flüssigkeit brannte auf ihrer Zunge und ging nur schwer wieder ab. Aber sie würgte es sich runter. ,,Zuletzt kommt Kamille. Es stärkt und beruhigt. Wenigstens das schmeckt nicht ganz so schlimm.“, die Mentorin aß ein paar der gut riechenden Kamille Blätter. Falterpfote aß die restlichen Blätter. Nachdem die Kätzinnen alle Reisekräuter gegessen hatten, gingen sie aus den Lager zu der Grenze zum KiesClan. Gerade gingen die beiden Heilerinnen über den Zweiberweg als ihnen Kiesweg und ein hellschildpatt farbener Kater mit braunen Augen entgegen kam. ,,Hallo Schilfblüte. Hallo Falterpfote.“, begrüßte Kiesweg sie. ,,Hallo Kiesweg. Hallo Buntpfote.“, schnurrte Schilfblüte, während Falterpfote nur nett nickte. Die vier Heiler gingen weiter. Inzwischen war der Mond schon auf gegangen und die Sterne leuchteten jetzt heller. Nun kamen ihnen auch eine schlanke, Schildpattkätzin mit rötlichen Punkten und grünen Augen und eine dunkelrötliche, kleine Kätzin mit grünen Augen ihnen nach. ,,Hallo Schilfblüte, Kiesweg und Buntpfote. Schilfblüte, du hast einen neuen Schüler?“, fragte die Schilfpattkätzin freundlich. ,,Ja, Traumfeder, sie heisst Falterpfote. Falterpfote, das sind Traumfeder und ihre Schülerin Kirschpfote.“, miaute Schilfblüte. Falterpfote nickte begrüßend. Die sechs Katzen gingen weiter, bis sie an einer dunklen Höhle ankamen. Schilfblüte ging voraus und die anderen Katzen ihnen hinterher während Falterpfote als letzte kam. Die Höhle war dunkel und voller herausragenden Tropfsteinen. Am ende der Höhle war ein riesiger Stein, der in vielen Farben schillerte. ,,Das ist der Tropfstein, an den wir unsere Nasen pressen um mit den Mondkatzen in Kontakt zu kommen.“, erklärte Schilfblüte. Daraufhin lagen sich alle flach um den Stein und pressten ihre Nase an ihn. Falterpfote machte es ihnen nach. Eine eisige Kälte durchfuhr ihren Körper und sie schlief ein. Sie fand sich neben Schilfblüte auf einer großen Wiese wieder. Neben ihnen waren auch die anderen Heiler. Sie fingen an zu reden mit Katzen, doch diese konnten anscheinend nur sie sehen. Blütenlicht und Luchslicht kamen auf die beiden Heilerinnen des BlütenClans zu. ,,Luchslicht!“, rief Schilfblüte. Sie rannte auf den gefleckten Kater zu und schmiegte sich an ihn, als wäre er ihr verstorbener Vater. Falterpfote schnurrte. Auch Blütenlicht schien sich für die beiden Katzen zu freuen. Dann kam eine weitere Katze hinter Blütenlicht hervor. Es war Nachtlicht! ,,Nachtlicht! Hallo!“, rief Falterpfote und rannte auf den schwarzen Kater zu. Dieser schnurrte erfreut. ,,Ich habe mich gefreut dich wieder zu sehen, Falterpfote.“, schnurrte er. ,,Hast du dich gut eingelebt bei den Mondkatzen?“, fragte Falterpfote. Nachtlicht nickte. ,,Es ist wunderschön hier und ich freue mich, all die verstorbenen Bekannten und Verwandten wiedersehen zu können und das ohne dabei die Grenzen beachten zu müssen.“, berichtete er. Falterpfote freute sich, dass es Nachtlicht bei den Mondkatzen so gut ging. Dann lösten sich die Katzen auf. ,,Warte! Ich will noch nicht, dass du gehst!“, rief Falterpfote. ,,Es tut mir Leid, es wird spät. Doch wir werden uns bald wiedersehen...“, hörte sie Nachtlichts Stimme sagen. Dann wachte sie auf und befand sich wieder in der Kalten Höhle. Auch die anderen Heiler wachten langsam auf. Sie sahen allesamt froh aus und hatten anscheinend alte Bekannte wieder getroffen. Die sechs Katzen verließen die Höhle und trennten sich alle nach einer kurzen Zeit wieder, bis Schilfblüte und Falterpfote alleine im Lager ankamen. ,,Willkommen zurück.“, rief Fleckenmond und Vogelbeerkralle kam auf seine Tochter zu gerannt. Er leckte ihr ein paar mal über den Kopf. ,,Ich bin stolz auf dich.“, schnurrte er. Sie war erstaunt. Ihr Vater war eigentlich kein sehr Gefühlsvoller Kater und sie dachte bisher, dass er enttäuscht wäre, dass sie Heilerin statt Kriegerin geworden war. Doch seine Aussage freute sie und sie schnurrte.

Written by Alina

Kapitel 5

Falterpfote hob den Kopf. Die Heilerversammlung lag schon viele Tage zurück, trotzdem erinnerte sie sich noch genau an Nachtlicht, Luchslicht und Blütenlicht. Sie stand auf, zwängte sich aus dem aufgewärmten Heilerbau und streckte sich ausgiebig. Dann atmete sie die frische Luft langsam ein und aus. Falterpfote bereute es kein Stück, eine Clankatze zu sein! Falterpfote hatte keine Ahnung, was sie nun tun sollte. Sie hatte nicht wirklich Hunger, der Beutehaufen war auch nur spärlich gefüllt. Also ging sie zu Schilfblüte und fragte sie, ob sie Hilfe braucht. „Nein, ich brauche zurzeit keine Hilfe, die Kranken sind schon alle versorgt, trotzdem Danke für das Angebot!“, meine Schilfblüte und wendete sich dann irgendwelchen anderen Beschäftigungen zu. Natoll! Falterpfote war gelangweilt und fühlte sich unbrauchbarer als ein verendeter Fisch am Flussufer. Normalerweise hätte sie mit Efeupfote gespielt, aber er war weg. Schilfblüte hat gesagt, ich muss mich damit abfinden, redete sie sich ein und suchte nach dem sonnigen Plätzchen, wo Efeupfote und sie als Junge immer gespielt hatten. Ich vermisse dich so!, jammerte sie leise und legte sich hin. Sie konnte wohl nichts anderes tun, außer schlafen.


„Falterpfote! Jetzt wach doch endlich auf!“ „Hm?“, gähnte Falterpfote und hob müde den Kopf. Schilfblüte war über sie gebeugt und schimpfte sie an. „Fast immer, wenn ich dich sehe, schläfst du! Bist du ein Igel im Winterschlaf oder was? Ich glaube nicht!“, meckerte sie. „Tut mir leid, Schilfblüte“, entschuldigte sich Falterpfote und rappelte sich auf. „Aber ich hatte nichts zu tun…“ – „Na dann werden wir mal etwas Kampftraining machen. Ich will nicht, dass du beim nächsten Kampf ohne Fell dastehst.“ Falterpfote freute sich. Ihr erstes Kampftraining! „Na dann los!“, drängte Falterpfote. Schilfblüte schnurrte belustigt und führte sie aus dem Lager weiter zu einem Teil der BlütenClan Wiese. „Also…“, begann Schilfblüte. „Was würdest du tun, wenn ich ein Eindringling wäre?“ Falterpfote grübelte. „Ich würde ihn fragen, was er hier zu suchen hat!“, antwortete sie schließlich. „Gut. Und wenn er es nicht sagen will, oder aus einem bösen Grund hier ist?“ – „Dann würde ich ihn bitten, unser Territorium zu verlassen.“, meinte Falterpfote. Schilfblüte miaute belustigt. „Und ihn dann noch zum jagen einladen? Es ist echt lieb von dir gemeint, aber du musst etwas aggressiver vorgehen. Sonst nehmen sie dich nicht ernst.“ „Tut mir leid…“. Falterpfote starrte auf den Boden. „Aber wenn er dann immer noch nicht geht? Dann muss ich ihn angreifen?“, fragte sie. „Genau. Richtig, Falterpfote!“, lobte ihre Mentorin sie. „Ich zeige dir am besten ein paar Grundtechniken. Aus denen kannst du dann auch eigene Kampfzüge entwickeln.“ „Super!“, freute sich Falterpfote. Dann wurde sie plötzlich von Schilfblüte angesprungen und auf den Boden gedrückt. „Was soll das?!“, prustete Falterpfote. „Du zerdrückst mich!“ Das Gewicht auf ihren Lungen verschwand endlich und Falterpfote schüttelte sich ordentlich und schnappte nach Luft. Als sie sich beruhigt hatte, meinte Schilfblüte zu ihr: „Du musst auf einen Angriff vorbereitet sein.“ „Das war aber unfair“, murrte Falterpfote leise, wand sich dann aber doch wieder dem Unterricht zu. Schilfblüte fuhr fort: „Wenn dich jemand anspringt, was tust du?“ „Mich wegducken?“, fragte die Heilerschülerin zögerlich. „Eine gute Idee“, miaute Schilfblüte. „Aber zur Seite springen ist da etwas effektiver. Du kannst dich auch wegrollen, dann musste du aber aufpassen, wo du hinrollst.“ Falterpfote nickte. Sie könnte ihre Mentorin doch jetzt anspringen, jetzt, wo es unerwartet ist. Dann hätten sie Unentschieden. Sie ließ es dann aber doch. „Wenn du Attacken ausweichen möchtest, musst du schnell sein. Wenn jemand zum Beispiel mit seiner Pfote auf dich einschlagen will, musst du schnell reagieren und dich wegducken. Und dann…“ – „Und dann zuhauen, wenn der Gegner verwirrt ist!“, platzte es ihr heraus. „Genau!“, schnurrte Schilfblüte erfreut. „Du hast das Grundprinzip der Abwehr einigermaßen verstanden! Das ging aber schnell!“ Falterpfote freute sich über das Lob. „Und wie greife ich andere Katzen an?“, fragte Falterpfote. „Es gibt viele Möglichkeiten. Am besten ist es, man versucht die empfindlichen Stellen des Gegners zu treffen. Die Augen, Ohren, der Bauch, die Flanken, das Gesicht…“ – „Oder man springt den Gegner an und drückt ihn auf den Boden!“, meinte Falterpfote. „Stimmt. Aber ich glaube, dafür bist du noch etwas zu leicht.“, miaute die Heilerin. Das war Falterpfotes Chance! Sie sprang urplötzlich auf ihre Mentorin und schlug leicht mit ihrer Pfote auf ihr Ohr. Diese hatte zu spät reagiert und war deswegen Falterpfotes Spaßangriff schutzlos ausgeliefert. Als Sie wieder von Schilfblüte runtersprang, war diese positiv überrascht. „Das habe ich nicht kommen sehen. Sehr gut gemacht!“ Verlegen scharrte Falterpfote mit den Pfoten in der Erde. „Ich glaube, das reicht erstmal. Sollen wir zurückgehen?“, fragte Schilfblüte. Falterpfote antwortete mit einem Nicken und folgte ihrer Mentorin zurück ins Lager.

Im Lager angekommen gesellte Schilfblüte sich zu den Ältesten um sie nach ihrer Gesundheit zu fragen. Sie selbst hatte aber keine Lust sich zu den Ältesten zu begeben, die waren ihr zu langweilig. Sie erzählten zwar tolle Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, aber zum spielen konnte man sie nie überreden. Regenpfote hatte sie davor gewarnt. Zum Glück musste sie sich nicht lange langweilen, denn nach kurzer Zeit informierte sich Vogelbeerkralle bei den Kriegern und Schülern, wer zur Grenzpatrullie mitkommen würde. Falterpfote erklärte sich sofort bereit und holte noch Rosenblüte, Sturmflug und Gepardenkralle. Regenpfote kam auch angetrottet. „Hallo Falterpfote“, begrüßte Regenpfote sie. „Hallo“, miaute sie zurück. „Wie ist es denn so als Heilerschülerin?“ – „Ach, es ist ganz lustig, aber sich die Kräuter zu merken ist schwer!“ – „Das kriegst du schon hin“, ermutigte er sie und wand sich dann zu Falterpfotes Vater. Dieser kündigte noch ihre Rute an, dann führte er sie auch schon aus dem Lager. Gepardenkralle guckte sie einmal missmutig an, dann wand er sich aber zu Rosenblüte und plauderte mit ihr, bis Sturmpelz sie darauf hinwies, dass dies eine Patrullie sei und kein Spaziergang. Leise schlichen sie weiter voran durch das Gras der Wiese in Richtung der Bäume. „Wie kann man denn unter den vielen, dunklen Ästen leben?“, fragte Regenpfote sie. „Keine Ahnung…Der NachtClan hat sicher seine Gründe unter den engen Ästen zu hocken.“, meinte Falterpfote und glaubte, ein leises, belustigtes Schnurren zu hören.
Die Patrullie war nun aufmerksamer geworden, alle schlichen leise mit gespitzten Ohren durch das Gras. Falterpfote guckte zu Rosenblüte rüber. Sie unterhielt sich wohl nicht mit Gepardenkralle, sie glitt elegant und leise durch die Grashalme. Wie schön sie doch war. Falterjunges wünschte, sie hätte auch so ein glänzendes rotes Fell und so schöne, braune Augen. Doch plötzlich blieb Vogelbeerkralle abrupt stehen und stellte den Schweif in die Luft, sofort duckten sich alle tief in das Gras hinein. Auch Sturmflug hatte anscheinend etwas gerochen, sein Nackenfell sträubte sich. Nun bemerkte auch Falterpfote es. „Was ist das?“, flüsterte sie Regenpfote zu, der die ganze Zeit mucksmäuschen still neben ihr hergetrottet war. „Das ist Streuner Geruch“, murmelte er, als wäre er sich selbst nicht sicher, ob es doch NachtClan Geruch war. Der Geruch wurde immer stärker, Falterpfotes Fell sträubte sich und ihr Körper kribbelte. Vielleicht war das ihr erster richtiger Kampf! Schließlich trat eine zerzauste, dunkelgraue Kätzin aus dem Gebüsch auf. Sie sah abgemagert und mitgenommen aus. Ihr Fell war kurz und ihre Augen waren giftgrün. Falterpfote glaubte, leicht hellere Flecken auf ihrem Fell zu erkennen. Unter ihr waren 3 kleine Jungen zusammengerollt und maunzten ängstlich. Eines war grau, wie ihre Mutter und hatte blaue Augen, das links daneben war etwas heller. Auch das kleine Junge hatte blaue Augen. Das dritte Junge dagegen unterschied sich von seinen Geschwistern. Es war dunkelrot, fast braun und hatte bernsteinfarbene Augen. Die Mutter der drei kleinen stand ängstlich und entrüstet da. „Was hast du hier verloren?“, fauchte Gepardenkralle, doch Vogelbeerkralle brachte ihn mit einem Schwanzwinken zum Schweigen. „I-Ich bin Shiva…“, stotterte die graue, fast schwarze Kätzin. „Sei nicht so grob, Gepardenkralle. Das ist eine Streunerin mit drei Jungen!“, meinte der Zweite Anführer, worauf Gepardenkralle nur schnaubte. „Aber sie ist auf unserem Territorium!“, verteidigte Rosenblüte Gepardenkralle. „Das ist doch egal, die arme hat sicher viel durchgemacht…“, mischte Sturmflug sich jetzt ein. „Ruhe! Das reicht jetzt!“, unterbrach Vogelbeerkralle sie schließlich und wandte sich wieder zu Shiva. „Woher kommst du?“, fragte er sie. Shiva zögerte einige Herzschläge lang, doch dann erzählte sie endlich: „Ich komme vom Bauernhof…Wir haben dort eigentlich gut gelebt, aber dann…“ Shiva hielt inne und leckte ihre Junges. „Erzähl bitte weiter!“, forderte Falterpfote sie auf. Sie wollte unbedingt wissen, was passiert war. „Gut…“ Shiva fuhr fort: „Sie wollten euch Kriegerkatzen angreifen um nicht mehr im Bauernhof eingesperrt zu sein. Sie brauchen mehr Platz. Ich war dagegen, ich schlug vor, wir verhandeln mit euch, aber das wollte Rotkelch nicht hören. Deshalb hat er mich aus dem Bauernhof verbannt. Meine Jungen hatte er auch verbannt, damit er keine ‚Verräter’ mehr im Bauernhof hat. Und nun bin ich hier…“ Falterpfote war gerührt. Diese Katze brauchte Hilfe. „Du siehst auch ganz schön mitgenommen aus. Komm doch erstmal zu uns, damit du dich erholen kannst!“, bot Falterpfote an. „Niemals!“, fauchte Rosenblüte und stellte sich bedrohlich vor Shiva. „Nein…bitte tu mir nichts…!“, flehte sie und versuchte, ihre Jungen zu schützen. „Rosenblüte, du Mäusehirn! Lass Shiva in Ruhe!“, drohte Vogelbeerkralle. Sturmflug und Regenpfote stimmten ihm zu. Fauchend verzog sich Rosenblüte nach hinten, wirbelte herum und stakste davon. Gepardenkralle überlegte kurz, fauchte Shiva noch einmal verächtlich an, und folgte dann Rosenblüte zum Lager. Sturmflug seufzte einmal, dann wand er sich mit der übrigen Patrouille voll und ganz Shiva zu. „Bitte entschuldige die beiden.“, meinte Regenpfote. „Sie haben ja keine Ahnung!“, fügte Falterpfote hinzu. „Deine Junge sehen schön aus“, murmelte Falterpfote leise. „Ich würde mich gerne um sie kümmern. Und um dich natürlich auch.“ „Wirklich?“, Shiva guckte sie voller Hoffnung an. „Nagut…“, miaute Vogelbeerkralle. „Falterpfote, du kümmerst dich um die drei?“, fragte ihr Vater sie. Falterpfote nickte energisch. Endlich hatte sie etwas zu tun! Vergnügt begleitete sie Shiva mit der Patrouille zum Lager.

Fleckenmond beäugte Shiva und ihre Jungen nachdenklich, als sie nervös durch den Lagereingang kam. „Wer ist das?“, fragte sie ihren Zweiten Anführer. „Das ist Shiva“, antwortete er. „Sie ist eine Bauernhofkatze, die verbannt wurde. Falterpfote wird sich um sie und ihre drei Jungen kümmern.“ „Nagut. Faltermond, du kriegst das hin? Wenn du Hilfe brauchst, frag Schilfblüte“, miaute Fleckenmond. „Das werde ich!“, antwortete Falterpfote eifrig und führte Shiva herum. „Erstmal führ ich dich in die Kinderstube. Da kommen alle Königinnen – also Mütter – Mit ihren Jungen hinein, da ist es schön warm.“ Shiva nickte dankend und quetschte sich in die Kinderstube hinein, machte es sich gemütlich und kuschelte sich an ihre Jungen. Falterpfote ging in den Heilerbau. „Ah, Willkommen zurück, Falterpfote. Wie war deine erste Grenzpatrouille?“, fragte Schilfblüte, die gerade einige frisch gepflückte Kräuter sortierte. „Total aufregend!“, Falterpfote erzählte die ganze Geschichte und fragte dann um Rat. „Hm..Also zuerst solltest du ihr Gurkenkraut geben, um die Milchproduktion anzuregen. Dann suchst du sie nach Wunden ab und komm danach wieder zu mir.“ – „Alles klar!“, meinte Falterpfote, nahm das Gurkenkraut und sauste zurück zu Shiva. „Iss das. Dann kriegen deine Jungen mehr Milch von dir.“, befohl Falterpfote und schob ihr das Kraut hinzu. Nervös beäugte sie es, aß es dann aber doch. Sie rümpfte die Nase und schluckte es gequält herunter. „Ich weis, es schmeckt scheußlich. Aber es ist gut für deine Jungen.“ - „Danke.“, miaute Shiva. „Danke für deine Hilfe“.

Die Sonne schien hell, als Falterpfote die Augen aufmachte. Sie zwängte sich aus dem Heilerbau, streckte sich und zupfte das Moos aus ihrem Fell. Falterpfote überlegte. Es war nun viele Tage her, dass Shiva ins BlütenClan Lager gekommen war. Gerade als sie zur Kinderstube gehen wollte, kam Schilfblüte zu ihr. „Falterpfote, kann ich dich kurz sprechen? Es geht um Shiva…“, miaute Schilfblüte. Falterpfote folgte ihrer Mentorin. Diese führte sie zu einem stillen Fleck im BlütenClan Lager. „Also, worum geht’s?“, fragte Falterpfote und setzte sich neben Schilfblüte hin. „Nun…“, begann die Heilerin. „Du hast dich sehr gut um Shiva gekümmert. Und es wird nun Zeit sie wieder in die Wildnis zu entlassen…“ – „Das können wir nicht machen!“, protestierte Falterpfote. Shiva und ihre Jungen hatten doch keine Überlebenschance! „Wir können sie und ihre Jungen doch nicht einfach dem sicheren Tod ausliefern!“, rief sie verzweifelt. Schilfblüte guckte sie mitfühlend an. „Was sollen wir denn sonst tun?“, fragte sie leise und voller Mitgefühl. „Wir könnten sie in den Clan aufnehmen!“, platzte es ihr heraus. Falterpfote hatte diese Idee schon sehr lange, wollte sie aber niemandem erzählen. Schilfblüte überlegte, dann stand sie auf und sagte: „Ich werde mal mit Fleckenmond reden.“ Falterpfote entschied sich, mitzugehen. Also gingen die beiden Heilerkätzinen zum Anführerbau. Dort ließ Fleckenmond sie in ihren Bau hinein. Von außen sah der Anführerbau nur sehr klein aus, aber wenn man drin war, war er viel größer. Der Eingang war beim Anführerbaustumpf. Falterpfote brauchte etwas, um sich an das dämmrige Licht zu gewöhnen, doch dann sah sie klar und deutlich alles um sich herum. Wenn man hineinkam, kam man in eine vor Generationen ausgehöhlte Höhle, die mit Moos und Federn ausgepolstert war. Fleckenmond hatte sich in ihrem Bau gemütlich gemacht und winkte die beiden mit ihrer Schwanzspitze zu sich. „Was ist los, weswegen ihr mit mir reden wollt?“, fragte sie ruhig und guckte erst Schilfblüte, dann Falterpfote fragend an. Falterpfote bemühte sich, Fleckenmonds Blick standzuhalten. „Es geht um Shiva…“, begann sie und versuchte, ihre Nervosität zu unterdrücken. „Wir können sie nicht einfach aus dem Clan schicken. Sie kann doch…“, Falterpfote blieben die Worte im Hals stecken. Sie hatte Angst, ihre Idee ihrer Anführerin vorzutragen. Sie schaffte es dann aber doch, mit großer Mühe: „Sie kann doch im Clan aufgenommen werden.“ „Ihre Jungen könnten wir zu guten Kriegern aufziehen!“, fügte Schilfblüte hinzu. Falterpfote blickte die beiden mit einem undurchdringlichen Blick an. „Ich werde es mir überlegen…“, sprach sie und schickte die beiden aus ihrem Bau. Falterpfote war erleichtert, ihre Idee losgeworden zu sein, doch unangenehme Gefühle drängten sich in ihrem Kopf in den Vordergrund. Shiva war Einzelläuferin, und keine Clan Katze. Was, wenn die anderen sie nicht akzeptieren würden oder die anderen Clans sie als schwach bezeichnen würden, weil sie Streuner adoptierten? Ihr wurde flau im Magen. Würde alles gut gehen?

„Alle Katzen, die alt genug sind, eigene Frischbeute zu erlegen sollen sich bein Anführerstumpf zu einer Clan Versammlung treffen!“ Einige Katzen kamen aus ihren Bauten getrottet um sich vor ihrer Anführerin zu versammeln. Auch Falterpfote kam mit Schilfblüte aus dem Heilerbau. Sie wussten, worum es gehen würde. „Wie ihr wisst, haben wir eine Einzelläuferin bei uns im Clan aufgenommen, es handelt sich um Shiva. Und nach einigen Überlegungen habe ich mich entschlossen, sie und ihre Jungen im Clan aufzunehmen. Unruhiges Gemurmel erhob sich und leise Protestlaute waren kaum merklich zu hören. „Möchte sie das überhaupt?“, fragte Morgenröte. „Ja, ich habe mich mit ihr unterhalten. Sie stimmt zu.“ Falterpfote drehte sich zu Shiva, die verlegen und mit gesenktem Kopf am Rande der Versammlung saß. Immer mehr tuschelten unruhig, bis Fleckenmond sie zum Schweigen brachte. Falterpfote fand das ungerecht. Warum waren die anderen Katzen so misstrauisch gegenüber Shiva? Sie war eine nette Katze und ihre Jungen würden sicher zu guten Clan Katzen aufwachsen können. „Shiva, von nun an wirst du Nebelherz heißen. Vogelbeerkralle und ich werden dir das Clan Leben näher bringen. Deine Jungen werden Bachjunges, Rotjunges und Mausejunges heißen.“ Nachdem Fleckenmond das sagte, wollte sie vom Anführerstumpf springen, doch Kieselkralle, ein etwas älterer Krieger mit grau getiegertem Fell stoppte sie. „Und was ist mit der Zeremonie?“, fragte er und wurde von vielen Katzen mit unruhigem Raunen unterstützt. „Es wid keine geben“, miaute sie kalt und verschwand in ihrem Bau.

Written by Emmi

6.Kapitel


Falterpfote stand auf einer Lichtung. Es war dunkel und der volle Mond ging langsam auf. In der Mitte der Lichtung war ein Baum dessen Stamm geknickt war. ,,Dies ist der krumme Baum.", erklärte Schilfblüte ,,Alle drei Clans treffen sich hier friedlich bei Vollmond." Falterpfote beschnupperte den Boden. Es stimmte! Sie roch Gerüche aller Clans. Allerdings war bisher nur der BlütenClan da. Sie guckte sich um. Der Fluss spaltete sich etwas weiter in Richtung NachtClan und umrahmte die Lichtung zur Hälfte. Sie hörte ein rascheln im Gras und sofort kam der halbe NachtClan auf die Lichtung. Einige Katzen liefen auf andere NachtClan Katzen zu und begrüßten sich. Andere blieben einfach Sitzen. ,,Du bist zum ersten mal hier, oder?" Falterpfote drehte sich erschrocken um. Hinter ihr stand die etwas ältere Heilerschülerin Kirschpfote. Sie kannte sie noch vom letztem Heilertreffen. ,,Ja. Das ist meine erste große Versammlung.", antwortete Falterpfote. Kirschpfote setzte sich neben die goldbraune Schülerin und schnurrte:,,Dann werde ich dir mal hier alles zeigen." Sie schaute sich um und guckte, womit sie anfangen sollte. Dann zeigte sie auf ein paar aus der Erde ragende Wurzeln des großen, krummen Baumes. ,,Auf diesen Wurzeln sitzen die Anführer wärend der Versammlung.", erklärte sie. ,,Das ist Schwarzmond.", sie zeigte auf einen kräftigen, schwarzen Kater mit grünen Augen ,,Er ist unser Anführer. Und das daneben, der weiss-schwarz gefleckte Kater ist Wieselkralle, sein Stellvertreter." Nun kamen auch die KiesClan Katzen und wieder rannten einige Katzen auf die KiesClan Krieger zu. Auch Schilfblüte ging zum KiesClan Heiler Kiesweg und sie gaben sich die Zunge. ,,Das ist Hafermond, die Anführerin des KiesClans", diesmal zeigte sie auf eine große, cremefarbene Kätzin mit langem Fell und bernsteinfarbenen Augen, die in der Mitte der KiesClan Katzen stand. ,,und das ist Blitzkralle.", sie deutete auf dein goldbraun getiegerten Katzer. Er wirkte aggresiev. ,,Ich sage dir,", miaute Kirschpfote misstrauig ,,lege dich niemals mit ihm an. Er hat wohl die schärfsten Krallen am Fluss und er zögert nicht sie einzusetzen!" Falterpfote nickte. ,,Wann beginnt die Versammlung denn?", fragte sie neugierig. ,,Wenn der Mond hoch am Himmel steht. Also jetzt gleich.", Kirschpfote schaute in dem Himmel. Der Mond war tatsächlich schon hoch am Himmel. Und schon sprangen die drei Anführer auf die Wurzeln und Fleckenmond brachte die Katzen der Lichtung mit einem Jaulen zum Schweigen. Sie blickte Hafermond kurz an, diese nickte und begann zu berichten:,,Die Beute im KiesClan ist gut. Wir haben ausreichend Fisch und es gibt diese Blattgrüne besonders viele Eidechsen. Unsere Königinen bringen viele Kätzchen zur Welt. Auserdem haben wir zwei neue Schüler!", die cremefarbene Kätzin zeigte auf einen kleinen, rötlichen Kater mit schwarzen Pfoten und Ohren, einer weissen Schwanzspitze und Bernsteinaugen und dem daneben sitzendem schwarz weiss gestreiften Kater mit grünen Augen. ,,Das sind Fuchspfote und sein Bruder Dachspfote!" Sofort begrüßten die Katzen die beiden neuen Schüler mit ihren Namen. ,,Fuchspfote! Dachspfote!", rief Kirschblüte. Dann rief auch Falterpfote die Namen der beiden Schüler. Nun erhob Fleckenmond die Stimme:,,Wir haben auch eine neue Schülerin. Allerdings keine Kriegerschülerin, sondern unsere neue Heilerschülerin, Falterpfote!" Sofort jaulten die Katzen Falterpfotes Namen. Ein gutes Gefühl von Stolz überkam sie. Doch dann wurde sie traurig. Was ist mit Efeupfote? Wieso erwähnt sie Efeupfote nicht, er ist doch auch Schüler geworden! Und die Bauernhofkatzen? Dann sprach Fleckenmond weiter:,,Wir haben auch eine neue Kriegerin! Nebelherz! Sie ist leider nicht hier, da sie Junge hat." Die Kätzin hatte sich vor wenigen Tagen dem BlütenClan angeschlossen und wurde zur Kriegerin ernannt. Verwirrtes gemurmel umgab die Lichtung. ,,Wieso hat sie schon Junge, wenn sie noch nicht einen Mond lang Kriegerin ist?", fragte eine weisse Kätzin. ,,Nun... Sie war eine Streunerin. Sie und ihre Jungen warem dem Tode nah und wir haben ihnen geholfen. Vor wenigen Tagen hat sie sich unserem Clan angeschlossen, sie ist eine gute Kriegerin.", erklärte Hafermond. Misstrauiges gemurmel ging über die Lichtung, doch dann sprach Schwarzmond einfach dazwischen:,,Auch wir haben gute Beute. Es gibt viele Mäuse und Eichhörnchen. Doch bei uns haben neulich unbekannte Streuner angegriffen." ,,Bei uns auch! Sie haben unseren neusten Kriegerschüler, Efeupfote, entführt und Nachtschweif getötet!", brüllte Fleckenmond dazwischen. Die Blicke der Katzen wurden mit trauer erfüllt. ,,Das tut mir sehr leid, Fleckenmond. Nachtschweif war ein guter Krieger und in allen Clans bekannt. Er wird es bei den Mondkatzen gut haben.", miaute Hafermond traurig. ,,Uns haben diese Streuner nicht angegriffen, allerdings haben wir sie auf unseren Territorium gerochen.", berichtete die cremefarbene Anführerin. Einen moment schweigten alle. Dann sprang Fleckenmond von der Wurzel und miaute:,,Der Tag bricht bald an, die Versammlung ist beendet." Sofort verabschiedeten sich die vielen Katzen und teilten sich wieder in ihre Clangruppen ein. Auch Kirschpfote ging zu ihren Clangefährten und winkte Falterpfote verabschiedent mit dem Schwanz zu. Dann ging auch Falterpfote zu ihrem Clan. Regenpfote kam auf sie zu geschossen. ,,Falterpfote! Da bist du ja!", schnurrte der blaugraue Kater. ,,Hallo Regenpfote. Weisst du wieso wir noch nicht losgehen?", fragte Falterpfote. Sie schaute sich um um Fleckenmond zu finden. ,,Die Anführer bleiben anscheinend länger hier um sich besprechen, keine Ahnung wo die sind.", erklärte ihr Regenpfote. Dann kam Vogelbeerkralle auf die beiden Katzen zu. ,,Hallo Vater! Gehen wir los? Kommt Fleckenmond?", fragte Falterpfote. Vogelbeerkralle nickte. ,,Fleckenmond kommt nach, wir sollen schoneinmal vor gehen.", der schwarz-orangene Katzer schnippte mit dem Schweif und führte den Clan in Richtung Lager.

,,Falterpfote, Abendsonne beschwert sich über Bauchschmerzen. Was gibst du ihr?", fragte Schilfblüte die noch verschlafene Heilerschülerin. Seit der Versammlung sind erst wenige Tage vergangen und sie näherten sich der wärmsten Zeit der Blattgrüne. Die Sonne brannte ihr auf dem Fell. ,,Wacholderbeeren.", antwortete die goldbraune Schülerin. Schilfblüte nickte. ,,Dann kannst du ihr ja welche bringen." Sofort ging Falterpfote zum Kräuterlager und holte sich ein paar der kleinen Beeren. Damit ging sie in Richtung Ältestenbau. Regenpfote kam auf sie zu gerannt. ,,Hey Falterpfote! Willst du mit mit und Sturmflug auf Jagdpatroulie?", fragte der kleine Kater. Falterpfote nickte. ,,Aber erst muss ich diese Kräuter zu Abendsonne bringen." Sie ging weiter und schlüpfte durch den Eingang in den Ältestenbau. Vorsichtig legte sie die Beeren auf den Boden. ,,Die Beeren sind für Abendsonne, gegen die Bauchschmerzen.", erklärte sie. ,,Was? Was ist mit mir?", Abendsonne konnte nurnoch schwer hören und ihre Stimme war alt und kratzig. Falterpfote nahm tief Luft und redete etwas lauter:,,Das ist für dich gegen deine Bauchschmerzen, Abendsonne!" ,,Achso. Sag das doch gleich...", krächzte die alte Kätzin und leckte die Beeren auf. Fetzschweif schnurrte belustigt und krächzte:,,Ich muss mich für Abendsonne entschuldigen. Sie wird manchmal leicht gereizt, wenn sie nichts versteht. Dann fühlt sie sich umso älter." ,,Kälter? Wieso kälter, es wird doch nurnoch wärmer!", schnaubte Abendsonne. Nun wirkte auch Fetzschweif etwas gereizt. ,,Ich sagte älter! Hör doch zu bevor du kritisierende Kommentare machst, alte Fellkugel!" Falterpfote wirkte leicht verwirrt und panich. Sie wusste nicht was sie tun sollte, sie wollte nicht, dass sich die Ältesten gegenseitig das Fell ausrupfen. Doch Regenpfote schnurrte nur belustigt. ,,Das ist ganz normal, sie streiten sich öfters mal. Das ist wohl das alter.", erklärte er. Dann nickte Falterpfote und die beiden Katzen gingen zu Sturmflug und verließen das Lager zur Jagdpatroulie. Schilfblüte kam auch mit. Nach einer Weile blieben die Katzen stehen. ,,Was kannst du riechen?", fragte Schilfblüte. Falterpfote prüfte die Luft. ,,Den Fluss... und ein Kaninchen! Auserdem etwas Goldrute. Das hilft für... Wunden! Das zerkaut man und legt den Brei auf Wunden!", brichtete sie. ,,Großartig! Ich sammel die Goldrute und du versucht das Kaninchen zu fangen.", sofort verschwand Schilfblüte hinter ein paar Büschen. Falterpfote duckte sich und prüfte die Luft. Das Kaninchen schien ganz in der Nähe zu sein, doch wo? Dann hört sie die kleinen Sprünge des Tieres und schon sah sie auch das braune Fell aufblitzen. Sofort rannte das Kaninchen weg und Falterpfote rannte ihm blitzschnell hinterher. Gerade als das Kaninchen ihr beinahe entwicht wäre erschrak es, da es beinahe gegen einen Baum gerannt wäre, blieb stehen und Falterpfote landete direkt auf dem Kaninchen. Mit einem geschicktem Biss tötete sie ihre Beute und trug es zu den anderen. ,,Großartig!", schnurrte Regenpfote und kam zu Falterpfote gelaufen. Auch er hatte bereits ein Kaninchen gefangen. Seite an Seite liefen die beiden Schüler zu Schilfblüte und Sturmpelz, die bereits auf sie warteten. Schilfblüte hatte etwas Goldrute im Maul, Sturmpelz nur eine dürre Maus. Das Fell von Regenpfote berührte fast das von Falterpfote. Falterpfote wurde leicht verlegen und blickte auf ihre Pfoten. Als Sturmpelz die beiden Schüler mit den großen Kaninchen im Maul sah, schaute er etwas beschämt zur Seite. ,,Auch eine kleine Maus ist Frischbeute.", murmelte er. Dann gingen die vier Katzen zurück ins Lager. Falterpfote rannte zum Beutehaufen und legte ihr Kaninchen ab. Regenpfote behielt seins und fragte Falterpfote:,,Willst du mit mir ein Kaninchen teilen?" Falterpfote schnurrte. ,,Natürlich, gerne!" Die beiden Katzen aßen an einem kleinem sonnigem Fleckchen das Kaninchen, und als ihre Bäucher voll waren sonnten sie sich noch etwas. Es war lange still, nur das reden der Krieger und das rufen der Jungen war zu hören. Nach einer weile brach Regenpfote die Stille. ,,Du vermisst Efeupfote sehr, nicht war?", fragte er. ,,Ja... Er war mein Bruder und mein bester Freund...", murmelte Falterpfote. ,,Er war auch ein sehr guter Freund von mir. Ich vermisse ihn auch..." Falterpfote schnurrte. Sie fühlte sich sicher bei Regenpfote. Sie rückte etwas zu ihm, bis sich ihre Felle berührten und schnurrte. Auch Regenpfote schnurrte und leckte ihr kurz über den Kopf. ,,Ich werde nie ein ersatz für Efeufpfote sein, doch ich will alles tun, damit du glücklich bist.", schnurrte der junge Kater. Sie blieben noch eine Weile in der Sonne liegen, bis Falterpfotes Augen zu fielen und sie schließlich einschlief.

Written by Alina

7. Kapitel

Einige Monde waren bereits vergangen. Nebelherz Junge, Rotjunges, Mausejunges und Bachjunges, waren bereits 5 Monde alt und würden bald Schüler werden. Mit einigen Halmen Petersilie im Maul ging Falterpfote zum Bau der Königinnen. Vor wenigen Monden war noch Morgenröte dort, doch ihre Jungen, Funkenpfote und Federpfote, waren Schüler geworden und die rote Kätzin ging wieder zu den Kriegern. Nun waren nur noch Nebelherz und ihre Jungen dort. ,,Hallo Nebelherz.“, begrüßte Falterpfote sie. ,,Hallo.“, schnurrte Nebelherz. Sie schaute auf den Strauch Petersilie in Falterpfotes Maul. ,,Das ist aber kein Gurkenkraut wie sonst immer... Sind meine Jungen krank? Oder ich?“, fragte die fast schwarze Kätzin besorgt. Falterpfote schnurrte. ,,Nein Nein! Keine Angst! Das ist Petersilie. Das ist, damit du keine Milch mehr zum Säugen produzierst, das ist jetzt überflüssig.“ Erleichtert seufzte Nebelherz. ,,Da bin ich ja erleichtert.“, schnurrte sie. Falterpfote sah wie hinter ihr ein graublaues Fell aufblitzte und sie sah einen kräftigen, muskulösen Kater im Augenwinkel her. ,,Hallo Sturmflug, was machst du hier?“, fragte sie und drehte sich um. Erschrocken und etwas peinlich blickte sie zur Seite, als sie sah, wer da vor ihr stand: Regenpfote! Der graublaue Schüler sah dem altem, kräftigem Krieger schon so ähnlich! Es konnte nichtmehr lange dauern, bis er und seine Schwester, Sonnenpfote, Krieger wurden. ,,Hallo Regenpfote... Tut mir Leid du siehst Sturmflug so ähnlich...“, murmelte Falterpfote. Regenpfote schnurrte. ,,Ich weiss, ist kein Problem. Hast du etwas Zeit?“, fragte er ,,Ich würde gerne mit dir auf eine Jagdpatrouille gehen. Aber es muss ja noch ein Krieger mit...“ Falterpfote schnurrte. ,,Natürlich, gerne! Aber ich muss noch Schilfblüte fragen...“, antwortete Falterpfote und rannte sofort rüber zum Heilerbau zu Schilfblüte. ,,Schilfblüte, darf ich mit Regenpfote jagen gehen?“, fragte sie. Schilfblüte, die gerade ihren Vorrat an Kräutern begutachtete, antwortete ihr:,,Natürlich. Ich komme mit, und sammle etwas Kräuter.“ ,,Gut, dann wäre das Problem mit dem Krieger auch schon behoben.“, miaute Regenpfote, der nun an Falterpfotes Seite stand und die drei Katzen gingen aus dem Lager in Richtung Fluss. Gerade wollte sich Falterpfote ducken um sich an ein Kaninchen an zu schleichen, als sie den Geruch eines anderen Clans entdeckte. KiesClan! ,,Riechst du das auch?“, flüsterte Regenpfote unruhig. ,,Da! Das ist Blitzkralle!“, Regenpfote zeigte auf den braun getigerten Kater, der gerade hinter ein paar Büschen hervortauchte. Bei ihm waren ein junger, braun getigerter Kater und eine schneeweiße Kätzin. ,,Denen reiße ich das Fell über die Ohren!“, fauchte Regenpfote und wollte gerade auf die Katzen zuspringen, als Schilfblüte ihn zurückhielt. ,,Halt! Sie haben uns noch nicht bemerkt, mal sehen, was sie tun!“, flüsterte die alte Heilerin. Die drei Katzen schlichen, mit Blitzkralle an der Spitze, durch das Gras. Die weiße Kätzin blieb eng an dem getigertem, jungem Kater. ,,Tigerseele, ich hab Angst. Was ist wenn uns Katzen sehen?“, flüsterte sie. ,,Keine Angst, Frostflügel, das werden sie nicht.“, schnurrte Tigerseele ihr zu. ,,Schweigt! Ihr wollt doch nicht, dass uns jeder Hört, wenn wir Kaninchen jagen!“, knurrte Blitzkralle. Einen Moment lang stoppte Falterpfotes Herzschlag. Sie stehlen unsere Beute! ,,Was sollen wir nun tun, Schilfblüte?“, fragte Regenpfote. Falterpfote schaute zu ihrer Mentorin. Ihr sonst so liebevoller Blick war mit Hass und Zorn erfüllt. ,,Wir werden diesen Katzen zeigen, was wir mit Beutestehlern tun!“ Sofort preschte die alte Kätzin auf die Katzengruppe zu. Mit einem fauchen sprang sie Blitzkralle an, der erschrocken das Fell sträubt und zur Seite fiel. Regenpfote stürzte sich auf Tigerseele während Falterpfote auf Frostflügel zurannte. Mit einem gewaltigem Schlag schlug sie auf die junge Kriegerin ein. Diese taumelte benommen zur Seite, doch nach wenigen Sekunden stand sie wieder sicher auf den Beinen und fauchte Falterpfote an. Mit ausgefahrenen Krallen sprang Frostflügel auf Falterpfote, doch Falterpfote rollte sich rechtzeitig zur Seite. Wenige Sekunden lag Falterpfote auf den Rücken und wollte gerade aufstehen, doch da kam schon Frostflügel und hielt sie mit einer Vorderpfote fest. Die andere presste sie an ihre Kehle und drückte ihr die Luft ab. Falterpfote keuchte. Ist das mein Ende? Falterpfote klopfte wie verrückt an Frostflügels Bauch doch sie lies einfach nicht ab. Kurz bevor Falterpfote erstickte, verschwand das Gewicht auf ihren Lungen und sie bekam wieder Luft. Sie nahm einige kräftige Luftzüge, sprang wieder auf und schaute sich um. Regenpfote hatte die weiße Kriegerin von Falterpfote abgeschüttelt und hatte sie gerade in die Flucht geschlagen. Auch Tigerseele war bereits weg. Nun war nurnoch Blitzkralle da. Doch als dieser sah, dass Tigerseele und Frostflügel bereits weg waren, flüchtete auch er. ,,Danke Regenpfote, du hast mir das Leben gerettet.“, keuchte Falterpfote. ,,Nicht der Rede wert.“, schnurrte dieser. Mit einem ernstem Blick führte Schilfblüte die beiden Schüler zum Lager. Als sie im Lager angekommen waren, berichteten sie sofort, was passiert war und was sie gehört hatten. ,,So. Da stiehlt also der KiesClan tatsächlich unsere Kaninchen. Danke für diese Information. Ich werde es weiter beobachten.“, miaute Fleckenmond und schickte sie dann mit einem Schweifwinken weg.

,,Alle Katzen, die alt genug sind Beute zu erlegen, sollen sich hier am Anführerstumpf versammeln um meine Worte zu erhören!“ Das jaulen ging über die Lichtung. Falterpfote krabbelte aus ihrem Bau und lief träge zum Anführerbaumstumpf. Es war erst Sonnenuntergang und die vielen Katzen auf der Lichtung sahen nicht weniger müde aus als Falterpfote. Mit einem Schweifwinken winkte Fleckenmond Regenpfote und Sonnenpfote zu sich. ,,Sturmflug, bist du überzeugt, dass dein Schüler, Regenpfote, dazu bereit ist Krieger zu werden?“, jaulte die Anführerin. ,,Ja, der Meinung bin ich!“, antwortete Sturmflug stolz. ,,Regenpfote, du hast sehr oft deinen Mut und deine Tapferkeit bewiesen. Ich, Fleckenmond, Anführerin des BlütenClans rufe meine Kriegerahnen an und bitte sie auf diesen Schüler herabzublicken. Er hat lange und hart dafür trainiert um euren Gesetzen gerecht zu werden und ich empfehle ihn euch nun als Krieger!“, sie blickte zu Regenpfote. ,,Regenpfote, versprichst du das Gesetz der Krieger einzuhalten und deinen Clan zu beschützen, selbst wenn es dein Leben kostet?“ Regenpfote platzte vor stolz und nickte heftig. ,,Ja! Ja ich verspreche es!“, rief er. ,,Dann gebe ich dir mit der Kraft der Mondkatzen deinen Kriegernamen. Regenpfote, von nun an wirst du als Regenwolke bekannt sein! Die Mondkatzen ehren deinen Mut und deine Treue und wir heissen dich als vollwertigen Krieger des BlütenClans willkommen.“ Sofort ertönte das jubeln. ,,Regenwolke! Regenwolke!“, riefen die Katzen. Auch Falterpfote rief so laut sie konnte. Nun wand sich Fleckenmond an Gepardenkralle. ,,Gepardenkralle, bist du der Meinung, dass Sonnenpfote bereit ist ebenfalls ihren Kriegernamen zu erhalten?“, fragte sie. Gepardenkralle nickte:,,Ja, das ist sie.“ ,,Sonnenpfote, auch du hast oft dein Wissen und deine Schnelligkeit bewiesen. Ich, Fleckenmond, Anführerin des BlütenClans rufe meine Kriegerahnen an und bitte sie auf diese Schülerin hinabzublicken. Sie hat lange dafür trainiert um euren edlen Gesetzen gerecht zu werden und ich empfehle sie euch als Kriegerin. Sonnenpfote“, sie schaute auf die kleine, weiss, rot gefleckte Kätzin. ,,wirst du das Gesetz der Krieger einhalten und deinen Clan beschützen, auch wenn es dich dein Leben kostet?“ ,,Ja!“, antwortete sie stolz. ,,Dann gebe ich dir mit der Macht der Mondkatzen deinen Kriegernamen. Sonnenpfote, von diesem Tage an wirst du als Sonnenglanz bekannt sein. Die Mondkatzen ehren dein Wissen und deine Geschicklichkeit und wir heissen dich als vollwertige Kriegerin des BlütenClans willkommen!“ Wieder riefen die Katzen ihren neuen Namen. ,,Sonnenglanz! Sonnenglanz!“, riefen sie. Die Anführerin sprang von der Erhöhung und die Katzen rannten nacheinander zu den neu ernannten Kriegern um ihnen zu Gratulieren. Auch Falterpfote rannte nun zu Regenwolke. ,,Herzlichen Glückwunsch, Regenwolke!“, schnurrte sie. Regenwolke schnurrte zurück. Falterpfote war so stolz auf ihn! Schnurrend schmiegte sie sich an seinen warmen, graublauen Pelz. Nun kam auch Regenwolkes Vater. Der große Kater schnurrte und gratulierte seinem Sohn. Dann schnurrte Regenwolke:,,Falterpfote, ich muss dir etwas sagen komm mit.“ Der blaugraue Kater führte sie zu einer leeren Wiese, auf der Falterpfote noch nie war. ,,Wieso bringst du mich hierher?“, fragte sie. ,,Hier gehe ich oft hin, wenn ich mich einsam fühle oder traurig bin, schau dich doch um.“, erklärte er. Falterpfote sah sich um. Erst jetzt sah sie, dass sie auf einer Wiese voller Mohnblumen war, die im Licht des Mondes glänzten. ,,Also, Falterpfote, was ich dir sagen wollte...“, Regenwolke wurde von einem jaulen unterbrochen. ,,Was war das?!“ In der ferne sah Falterpfote eine Gruppe von Katzen und eine kleinere Gruppe die sie verfolgten. Der Geruch von Streuner und von NachtClan überkam sie. Einer der Katzen der größeren Gruppe trug etwas bei sich. Es war... ,,Ein Junges!“, platzte es aus Falterpfote heraus. Sie rannte zu der Gruppe von Katzen. ,,Falterpfote, warte!“, rief Regenwolke hinter ihr. ,,Das sind die Bauernhofkatzen! Die selben die Efeupfote entführt haben und sie haben ein Junges bei sich! Wir müssen es retten!“, rief Falterpfote. ,,Gut, ich hole Hilfe.“, meinte Regenwolke und rannte zurück zum Lager. Falterpfote rannte während dessen den Bauernhof- und NachtClan Katzen hinterher. Nun erkannte Falterpfote einige der NachtClan Katzen. Es waren Wieselkralle und Eulenflügel darunter. Eulenflügel war ein dunkelbraun getiegerter Kater mit hellerem Fell um die Schnauze und Bernsteinaugen. Sie kannte ihn von einer der Großen Versammlungen. ,,Halt! Bleibt stehen!“, rief Wieselkralle. ,,Rotkelch, wir sollten lieber auf sie hören...“, murmelte eine silberne Bauernhofkatze. ,,Also gut!“, murrte Rotkelch und blieb Ruckartig stehen. Er gab das kleine weiße Junge, das bitterlich weinte an die silberne Kätzin und stürzte sich auf Wieselkralle. Die anderen Katzen folgten ihn und griffen die NachtClan Krieger an. Auch Falterpfote wurde angegriffen. Bisher bemerkte keiner, dass sie nicht aus dem NachtClan war. Ein stämmiger, schwarzer Kater der Bauernhofkatzen warf sich auf die kleine, goldbraune Kätzin und drückte sie zu Boden. Mit einem heftigem Schlag, kratzte sie den Angreifer, der daraufhin erschrocken zurück taumelte. Falterpfote befreite sich aus seinen Fängen und Sprang ihn von der Seite an. Der Kater fiel zu Boden und Falterpfote zerfetzte eines seiner Ohren. Gerade als der schwarze Kater floh, sprang die nächste Katze, Falterpfote an. Sie rollte sich weg und blickte ihrem Angreifer in die Augen. Doch diesmal war es Eulenflügel! ,,Eulenflügel! Ich bin es, Falterpfote! Die Heilerschülerin des BlütenClans!“, erklärte sie. Eulenflügel schaute verwirrt. ,,Aber was machst du hier...?“, er hatte anscheinend garnicht bemerkt, dass sie sich auf BlütenClan Territorium befanden. Da kamen auch schon die nächsten BlütenClan Krieger. Darunter waren Vogelbeerkralle, Goldherz, Sonnenglanz, Rosenblüte und Regenwolke. Sofort stürzten sich die Katzen auf die Bauernhofkatzen und schlugen eine nach der anderen in die Flucht. Als auch die letzte Katze geflohen war seufzte Falterpfote auf. Sie meinte, sie hätten diese Schlacht gewonnen, doch da brüllte eine braunrote Kätzin mit schwarzen Augen auf. ,,Weißjunges!“, schrie sie. Das kleine weisse Junges lag leblos auf dem Boden, seine roten Augen vor Schreck aufgerissen doch leblos und glasig. Falterpfote rannte auf das kleine Kätzchen zu und beschnupperte es. ,,Es ist tot...“, flüsterte sie der braunroten Kätzin zu. ,,Das ist alles meine Schuld!“, jammerte sie. ,,Nein! Das ist es nicht, Glutpelz, du hast getan was du konntest.“, antwortete Wieselkralle doch Glutpelz schüttelte nur den Kopf. ,,Ich hätte besser auf meine Jungen aufpassen sollen!“ Falterpfote schaute traurig auf das leblose kleine Kätzchen. Auch wenn es aus einem anderem Clan war, betrauerte sie es. Regenwolke kam an Falterpfotes Seite und leckte ihr kurz über das Ohr. ,,Es tut mir sehr Leid für den verlust von Weißjunges.“, miaute Vogelbeerkralle. ,,Doch ihr müsst jetzt gehen.“ ,,Gehen? Wieso? Ihr solltet gehen!“, fauchte Eulenflügel. Ein schwarzer Kater, der neben Eulenflügel saß, flüsterte dem altem Krieger etwas im Ohr, der daraufhin beschämt auf seine Pfoten schaute. ,,Oh... Tut mir Leid ich habe nicht bemerkt, dass wir auf eurem Territorium sind...“ Nun kam Wieselkralle hervor. ,,Wir danken euch für eure unterstüzung in diesem Kampf, BlütenClan und wir werden euer Territorium sofort verlassen!“, sagte der Kater und daraufhin gingen die Krieger des NachtClans in Richtung ihres Lagers. Auch die BlütenClan Katzen gingen zurück in ihr Lager.

,,Falterpfote! Was ist passiert?“, fragte Schilfblüte erschrocken, als sie die vom Kampf verletzten Katzen sah. ,,Bauernhofkatzen haben ein NachtClan Junges entführt.“, erklärte sie trocken. ,,Falterpfote, schicke alle verletzten Katzen in den Bau, hol für jeden etwas Beute und komm dann zu mir in den Bau.“, ordnete Schilfblüte an und die Schülerin machte sich auf dem Weg. Sie schickte alle aus der Patrouille die Verletzt waren zum Heilerbau. Danach ging sie zum Beutehaufen. Er war schön voll und groß. Sie hatte gehört, dass es Zeiten gab an denen Katzen an Hunger gestorben sind. So etwas kannte Falterpfote nicht. Seit sie geboren war, war der Beutehaufen reichlich voll und alle Katzen waren wohl ernährt. Sogar die sonst so schlanke Blattschweif hatte zugenommen. Falterpfote schnurrte. Trotz der vielen Bauernhofkatzen Angriffe ging es den meisten Katzen recht gut. Sie packte sich zwei Kaninchen im Maul und warf eines auf ihren Rücken und ging damit zum Heilerbau. Immer zwei Katzen teilten sich ein Kaninchen. Regenwolke teilte seines mit Falterpfote. ,,Schilfblüte,“, fragte sie. ,,kann ich dir helfen?“ Die erfahrene Heilerin schmierte gerade Goldherz etwas Ringelblume aus ihre Wunden und schnurrte:,,Nein Falterpfote. Du hast in der Patrouille selbst mitgekämpft, ruhe dich ersteinmal aus.“ Falterpfote aß noch ein bissen vom Kaninchen. ,,Darf ich eigentlich überhaupt kämpfen? Verstoße ich dann nicht gegen das Gesetz?“, fragte sie etwas besorgt. Schilfblüte schnurrte belustigt. ,,Nein, nein. Es stimmt, du solltest eigentlich nicht in Kampfpatrouillen dabei sein, aber da ihr die Katzen zufällig getroffen hast und ihnen helfen musstest, war es die richtige Entscheidung!“ Falterpfote nickte und biss noch etwas vom Kaninchen ab. Regenwolke aß den Rest und sie schoben die Knochen beiseite. Regenwolke schnurrte. ,,Hast du große Schmerzen?“, fragte er besorgt. Erst jetzt merkte Falterpfote wie sehr ihre Wunden eigentlich brannten. Sie legte ihren Kopf auf die Pfoten und schnurrte:,,Nein... aber ich bin müde.“ ,,Dann schlaf etwas!“, miaute Regenwolke besorgt. ,,Nagut. Aber du sollst auch etwas schlafen! Du siehst auch nicht gerade sehr fit aus.“, schnurrte Falterpfote und rückte näher an Regenwolke. Regenwolke lehne seinen Kopf an Falterpfote und schnurrte. Zusammen schliefen die beiden Katzen ein.

,,Nebelherz!“, rief Fleckenmond in mitten der Lichtung. Falterpfote kroch aus ihrem Bau. Es waren seit dem Angriff drei Tage vergangen und die Krieger waren bereits wieder in ihren Bauten. Die junge, schwarze Kriegerin kam aus der Kinderstube zu Fleckenmond gelaufen. ,,Ja?“, fragte sie besorgt. ,,Habe ich etwas falsch gemacht?“ Fleckenmond schüttelte den Kopf. ,,Ich und Vogelbeerkralle sind zu einem Entschluss gekommen. Wir werden uns angucken wie viele Katzen unter den Bauernhofkatzen sind.“, erklärte sie. ,,Und wozu rufst du dazu mich?“, fragte Nebelherz besorgt. ,,Du bist die einzige die weiss, wo die Bauernhofkatzen leben! Führe eine Patrouille dort hin. Und passt auf, dass euch keiner sieht! Ihr sollt keinen Kampf anfangen sondern nur gucken wie viele sie sind und wie stark sie aussehen. Und... Falterpfote!“, die Anführerin schaute auf Falterpfote. ,,Du gehst mit ihnen. Wenn es doch zu einem Kampf kommen sollst, sollst du bewerten wann sie zu geschwächt sind um weiter zu kämpfen und sie flüchten sollen!“ Falterpfote schaute etwas verwirrt. Dann nickte sie. ,,Auf die Patrouille mit sollen Goldherz, Regenwolke, Gepardenkralle, Kieselkralle, Sturmflug und Vogelbeerkralle!“, zählte sie auf. ,,Ihr geht Morgen bei Sonnenaufgang los.“ Die sechs aufgezählten Katzen mit Nebelherz und Falterpfote sammelten sich in der Mitte des Lagers. ,,Also wird diese Streunerin unsere Patrouille leiten?“, schnaubte Gepardenkralle. ,,Ruhe, Gepardenkralle! Sie ist die einzige die weiss wo wir überhaupt hin müssen!“, fauchte Vogelbeerkralle ihn an. ,,Weisst du schon wo wir gut lang können, ohne, dass uns Bauernhofkatzen oder Zweibeiner sehen?“, fragte er nun an Nebelherz gerichtet. Sie schmunzelte. ,,Ich bin mir nicht sicher... aber ich glaube ich weiss wo wir lang können!“, meinte sie. ,,Aber was ist mit meinen Jungen? Ich kann sie doch nicht alleine lassen!“, jammerte Nebelherz. Diesmal kam Blattschweif dazu. ,,Ich kann auf sie aufpassen.“, schlug sie vor. Vogelbeerkralle nickte. ,,Gut. Dann ist dieses Problem auch gelöst.“ Die Katzen gingen in ihre Bauten und taten ihren gewöhnlichen Alttag.

Der nächste Tag war angebrochen und die Patrouille war bereits auf dem Weg zum Bauernhof. ,,Hier ist es. Kommt mit.“, Nebelherz schlüpfte durch ein kleines Loch im Zaun. Die anderen Katzen gingen ihr hinterher. Sie gingen einen Weg entlang auf dem hohes Gras wuchs in dem sich die Katzen gut tarnen konnten. ,,Bist du dir sicher, dass hier keine Zweibeiner sind?“, fragte Gepardenkralle etwas misstrauig. ,,Nein. Sicher bin ich mir nicht...“, murmelte Nebelherz. ,,Was!?“, Falterpfote war schockiert. Regenwolke lag ihr beruhigend den Schweif auf die Schulter. ,,Aber hier sind sogut wie nie Zweibeiner.“, versichterte ihnen Nebelherz. ,,Siehst du? Alles ist okay.“, beruhigte sie Regenwolke. Falterpfote schnurrte. ,,Kommt, hier ist es.“, Nebelherz sprang auf einen Heuhaufen. Die anderen Katzen sprangen dazu. Sie deutete mit dem Schweif auf ein Loch in der Scheunenwand. ,,In dieser Scheune leben sie.“, erklärte sie. Das Loch war gerade so groß, dass eine schlanke Katze da durch passen würde. Aber es war perfekt um hindurch zu gucken. Man sah die ganze Scheune. Doch sie war leer! ,,Bist du dir sicher, dass das hier die richtige Scheune ist?“, fragte Vogelbeerkralle verwirrt. Nebelherz Fell sträubte sich. ,,Ja! Natürlich! Ich lebte hier viele viele Monde lang, sie müssen irgendwo anders hin gezogen sein!“, miaute sie hektisch. Falterpfote schaute nocheinmal in die Scheune. Sie war leer bis auf ein paar Heuhaufen. Doch da! Auf einem der Heuhaufen lag eine alte Kätzin. Ihr altes, braun, leicht getiegertes Fell war zerzaust und ihre langen, schwarzen Beine lagen zur Seite. Sofort schlüpfte Falterpfote durch das Loch und ging auf die alte Kätzin zu. ,,Falterpfote, mach das nicht!“, rief ihr Regenwolke hinterher. ,,Du weisst nicht wer das ist!“ Doch Falterpfote ignorierte ihn. ,,Hallo, ich bin Falterpfote.“, stellte sie sich der alten Kätzin vor. Sie öffnete kurz eines ihrer müden Augen, musterte Falterpfote und schloss es dann wieder. ,,Naund?“, fauchte sie genervt. Falterpfotes Fell sträubte sich leicht. Was das die Art wie man Gäste begrüßt? Ihr Fell legte sich wieder und sie fragte freundlich:,,Wie heisst du?“ Sie schnaubte. ,,Was interessiert dich das?“ ,,Es interessiert uns sehr!“, miaute Vogelbeerkralle, der inzwischen, mit dem Rest der Patrouille, bei Falterpfote stand. ,,Ich bin Vogelbeerkralle. Ich bin Stellvertreter des BlütenClans. Entschuldige für unsere Störung aber wir brauchen ein paar Informationen.“ Diesmal öffnete die Kätzin beide ihre Augen, musterte die Patrouille und hiefte sich hoch. Sie setzte sich auf ihren gemütlichen Heuballen. ,,Ich heisse Olga. Könnt ihr jetzt gehen?“, murrte sie. Vogelbeerkralle überlegte was er fragen sollte. ,,Lebst du hier? Gehörst du zu der Gruppe von Bauernhofkatzen?“, fragte er. ,,Ja ich lebe hier und ihr nicht! Also geht jetzt!“, fauchte sie. Vogelbeerkralle blickte sie ernst an. Einige Minuten schweigten sie. Die beiden Katzen funkelten sich mit ernsten Blicken an und es schien quasi ein Kampf im Geiste zwischen den beiden zu herrschen. Dann lies Olga nach. ,,Also gut. Nein ich gehöre nicht zu der großen Gruppe. Sie sind vor einigen Monden gegangen, also bin ich hier eingezogen. Sie erzählten etwas von einer Höhle. Bei den großen Bergen.“, berichtete sie. Regenwolke schaute Falterpfote an. ,,Das muss die Kristallhöhle sein!“, sagte er. ,,Niemals... Beim letztem Heilertreffen habe ich keine fremden Katzen gerochen, geschweige denn gesehen!“, versicherte ihm Falterpfote. Vogelbeerkrall schüttelte den Kopf. ,,Es muss noch eine andere Höhle geben. Von der wir nichts wissen.“, miaute er. ,,Danke für deine Hilfe Olga. Wir werden jetzt gehen. Auf wiedersehen.“, miaute er und ging in Richtung Ausgang. Mit einem Schweifwinken deutete er der Patrouille ihm zu folgen. ,,Hoffentlich nicht allzu bald.“, murrte Olga ihnen hinterher.

Written by Alina

8.Kapitel

Als Falterpfote die Augen öffnete, strahlte die Sonne und die Vögel zwitscherten. Auf der Lichtung tummelten sich einige Katzen und auch Schilfblüte war schon wach. „Gut geschlafen?“, fragte sie, als Falterpfote den Kopf hob. Sie murmelte eine Zustimmung, erhob sich und streckte sich ausgiebig. „Du hast aber lang geschlafen! Es ist schon Sonnenhoch!“ – „Warum hast du mich dann nicht geweckt?“, erwiderte Falterpfote und gähnte. „Du sahst so süß aus, als du geschlafen hast…“, meinte Schilfblüte. Nach einem langen Schweigen fügte sie hinzu: „Außerdem hattest du vielleicht einen Traum von den Mondkatzen!“ Falterpfote musste belustigt Schnurren und machte sich auf zum Frischbeutehaufen. Sie nahm sich eine Wühlmaus und begann zu Essen, als Regenwolke sich zu ihr setzte. „Hallo“, miaute er. „Hallo…“, murmelte Falterpfote mit vollem Mund. „Wusstest du, dass Nebelherz’ Junge heute zu Schülern ernannt werden?“ Stimmt! Das hatte sie ja ganz vergessen! Und dabei hatte sie hatte das in die Wege geleitet. „Ich hoffe, ich bekomme einen Schüler, jetzt, da ich Krieger bin.“, meinte er. Falterpfote wusste, dass er keinen Schüler bekommen würde, da Regenwolke noch viel zu kurz Krieger war, wollte ihm aber nicht die Hoffnung nehmen. „Na, dann viel Glück!“, miaute sie stattdessen. Nachdem sie ihre Wühlmaus gegessen, und sich mit Regenwolke die Zunge gegeben hatte, ging sie wieder zum Heilerbau, um Schilfblüte um Hilfe zu fragen. „Du könntest mir mit Blattschweif helfen.“, sagte sie nach kurzem Überlegen. Falterpfote legte den Kopf schief und wartete auf eine Antwort von Schilfblüte. „Sie hat Junge, hast du das nicht bemerkt?“, miaute sie. Die Heilerschülerin überlegte. Jetzt, da Schilfblüte das sagte, bemerkte sie, dass Blattschweif seit einiger Zeit dicker geworden war. „Das ist ja großartig!“, maunzte sie fröhlich. „Dann hat der Clan noch mehr Schüler!“ Schilfblüte schnurrte. „Zuerst müssen wir ihr helfen in die Kinderstube umzuziehen.“, befahl sie. „Dann geben wir ihr Borretsch.“ „Das regt die Milchproduktion an, oder?“, fragte Falterpfote und suchte die Sternförmigen Blüten aus dem Vorrat. „Richtig!“, schnurrte ihre Mentorin und sie machten sich auf in den Kriegerbau, um Blattschweif beim Umzug zu helfen.

„Seit ihr sicher, dass alles gut gehen wird?“, fragte Blattschweif besorgt und rückte ihr Moosnest zurecht. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen!“, versicherte Falterpfote. „Wir haben die beste Heilerin hier!“ Schilfblüte schnurrte verlegen. „Du wirst aber auch immer besser!“, lobte sie ihre Schülerin. Falterpfote leckte sich das Brustfell vor Verlegenheit. „Na wenn das so ist“, miaute Blattschweif glücklich und legte sich in ihr Nest. „Ich hoffe, meine Jungen werden gesund.“ Schilfblüte legte der neuen Königin die Borretsch Blätter hin und die beiden Heilerkatzen verabschiedeten sich von ihr und Nebelherz, die schweigend zugesehen hatte und sich nun mit Blattschweif unterhielt. „Wird wirklich alles gut werden?“, fragte Falterpfote, um sich selbst noch einmal zu überzeugen. „Mach dir keine Sorgen“, erwiderte Schilfblüte. Nach einer kleinen Pause fügte sie hinzu: „Du kannst doch ein paar Kräuter suchen. Zum Beispiel Borretsch oder Mohnsamen. Ringelblume bräuchten wir auch. Sei aber vor Einbruch der Nacht zurück!“ Falterpfote nickte und machte sich auf zum Lagereingang. Als sie aus dem Lager rausgeschlüpft war, machte sie sich auf dem Weg zur Mohnwiese. Dort sammelte sie genügend Mohnsamen für die nächsten Tage und vergrub sie, um sie später wieder einzusammeln. Als nächstes machte sie sich auf den Weg zum Fluss, wo sie sicher Ringelblume finden konnte. Dort gab es auch Spinnenweben und Borretsch. Sie lief also die offene Wiese entlang bis zum Fluss, der sprudelnd vorbeifloss und die Grenze zum KiesClan bildete. Sie schnupperte nach dem vertrauten Kräutergeruch, roch aber etwas anderes. KiesClan! Und der Geruch war eindeutig auf ihrer Seite des Territoriums! Falterpfotes Nackenfell sträubte sich. Was hatte der KiesClan auf ihrem Territorium zu suchen? Doch sie hatte keine Begleitung die ihr helfen könnte. Sie war dem Feind schutzlos ausgeliefert. Instinktiv duckte sie sich und schlich so schnell wie möglich zwischen ein paar Farnwedel. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, schnupperte sie noch einmal. Der Geruch war immer noch da, doch er war schwächer geworden. Ist er immer noch da?, fragte sie sich und schlich langsam ans Flussufer. Falterpfote meinte, jemanden miauen zu hören. Sie spitzte die Ohren und lauschte eine Weile. Eine Weile war alles still, doch dann hörte sie wieder ein verzweifeltes Miauen. Falterpfote schauderte, als sie einen schildpattfarbene Kater im Wasser schwimmen sah. Es war Buntpfote!
Falterpfote war entsetzt. Sie konnte nicht schwimmen, dennoch musste sie dem Heilerschüler helfen. Der kleine Kater strampelte panisch und jaulte verzweifelt auf. „Hilf mir, Falterpfote!“, keuchte er und wurde von einer Welle überschwemmt. Als er wieder auftauchte, schnappte er schnell nach Luft, wurde dann aber wieder in die Tiefe gerissen. Falterpfote war erstarrt vor Schock. Konnte sie denn nichts tun? Plötzlich schoss eine Idee durch ihren Kopf. Sie versuchte, wieder einen klaren Kopf zu bekommen und suchte hektisch nach einem Stock. Wenn ich einen Stock finde, kann ich Buntpfote damit aus dem Wasser ziehen! „Halt durch, Buntpfote!“, jaulte sie und versuchte mit aller Kraft einen großen Ast ins Maul zu nehmen und ihn zu Buntpfote zu stecken. „Halt dich fest!“ Der KiesClan Schüler strampelte mit aller Kraft zum Ast und biss sich fest. Endlich konnte Falterpfote ihn aus dem Wasser ziehen. Als Buntpfote wieder an Land war, brach er zusammen und spuckte einige Male Wasser aus. „Ist alles okay? Wie kann ich dir helfen?“, fragte Falterpfote und beugte sich über den KiesClan Kater. „Es…es geht schon…“, murmelte er und schloss die Augen. Ist er tot?, dachte Falterpfote erschrocken, bemerkte aber, dass seine Flanken sich ruhig hoben und senkten. Erleichtert seufzte sie auf.
Die Heilerschülerin verweilte noch eine Weile bei Buntpfote, bis er aufgewacht war. „Geht es dir besser?“, fragte sie und musterte ihn besorgt. „Es ist alles okay“, versicherte er sie mit seiner ruhigen Stimme und erhob sich. „Kiesweg wird sich um mich kümmern.“ Die beiden Katzen guckten sich einige Herzschläge lang schweigend an. Falterpfotes Herz klopfte. Seine braunen Augen leuchteten sie dankbar an und sie dachte, ihr Herz würde zerspringen. „Vielen Dank, dass du mich gerettet hast. Ohne dich wäre ich jetzt bei den Mondkatzen“, miaute er und schmiegte sich kurz an sie. Verlegen starrte Falterpfote auf den Boden. „Du…du solltest jetzt gehen.“, stotterte sie. „Ja…vielen Dank Falterpfote, wir sehen uns!“, miaute er und sprang auf ein paar Trittsteine über den Fluss. Ist das gerade wirklich passiert?, fragte sie sich mit klopfendem Herzen. Er ist doch aus dem KiesClan!

Der Mond war aufgegangen und Fleckenmond hatte alle Katzen zu einer Clanversammlung gerufen. Sie und Nebelherz’ Jungen Mausejunges, Bachjunges und Rotjunges waren auf dem Anführerbaumstumpf. ,,Mausejunges, Bachjunges und Rotjunges, ihr seit nun 6 Monde alt und somit alt genug um die Ausbildung eines Kriegers zu beginnen. Von diesem Tag an, bis sie sich ihren Kriegernamen verdient haben, werden diese Katzen Mausepfote, Bachpfote und Rotpfote heissen! Mögen die Mondkatzen über ihnen wachen, bis sie den Mut und die Stärke eines Kriegers in ihren Pfoten spüren können.“, jaulte Fleckenmond. Ihr Blick wanderte herüber zu Kieselkralle, Rosenblüte und Sturmflug, die nebeneinander saßen und sich etwas gegenseitig zuflüsterten. ,,Kieselkralle, du wirst Bachpfote Mentor sein! Rosenblüte, du wirst Mausepfote ausbilden und Sturmflug, dein Schüler wird Rotpfote sein!“, sagte sie zu den drei Katzen die sich kurz anguckten und dann nickten. Fleckenstern fuhr fort:,,Gebt euer ganzes Wissen an diese drei Schüler weiter. Auch wenn sie nicht von Clankatzen abstammen, können sie zu welchen werden.“ Falterpfote machte sich auf, um den drei neuen Schülern zu gratulieren. „Das habt ihr super gemacht!“, meinte sie zu den dreien. Bachpfote, Mausepfote und Rotpfote freuten sich über das Lob und hüpften aufgeregt hin und her. „Danke!“, maunzten sie im Chor. „Wir sind so froh, dass wir jetzt Schüler sind!“ – „Dann benehmt euch auch so.“, schnurrte ihre Mutter Nebelherz, welche mit stolz erhobenem Schwanz zu ihren Kindern trottete. „Das habt ihr toll gemacht.“ Sie leckte den drei neuen Schülern sanft über den Kopf und ließ den anderen Katzen Vortritt, um zu gratulieren. Dennoch kam nicht jede Katze. Manche blieben außenvor, sie trauten den ehemaligen Bauernhofkatzen wohl nicht. Falterpfote seufzte und machte sich auf zum Heilerbau. Sie überlegte immer noch, ob sie ihrer Mentorin von Buntpfote erzählen sollte. Einerseits brach sie das Kriegergesetz, andererseits musste sie es doch irgendwem erzählen. Schließlich entschied sie sich, es Schilfblüte zu erzählen. „Schilfblüte…?“, fragte sie, als die den Heilerbau betreten hatte. Die Heilerin drehte sich zu ihrer Schülerin um. „Was ist, Falterpfote? Gibt es ein Problem?“ – „Ich weis es nicht…“, stotterte sie und starrte auf ihre Pfoten. „Du kannst mir ruhig sagen, was los ist“, miaute Schilfblüte sanft. „Setzt dich doch zu mir.“ Falterpfote gehorchte und setzte sich neben ihre Mentorin. „Nun, es ist so…“, begann Falterpfote nervös. „Als ich Kräuter sammeln war, da habe ich jemanden im Fluss gesehen…“ – „Wer?“, fragte Schilfblüte besorgt. „Es war…Buntpfote… er-“ – „Ist er tot?“, unterbrach Schilfblüte sie entsetzt. „Nein, ich habe ihn gerettet…“, beruhigte sie ihre Mentorin. Sie seufzte erleichtert auf, als Falterpfote fortfuhr: „Es ist nur…“ Falterpfote blieben die Worte im Hals stecken. Wie würde Schilfblüte reagieren? Sie nahm all ihre Kraft zusammen und sagte ihr schließlich die Wahrheit: „Ich…ich habe mich in ihn verliebt!“ Einige Herzschläge war alles still und es schien wie eine Ewigkeit, als Schilfblüte sie entsetzt anstarrte. „Falterpfote, was ist denn in dich gefahren?“, fauchte sie schließlich. „Er gehört zum KiesClan! Was hast du dir dabei gedacht? Du brichst das Kriegergesetz!“ – „Aber was kann ich gegen meine Gefühle tun? Es ist nun mal so!“, fauchte Falterpfote zurück. Sie verstand nicht, warum sie ihre Gefühle geheim halten sollte. „Du bist eine Heilerkatze!“, jaulte Schilfblüte und bleckte die Zähne. „Das Gesetz der Krieger besagt, dass du keinen aus einem anderen Clan lieben darfst!“ Das Kriegergesetz. Diese regeln, die vor Generationen geschaffen wurden sollten für ein einwandfreies Leben der Clan Katzen sorgen, doch heute machten die Regeln ihr alles kaputt. „Ich kann so leben wie ich will!“, jaulte sie ihre Mentorin an und stakste vor blinder Wut aus dem Bau. Wie konnte ihre Mentorin sie nicht verstehen, wo sie doch so weise war? Schilfblüte schien ihr noch etwas hinterher zu rufen, doch sie verstand es nicht. Sie rannte aus dem Lager zum Fluss, in der Hoffnung, Buntpfote zu sehen, doch er war nicht dort. Doch Falterpfote roch, dass er noch einmal hier war. Sie guckte sich um, ob er irgendwas dort gelassen hatte, doch sie fand nur einen zerbrochen Stock. War das ein Zeichen?

Der Mond stand hoch am Himmel und die Sterne funkelten und spiegelten sich im Fluss. Falterpfote saß am Ufer und dachte nach. Im Nachhinein bereute sie es, so mit ihrer Mentorin umgegangen zu sein. Schilfblüte hatte recht gehabt. Sie konnte doch nicht so töricht sein und sich in eine Katze aus einem anderen Clan verlieben! Und was war mit Efeupfote? Trauer stieg in Falterpfote auf. Der Kater, der immer zu ihr stand, wurde entführt und sie verliebte sich in eine KiesClan Katze. Falterpfote musste sich eingestehen, dass sie und Buntpfote nie hätten ein Paar seinen können. Doch Efeupfote schon. Sie empfand schon immer etwas für ihn, doch das Gefühl wurde immer stärker. „Efeupfote…“, rief sie, in der Hoffnung, er könne sie hören. „wo immer du auch bist, wenn du zurückkehrst, werde ich da sein.“

Written by Emmi

9.Kapitel

Falterpfote gähnte einmal ausgiebig und putzte sich ihr Brustfell. Es war kurz vor Sonnenaufgang. Lautes gejubel im Lager hatte sie aufgeweckt. Nachdem sie ihre Morgenwäsche beendet hatte ging sie müde zum Lager um zu sehen, was dort los war. Dort standen in mitten des Lagers Regenwolke, Sonnenschein und Rotpfote. Sie jubelten etwas an doch Falterpfote verstand sie nicht. Als sie etwas näher kam um etwas zu sehen sträubte sich ihr Nackenfell. Wen die Katzen da anjubelten waren Bachpfote und Mausepfote! Die beiden jungen Kater waren in einem wilden Kampf. Natürlich nur in Schüler Art. Regenwolke jubelte Bachpfote an, während Sonnenschein und die junge Rotpfote Mausepfote anjubelten. Sind diese Katzen wirklich so kindisch? Da bin ja ich erwachsener..., dachte Falterpfote und seufzte. Sie warf noch einen Blick auf die zwei kämpfenden Schüler und ging dann zurück zum Heilerbau. Inzwischen was die Sonne schon aufgegangen. Schilfblüte bereitete gerade ein paar Kräuter vor. ,,Falterpfote, bitte bring diese Borretsch Halme zu Blattschweif.“, sagte sie und schob Falterpfote ein paar Kräuter zu. Falterpfote nahm die Borretsch Halme und rannte in Richtung Kinderstube. Als sie an der Stelle vorbei kam, an der die Schüler gekämpft hatten, sah sie, dass ihre Mentoren sie gerade ernst anmaunzten. Regenpfote und Sonnenschein versicherten den Kriegern, dass sie nur dabei gewesen waren, um aufzupassen, dass die Schüler sich nicht zu sehr prügelten. Sonnenschein schaute dabei unsicher auf ihre Pfoten. Falterpfote musste belustigt schnurren und ging weiter. In der Kinderstube überkam ihr ein warmer und milchiger Geruch. Blattschweif hob den Kopf. ,,Falterpfote? Bist du da um mir Borretsch zu bringen?“, fragte die junge Königin. Falterpfote nickte und legte Blattschweif die Borretsch Halme vor die Pfoten. Diese leckte sie auf und zerkaute sie gut. Nach einem kurzem Fellsträuben, wegen des bitteren Geschmackes schluckte sie es und legte sich ein paar mal das Maul. ,,Langsam gewöhne ich mich an den Geschmack.“, murrte Blattschweif. ,,Trotzdem ist er unerträglich!“ Falterpfote schnurrte. Sie verabschiedete sich von Blattschweif und ging zurück in Richtung Heilerbau. ,,Du hast was gesehen!?“, Falterpfote hörte wie Fleckenmond gerade ihren Vater und den 2. Anführer des Clans anschrie. Sie schlich zum Eingang des Anführerbaues und lugte hinein. Die schöne, aber doch beängstigende Anführerin Fleckenmond stand mit gesträubtem Fell und ausgefahrenen Krallen vor Vogelbeerkralle, der ehrwürdig vor seiner Anführerin saß, mit dem Schweif um seine Pfoten gelegt. ,,Ich habe nichts gesehen nur gerochen. Und zwar Streuner Geruch.“, berichtete Vogelbeerkralle. Fleckenmonds krallen gruben sich in den Boden und sie petzte die Augen zu. Sie sah gequält aus. ,,Streuner? Auf unserem Territorium?!“, wiederholte sie. Vogelbeerkralle nickte. ,,Es war ein Streuner. Der Geruch war frisch, erst von heute Morgen. Ich werde gleich ein paar Patrouillen los schicken.“ Fleckenmond nickte und schickte ihn hinaus. Sie setzte sich in die hinterste Ecke und dachte gequält nach. Als Vogelbeerkralle den Bau verließ drehte sich Falterpfote schnell um und tat so als wäre sie gerade eben erst vorbei gekommen. ,,Hallo Falterpfote...“, murrte Vogelbeerkralle. ,,Hast du Regenwolke und Sonnenschein gesehen?“ ,,Ja sie waren zuletzt dort bei den Schülern.“, sie zeigte zu der Gruppe aus Schülern und Kriegern, die sich immernoch stritten. Es sah aus als würden die Schüler gewinnen, da die Krieger inzwischen ziemlich genervt aussahen. Falterpfote schnurrte und wand sich wieder ihrem Weg zum Heilerbau zu. Doch da bemerkte sie, dass direkt vor ihr Regenwolke stand. ,,Hast wohl die Anführerin und den Stellvertreter belauscht, Hm?“, miaute er spöttisch. ,,E-Er ist mein Vater!“, Falterpfote wollte nicht, dass es eine Katze erfuhr. ,,Bitte verrate es ihm nicht!“ ,,Keine sorge.“, schnurrte Regenwolke. ,,Ich werde es niemanden sagen.“ Falterpfote seufzte. Doch jetzt musste sie wirklich zum Heilerbau, Schilfblüte wartete ja schon auf sie! Gemütlich, aber doch etwas schneller als normal, ging sie zum Heilerbau. ,,Ich habe gehört Vogelbeerkralle hat Streuner gerochen.“, berichtete ihre Mentorin. Verwundert blickte Falterpfote zum Eingang des Baues und dann zu Schilfblüte. Wie konnte sie das wissen, wenn Vogelbeerkralle erst vor wenigen Augenblicken aus dem Anführerbau kam um es den Schülern zu erzählen!?, fragte sie sich. Schilfblüte schnurrte belustigt. ,,Ich habe es von ihm gehört, gleich als er ins Lager kam.“ ,,Achso! Ich dachte schon du hättest auch....“, Falterpfote blieben die Worte im Hals stecken. ,,Ich meine du hättest ihn belauscht, als er es der Anführerin berichtete.“, stotterte sie. Schilfblüte schaute sie verwundert an. Dann schüttelte sie den Kopf. ,,Im Moment geht es allen Katzen gut, du kannst also etwas spazieren gehen oder die Krieger fragen, ob sie Hilfe brauchen.“, sagte Schilfblüte und winkte Falterpfote frei. Die junge Heilerschülerin trottete durch das Lager, als sie plötzlich Vogelbeerkralles Stimme hörte. ,,Was gibt’s?“, fragte sie und drehte sich zu ihrem Vater um. ,,Ich vermute, dass der Streuner Olga ist. Du weisst schon. Die alte Katze von Bauernhof. Falls meine Vermutungen wahr sind, solltest du mit kommen.“ ,,Warum?“, fragte sie entsetzt. Eine Heilerin bei einer Patrouille? Schon wieder!? ,,Sie kennt dich am besten, du hast mit ihr als erste geredet. Vielleicht hört sie auf dich, wenn du ihr sagst, dass sie nicht einfach durch unser Territorium streunern kann und es gibt kein unnötiges Blutvergießen.“, erklärte Vogelbeerkralle. Falterpfote verstand und nickte.

Inzwischen war es Sonnenhoch und die Patrouille, bestehend aus Regenwolke, Sonnenschein, Goldblüte, Gepardenkralle und Falterpfote und Vogelbeerkralle, verfolgte bereits die Geruchsspur der Streuner. ,,Vogelbeerkralle! Riechst du das?“, rief Kieselkralle. Sofort rannte Vogelbeerkralle zu Kieselkralle, der an der Spitze der Patrouille war. ,,Hier ist der Geruch eines weiteren Streuners!“ ,,Nein.“, sagte Vogelbeerkralle plötzlich. ,,Das ist Hauskätzchen Geruch!“, fauchte er. Die Katzen verfolgten weiter die Spur, bis sie an eine kleine Erdhöhle am Rande ihres Territoriums ankamen. ,,Dort sind sie.“, flüsterte Kieselkralle der seine Nase noch immer tief am Boden hatte. ,,Ich habe gehofft ich sehe euch nicht so bald wieder.“, krächzte eine Stimme. Ein zerzauster, braun getiegerter Kopf erhob sich aus dem Erdloch und die alte, mürrische Kätzin kam heraus. ,,Olga! Wieso bist du hier?“, fragte Falterpfote verwirrt. ,,Ich wollte meinen Gefährten Tiamus holen. Seine Zweibeiner haben ihn verstoßen. Doch er war zu müde um noch bis zur Scheune zu wandern, also haben wir hier Rast gemacht.“, berichtete die alte Kätzin. Dann kam auch Tiamus aus dem Loch. Es war ein großer, kräftiger Kater mit langem, schwarzem Fell, einem weissen Bauch und Schnauze und dunkelgrünen Augen. Er setzte sich hin und legte seinen buschigen Schwanz um seine mächtigen Tatzen. Er petzte die Augen zusammen. ,,Olga wer sind diese Katzen?“, knurrte er. ,,Das sind alte bekannte. Sie leben hier in der nähe.“, antwortete sie. ,,Ja genau, wir leben hier. Also müssen wir euch leider darum bitten Morgen vor Sonnenuntergang das Lager zu verlassen!“, befahl Vogelbeerkralle. ,,Einverstanden. Morgen um Sonnenhoch brechen wir auf.“, stimmte Olga zu. Tiamus petzte wieder die Augen zu und knurrte:,,Wir wollen keinen ärger mit euch, jedoch wollen wir euch warnen. Auch wenn wir alt und schwach aussehen, können wir uns währen.“

,,Keine weiteren Gerüche von Olga und Tiamus.“, berichtete Vogelbeerkralle als er von seiner Morgenpatrouille zurück kam. ,,Die beiden haben ihr versprechen gehalten.“ Falterpfote seufzte erleichtert. Sie wollte keinen Stress mit den beiden Katzen. Nicht dass sie Angst hätte, sie mochte sie einfach nur. Mit einem Bündel Borretsch im Maul lief sie zu Blattschweif. ,,Danke.“, schnurrte die Königin. Ihr Bauch war rund und dick. ,,Deine Jungen werden sicher bald kommen.“, schnurrte Falterpfote. Sie hatte noch nie eine trächtige Katze gesehen, dennoch konnte sie es ungefähr einschätzen. ,,Ich weiss.“, schnurrte Blattschweif zurück. Mit einem Schweifwinken deutete sie Falterpfote, dass sie nun gehen konnte. Gemütlich machte sich die Heilerschülerin auf den Weg zum Heilerbau. Von dort aus kam lautes gejaule. ,,Er wird verbluten! Er wird verbluten!“ ,,Ich will nicht sterben! Ich will erst Krieger sein und Junge haben und als Ältester sterben!“ ,,Du willst Junge haben? Uuuuh! Mit wem denn!“ Als Falterpfote den Bau betrat, sah sie von wem die Stimmen kamen. Mausepfote und Rotpfote standen neben Bachpfote, der einen Dorn in der Pfote hatte und leicht blutete. ,,Du wirst nicht sterben, es ist nur ein kleiner Kratzer.“, versicherte Schilfblüte den drei kleinen. ,,Jetzt muss ich nur den Dorn raus ziehen.“ Bachjunges quiekte und zog seine Pfote zurück. ,,Nein! Bitte nicht!“, schrie es. ,,Dann wirst du verbluten.“, sagte Schilfblüte kalt. Falterpfote schnurrte. Auch wenn die drei schon Schüler waren, merkte man ihnen an, dass sie erst vor kurzem noch in der Kinderstube gelebt haben. ,,Nagut! Zieh ihn raus!“, rief Bachpfote und petzte die Augen zu. Vorsichtig zog Schilfblüte den Dorn aus seiner Pfote und wickelte Spinnenweben darum. Rotpfote und Mausepfote machten große Augen. ,,Ist er schon draußen?“, fragte Bachpfote, der immernoch seine Augen fest geschlossen hatte. ,,Ja! Es ist vorbei. Du kannst wieder in den Schülerbau.“ Bachpfote öffnete die Augen und bestaunte seine, mit Spinnenweben umwickelte, Pfote. ,,Jetzt bin ich ein richtiger Krieger mit Kampfnarben!“, jaulte er mit stolz. Kichernd und redend verließen die drei Schüler den Heilerbau und Falterpfote ging zu Schilfblüte. ,,Wie als wären sie im Clan geboren.“, flüsterte Schilfblüte. Falterpfote schnurrte.

,,Hallo Kiesweg. Hallo Buntpfote.“, Schilfblüte begrüßte die zwei Heiler des KiesClans. ,,Hallo Schilflüte.“, sagten die beiden im Chor. Es war Neumond und die Heilerkatzen versammelten sich zum Heilertreffen. Die vier Katzen gingen Seite an Seite den Fluss entlang in Richtung Tropfsteinhöhle. ,,Hallo Schilfblüte, Falterpfote, Buntpfote und Kiesweg!“, rief Kirschpfote, die Heilerschülerin des NachtClans und die älteste Schülerin unter ihnen. Falterpfote nickte ihr und Traumfeder zu. Nun waren sie vollkommen. Nach einem kurzem Weg waren sie auch schon an der Tropfsteinhöhle angekommen. Sie schlichen durch die kalte, dunkle Höhle bis sie an dem großem, buntem Tropfstein ankamen, an dem sich die Heilerkatzen mit den Mondkatzen die Zungen gaben. Einer nach dem anderem legte sich an den Stein und presste seine Nase dagegen. Falterpfote als letzte. Wie beim ersten male überkam sie eisige kälte und riss sie in den Schlaf. Als sie ihre Augen wieder öffnete befand sie sich in einem wunderschönem Wald. Neben ihr saß Nachtlicht und schaute in den Sternenhimmel. Sein Fell berührte ihres, jedoch fühlte sie nichts. Eine weile war es still und die beiden Katzen starrten nur in den Himmel. Dann brach Falterpfote das schweigen:,,Ist Efeupfote bei euch?“ ,,Nein.“, antwortete Nachtlicht kalt. ,,Er ist nicht unter uns.“ ,,Wo ist er dann?“, fragte sie hektisch. Wenn er nicht tot und bei den Mondkatzen war, dann musste er irgendwo anders sein und wer wüsste das besser als die Mondkatzen? ,,Ich weiss es nicht. Er ist nichtmehr unter dem Territorium der Mondkatzen.“ Falterpfotes Herz raste. Sie hielt die Luft an. ,,A-Aber...“ ,,Aber er ist wohl auf. Er ist nicht bei den Mondkatzen, das heisst, er ist nicht tot. Ich bin sicher, dass er einestages zu euch zurück kehren wird. Du musst nur daran glauben!“ Falterpfote schloss die Augen. Tränen flossen ihr Gesicht hinunter. Wo konnte Efeupfote bloß sein? Wo konnte er sein, wo ihn die Mondkatzen nichtmehr sehen konnten?

Written by Alina



Kapitel 10







Nachtlicht
unterhielt sich noch weiter mit Falterpfote. „Er ist ein starker
Kater“, versicherte er sie. Falterpfote nickte, doch sie war sich
unsicher. „Ich würde alles dafür geben, dich wieder zu
sehen“, flüsterte sie leise. Sie guckte zu Nachtlicht, welcher
schon seit ihrem Ankommen in eine Richtung geguckt hatte. Sie guckte
ihm nach, doch sie sah nichts Interessantes dort. „Nachtlicht?“,
fragte Falterpfote, doch er antwortete nicht. „Nachtlicht?“
Falterpfote gefror das Blut in den Adern. Was war mit ihm los? Seine
Augen waren schwarz geworden und wurden eins mit der Dunkelheit.
Falterpfote verstand nicht, was passierte. Noch einmal guckte sie in
die Richtung, in die der Kater gestarrt hatte. Plötzlich riss
etwas an ihr. Fauchend und mit gesträubtem Fell drehte sie sich
um. Etwas packte sie am Nacken und eine eisige Dunkelheit  drohte sie
zu überwältigen. Sie hörte Katzen schreien, konnte
aber keine Stimme erkennen. Ein Junges kreischte vor Entsetzen, doch
es wurde immer leiser, bis es schließlich ganz verstummte.
Falterpfote sah nichts mehr, sie spürte nur noch einen
stechenden Schmerz im Nacken und hörte wie Katzen um sie herum
rannten. Sie schaukelte hin und her und ihr Nacken tat unheimlich
weh. Die Schwärze um sie herum wurde immer unangenehmer und zog
sie langsam aber sicher in die Ohnmacht. Eine Weile passierte nichts,
alles war dunkel und still. Doch dann viel sie unsanft auf harten
Boden. Es war kein Gras, es fühlte sich an wie weiche Dornen,
die sie in den Bauch piekten. Nach einer Weile öffnete sie ihre
Augen. Sie war in einer Scheune! Es wimmelte nur so von Katzen, doch
sie kannte keine von ihnen. Falterpfote versuchte sich aufzurappeln,
doch eine der Katzen warf sie wieder auf den Boden. „Wo bin ich
und…was wollt ihr?“, fragte sie und versuchte sich wieder
aufzurappeln. „Bleib da liegen!“, knurrte sie eine Kätzin
an. „Es ist egal wo du bist, du wirst hier nicht lange bleiben.
Bald werden wir nämlich ganz woanders sein. Aber erst einmal ist
das hier dein Zuhause.“






Als
Falterpfote die Augen aufriss, fand sie sich wieder am Tropfstein.
Alle Katzen hatten auf sie gewartet, und Schilfblüte seufzte
erleichtert auf, als sie sah, dass Falterpfote aufgewacht war.
Falterpfote selbst war immer noch entsetzt. Sie wusste nicht, was sie
dort gesehen hatte.
Ist das eine
Prophezeiung gewesen?
,
fragte sie sich und rappelte sich auf. Die anderen Katzen hatten sich
vor einem platten Stein versammelt, auf dem Traumfeder saß und
ihre Schülerin Kirschpfote auf eine etwas höher gelegene
Plattform schickte. Dort stellte sie sich hin und guckte über
die anderen Heilerkatzen hinweg auf eine tiefe Einkerbung in der
Felswand. Schilfblüte winkte Falterpfote neben sich und guckte
erwartungsvoll zu den zwei Heilerkatzen des NachtClans. „Kirschpfote
wird jetzt zur Heilerin ernannt“, flüsterte Schilfblüte
zu Falterpfote und nickte. „Ich, Traumfeder, Heilerin des
NachtClans rufe meine Kriegerahnen an und bitte sie auf diese
Schülerin herab zu blicken“, sprach Traumfeder und eröffnete
damit die Zeremonie. „Sie hat viel gelernt um den Weg einer
Heilerin zu beschreiten zu können und mit eurer Hilfe wird sie
ihrem Clan für viele Monde dienen. „ Traumfeder machte eine
kurze Pause und fuhr dann fort. „Kirschpfote, versprichst du, die
Lebensweise eines Heilers einzuhalten und über die Rivalitäten
zwischen den Clans zu stehen und alle Katzen zu beschützen,
selbst wenn es dein Leben kostet?“, fragte sie Kirschpfote. „Ja,
ich verspreche es!“, miaute diese entschlossen. Man konnte ihr
dennoch ansehen, wie nervös sie war. „Dann gebe ich dir mit
der Macht der Mondkatzen deinen Heilernamen. Kirschpfote, von diesem
Augenblick an wirst du als Kirschblüte bekannt sein. Die
Mondkatzen ehren deine Zuversicht und dein Mitgefühl und wir
heißen dich als vollwertige Heilerin des NachtClans
willkommen.“ Die Katzen am Fuße des Abhangs jubelten ihren
Namen und auch Falterpfote stimmte mit ein. Kirschblüte blickte
stolz nach unten und sprang dann zu den übrigen Heilerkatzen.
„Herzlichen Glückwunsch!“, miaute Schilfblüte der neuen
Heilerin zu. „Viel Glück auf deinem Weg.“, stimmte Kiesweg
zu. „Mögen die Mondkatzen deinen Weg erleuchten“.








Den ganzen Weg
zurück hatte Falterpfote über ihren Traum beim Tropfstein
nachgedacht. Auch als sie in ihrem Nest im Heilerbau lag, dachte sie
darüber nach. Lange wälzte sie sich im Moos hin und her,
bis die Müdigkeit sie schließlich übermannte.



Auch am nächsten
Tag ließ der Traum sie nicht los. Den ganzen Tag lief sie
überlegend durch das Lager, während Schilfblüte sich
um Blattscheif kümmerte. „Was ist denn mit dir los? Haben die
Mondkatzen dir eine Prophezeiung geschickt?“, befragt die Mentorin
ihre Schülerin am Abend, als die Katzen langsam schlafen gingen
und die Abendpatruillie sich auf den Weg machte. „Nein…haben sie
nicht…“ Falterpfote entschied sich, es der Heilerin nicht zu
sagen. Sie wollte sie nicht unnötig beunruhigen. „Wirklich?“
Schilfblüte guckte sie ungläubig an. „Nein, die
Mondkatzen haben mir nichts prophezeit“, antwortete Falterpfote.
Schilfblüte schien ihr nicht zu glauben, sie zuckte mit dem
Schwanz. „Vertraust du ihr etwa nicht, Schilfblüte?“,
mischte sich Fleckenmond ein, die eigentlich nur etwas von
Schilfblüte wollte. „Und selbst wenn sie etwas empfangen
hätte, müsste sie es dir nicht erzählen. Jede Katze
darf Geheimnisse haben, solang sie nichts Böses im Schilde
führen.“ Das waren weise Worte von ihrer Anführerin, die
Schilfblüte zum Schweigen brachten. Schließlich begaben
sich die beiden Heilerkatzen in ihre Moosnester und versuchten zu
schlafen.



Die Tage strichen
vorbei und der Schock von Falterpfotes Traum verebbte. Während
die eifrige Schülerin das Heilen lernte, strichen die Tage
vorbei und nichts sonderbares passierte. Bis zu einer Nacht. Der Mond
war nicht mehr als eine Krallenspur am Himmel und die Luft war kühl
und klar, bis ein schriller Schrei die Luft zerfetzte. Falterpfote
schreckte auf und auch Schilfblüte sprang auf die Pfoten. Als
die beiden nach draußen eilten, huschten etliche Katzen durch
das Lager, doch keiner wusste, was los war. Da kam noch ein Schrei,
er kam offensichtlich aus der Kinderstube. Als Schilfblüte und
Falterpfote in die Kinderstube liefen, sahen sie Blattschweif vor
Schmerzen gekrümmt auf dem Boden. Sie stieß noch einen
schmerzhaften Schrei aus und blieb dann Wimmern auf dem Boden liegen.
„Ihre Jungen kommen!“, stellte Schilfblüte entsetzt fest.
„Und es läuft etwas schief!“



Written by Emmi







Kapitel 11

Wimmernd vor Schmerzen lag
Blattschweif auf dem Boden. ,,Was ist mit ihr los!?", rief
Falterpfote entsetzt. ,,Sie bekommt ihre Junge!", antwortete
Schilfblüte. ,,Und das tut ihr so sehr weh!?" ,,Nein
natürlich nicht, jetzt hol schon Kräuter!", rief
Schilfblüte und deutete sie mit einem Schweifwinken zu gehen und
die Kräuter zu holen. Falterpfote rannte zum Heilerbau. So
schnell sie konnte suchte sie in den Heilkräutern nach Kamille
und Mohnsamen. Als sie die Kräuter gefunden hatte rannte sie
zurück zur Kinderstube. Nochimmer lag Blattschweif am Boden
allerdings hatte sie es geschafft sich in ein Nest zu legen. ,,Hier
sind die Kräuter!", keuchte Falterpfote und lag die Kräuter
ab. ,,Gut. Iss das Blattschweif.", Schilfblüte schob die
Mohnsamen und die Kamille zu Blattschweif. Diese leckte sie langsam
auf. ,,Hol mir noch etwas Himbeerblätter, das erleichtert die
Geburt der Jungen.", befahl Schilfblüte und Falterpfote
nickte. Wenige Augenblicke später kam sie auch schon mit einigen
Blättern des Himbeerstrauches zurück, die Blattschweif auch
gleich aß. Sie hatte inzwischen etwas weniger Schmerzen doch
sie konnte noch immer nicht aufstehen. ,,Alles wird gut,
Blattschweif.", versicherte ihr Falterpfote. ,,Falterpfote! Komm
schnell!", rief Schilfblüte, die ein Junges am Nackenfell
hielt. ,,Du musst es lecken! Gegen den Strich!" Falterpfote
nickte und begann das kleine Junge zu lecken. Es war hellgrau und
hatte dunkelgrau getiegerte Flecken. ,,Was ist hier los?",
fragte Fleckenmond die sofort ein weiteres Junges entgegen geschoben
bekam. ,,Blattschweif bekommt ihre Junge! Leck es! Gegen den
Strich!", erklärte Schilfblüte wieder. Fleckenmond
fing sofort an das Junge zu lecken. Es war weiß mit einem
orangenem Rücken und einem getiegertem Schwanz. Es kamen noch
mehr Junge. Ein weißes Junges und ein hellgelbes Junges. ,,Das
hier ist das letzte.", keuchte Schilfblüte und legte ein
cremefarbendes Kätzchen mit einem rauchschwarzem Gesicht und
schwarzem Schwanz vor ihre Pfoten. Falterpfote seufzte auf.
,,Blattschweif, du hast es hinter dir! Es sind drei Mädchen und
zwei Jungs!", rief Falterpfote zu der Königin. Sie
erwartete jetzt ein erleichtertes seufzen oder ein schnurren der
freude doch sie reagierte nicht. Falterpfote drehte sich um und
blickte auf den schlaffen, am Boden liegenden Körper von
Blattschweif. ,,W-Was ist mit ihr...?", fragte Falterpfote
entsetzt. Schilfblütes Stimme war gedämpft. ,,Die schmerzen
waren wohl zu stark.", flüstert sie. ,,Ist sie... tot?"
,,Nein nur bewusstlos. Gib ihr ein paar Wacholderbeeren für die
stärkung.", befahl Schilfblüte. Falterpfote nahm ein
paar Beeren, zerkaute sie und lag sie Blattschweif in den Mund, die
sie aus Reflex schluckte. ,,Lass ihr etwas Zeit und Ruhe.",
sagte Schilfblüte. Kurz darauf sprang Nebelherz in den
Königinnen Bau. ,,Fleckenstern hat gesagt ich soll kommen. Was
ist los?", fragte sie. Falterpfote war es bis jetzt garnicht
aufgefallen, dass Fleckenstern weg war. ,,Kümmer dich um die
Jungen bis Blattschweif wach ist, dann ruf mich.", sagte
Schilfblüte und überreichte Nebelherz die Jungen. ,,Okay.
Aber warum ich?", fragte Nebelherz verwirrt. ,,Du hattest vor
kurzem erst selbst Junge. Ich vertraue dir.", erklärte
Schilfblüte und ging ernst in ihren Bau. Leicht verwirrt folgte
Falterpfote ihrer Mentorin. Die Morgenpatrouille war gerade
angekommen. Sie enthielt Regenwolke, Goldherz, Kieselkralle und
Rapspelz. Der sandfarbene Kater, Rapspelz, kam auf Falterpfote zu.
Mit einer leicht schüchternen Stimme sagte er:,,Ich habe gehört,
Blattschweif hat Junge bekommen." Falterpfote nickte ernst.
,,Fünf Stück. Den Jungen geht es gut, aber Blattschweif ist
erschöpft. Sie braucht ihre Ruhe." Kopf nickend ging
Rapspelz weiter. Falterpfote folgte weiter ihrer schildpattfarbenen
Mentorin in den Heilerbau. Schilfblüte seufzte. Ohne Falterpfote
anzuschauen, sagte sie kühl:,,Du kannst gerne jagen gehen oder
so. Ich möchte bitte etwas alleine nachdenken, ja?"
Schweigend verließ Falterpfote den Heilerbau. Sie spürte,
dass die alte Heilerin gekränkt war, dass Blattschweif die
Geburt ihrer eigenen Jungen nicht wirklich mitbekommeen konnte.
Blattschweif war zur selben Zeit Schülerin und Junges wie ihre
Mentorin und sie waren gut befreundet. Falterpfote selbst hatte zu
dieser Zeit noch nicht gelebt aber man konnte es leicht erkennen. Sie
seufzte. Vor dem Kriegerbau saßen Sonnenschein und Regenwolke
und unterhielten sich. ,,Hey Regenwolke!", rief Falterpfote, als
sie auf die beiden zu kam. ,,Wollt ihr beiden mit mir etwas spazieren
gehen?" Sonnenschein schüttelte den Kopf. ,,Tut mir Leid,
ich wollte schon mit Rapspelz jagen gehen und wir wollten nicht so
viele sein.", erklärte sie. Falterpfote schaute sie
verwirrt an. War Rapspelz nicht eben erst auf einer Patrouille
gewesen? Naja... Seine entscheidung. ,,Und du?", Falterpfote
schaute auf Regenwolke. Er nickte. ,,Gerne." Seite an Seite
gingen die beiden aus dem Lager. Sie liefen zu der Mohnwiese, an dem
Regenwolke sie schoneinmal gebracht hatte, als er zum Krieger wurde.
Falterpfote sog die nach Blumen duftende Luft ein. Sie ließ
sich nieder und legte sich in die Wiese von Mohn. Regenwolke legte
sich neben sie. Entspannt rollte sie sich auf den Rücken.
Regenwolke tat es ihr nach. Nun lagen die beiden Katzen Fell an Fell
auf der Wiese und schauten den Himmel an. Er war mit kleinen,
flauschigen Wolken befleckt. Falterpfote kischerte. Sie zeigte auf
eine kleine Wolke und sagte zu Regenwolke:,,Sieh nur, die Wolke sieht
aus wie eine Maus!" Regenwolke kischerte auch. ,,Die hier sieht
aus wie eine Feder.", meinte er. Eine Weile unterhielten sich
die Katzen über das aussehen der Wolke. Falterpfote musterte den
Himmel um noch mehr Wolkenbilder zu finden. Aufeinmal blitzte es aus
und die Wolken wurden blutrot. Wieder blitzte es aus und die Wolken
waren wieder normal. Falterpfotes Augen waren weit auf gerissen vor
Schreck. ,,Falterpfote? Was ist los?", fragte Regenwolke
verwirrt. ,,Hast du das nicht gesehen?", fragte sie. ,,Was
denn?" Das muss eine Prophezeiung gewesen sein!, dachte
Falterpfote. Sofort sprang sie auf und rannte zurück in Richtung
Lager. ,,Warte! Wo gehst du hin?", rief Regenwolke ihr
hinterher, der sich sofort aufrappelte. ,,Im Lager passiert
irgendetwas schlimmes!", antwortete sie und rannte weiter. Sie
nähertem sich dem Lager wo sie auch sofort ein lauten schmerzens
Schrei hörten. Kein Zweifel! Das war Blattschweif! Sofort rannte
Falterpfote zur Kinderstube. Nebelherz saß mit weit geöffneten
Augen in der hintersten Ecke, den Schwanz um die vor Schreck
quitschenden Jungen gelegt. In der Mitte lag Blattschweif, mit vor
Schmerz zusammengekniffenen Augen am Boden und zuckte leicht.
Schilfblüte saß neben ihr und versuchte ihr etwas
Schafgarbe zu geben. An Blattschweif Maul war eine Pfütze von
Blut, die sie ausgewürgt haben musste. ,,Was ist passiert!?",
fragte Falterpfote schockiert. ,,Blattschweif muss sich vor der
Geburt vergiftet haben und wir haben es nicht bemerkt! Los hole
Wacholderbeeren und etwas Pfefferminze!", erklärte die
Mentorin. Falterpfote tat dies und kam auch nach wenigen Augenblicken
wieder zurück. Inzwischen hatte die Königin sich von der
Schafgarbe übergeben müssen und der stechende Geruch von
erbrochenem stieg Falterpfote in die Nase. Schilfblüte reichte
Blattschweif die Kräuter, die sie zittern kaute und schluckte.
,,Geht es dir langsam besser?", fragte Schilfblüte mit
einer zarten Stimme. Blattschweif nickte leicht. ,,Die... die
Bauchschmerzen sind nichtmehr so schlimm... ich bin eigentlich
nurnoch müde..." Schilfblüte nickte und gab ihr ein
paar Mohnsamen, die sie schon bereit gelegt hatte. Sie nickte
Falterpfote zu. ,,Du kannst wieder gehen, danke, dass du gekommen
bist." Falterpfote nickte und verließ mit Regenwolke den
Bau. ,,Woher wusstest du was los war?", fragte Regenwolke sofort
als sie den Bau verlassen hatten. ,,Ich weiss nicht. Der SternenClan
hatte mir eine Prophezeiung geschickt... Glaube ich.", murmelte
sie. Sie schaute in den Himmel. Die Wolken wurden langsam zu einer
dichten Wolkendecke und es deutete Regen an. Hinter den Wolken sah
man einzelne Strahlen der Sonne die bereits langsam unter ging.
Rapspelz und Sonnenschein kamen langsam in das Lager getrottet. Als
der sandfarbene Kater sah, dass Schilfblüte in der Kinderstube
war, rannte er sofort dorthin und ließ Sonnenschein alleine.
Seufzend ging Falterpfote in den Heilerbau und rollte sich in ihrem
Schlafnest zusammen. Sie legte den Schweif über ihre Nase und
schlief langsam ein.







Written by Alina


























































































Kapitel
12

Die Sonne schien hell und warm durch den Eingang des
Heilerbaus. Blinzelnd machte Falterpfote die Augen auf und schaute
sich um. Sie hatte wieder den Traum, den sie beim letzten
Heilertreffen hatte. Aber was bedeutete dieser Traum? Und was sollte
sie tun? „Es ist doch nur ein dummer Traum“, murmelte sie um sich
selbst zu überzeugen. Als sie aus dem Heilerbau kroch um sich zu
strecken, tummelten sich viele Katzen im Lager herum. Rapspelz war
bei Sonnenschein und Kieselkralle und Bachpfote machten sich auf zum
Training mit Sturmflug und Rotpfote. Falterpfote trottete zum
Königinnenbau um nach den Jungen zu sehen. Sie tummelten sich um
Nebelherz, die ihnen eine Geschichte erzählte. Die
Heilerschülerin bezweifelte, dass die Jungen es verstanden, doch
sie schienen Nebelherz sanfte Stimme sehr zu mögen. Blattschweif
lag erschöpft auf der Seite und beobachtete ihre Jungen. In
ihren Augen war purer Stolz zu sehen. „Guten Morgen“, miaute
Falterpfote. Blattschweif guckte zu der Heilerin hoch und murmelte
schwach ein ‚Hallo’ zurück. Nebelherz unterbrach ihre
Geschichte und begrüßte Falterpfote ebenfalls. „Wie geht
es den Jungen?“, fragte Falterpfote. „Es scheint ihnen-“ –
„Es geht ihnen sehr gut!“, unterbrach Nebelherz Blattschweif ohne
es zu bemerken. Blattschweif guckte emotionslos zu Nebelherz hoch.
Die Heilerschülerin nickte und drehte sich zu Blattschweif.
„Weißt du schon, wie die Jungen heißen sollen?“,
erkundigte sie sich. Nebelherz wollte antworten, doch Falterpfote
unterbrach sie mit einem Schweifzucken. „Das graue mit den
dunkelgrau getigerten Flecken nenne ich Ahornjunges. Das weiße
heißt Wolkenjunges. Bernsteinjunges nenne ich das weiße
Junge mit dem orangenen Rücken. Das Cremefarbene mit dem
Rauchfarbenen Gesicht ist Rauchjunges und zu guter Letzt Sandjunges,
dass hellgelbe.“, erklärte Blattschweif stolz. Falterpfote
freute sich für die Königin. „Das sind sehr schöne
Namen. Und die Jungen sehen auch prächtig aus!“, miaute
Falterpfote. Blattschweif zuckte dankbar mit den Schnurrhaaren.
Schließlich ging die Heilerschülerin wieder auf die
Lichtung. Als sie den Beutehaufen entdeckte, knurrte ihr Magen. Sie
trottete hin und nahm sich eine Amsel, Als Regenwolke angelaufen kam.
„Guten Morgen Falterpfote!“, begrüßte er sie und ließ
sich neben ihr nieder. „Hallo“, miaute sie zurück. „Willst
du dir die Amsel mit mir teilen?“. „Ja, gerne.“, bedankte sich
Regenwolke und sie aßen die Amsel auf. „Wie ist es denn so
als Krieger?“, fragte Falterpfote, bevor sie noch einmal in die
Amsel biss. „Es ist einfach klasse! Man kann endlich die tollen
Kriegerpflichten machen. Und ich hoffe, ich kann bald einen Schüler
trainieren!“, freute er sich mit vollem Mund. Als die Amsel
aufgegessen war, schob Falterpfote die Knochen beiseite und begab
sich zu Schilfblüte. Sie kam an Vogelbeerkralle vorbei, welcher
seine Tochter grüßte. Nachdem er kurz gehustet hatte, ging
er weiter zu einer Gruppe anderer Krieger, die sich wohl für
eine Patroullie fertig machten. Am Heilerbau angekommen lugte sie
durch den Eingang. „Schilfblüte?“, fragte sie leise.
Plötzlich hörte sie ein Rumpeln und einen lauten Schrei.
„Schilfblüte?! Was ist los? Ich bin es, Falterpfote!“,
erklärte sie hektisch und eilte zu ihrer Mentorin. Sie lag auf
dem Boden und die Kräuter, die einst mühevoll sortiert in
Spalten lagen, waren überall verteilt. Einige Beeren waren
zermatscht und viele Blätter waren zerrissen. „T-tut mir leid,
ich–“ – „Was ist denn hier passiert?“, platzte Morgenröte
herein und starrte auf Schilfblüte, die um zerstörte
Heilkräuter lag. „Was hast du gemacht?!“, zischte sie. „Ich
habe mich erschreckt…Und da ist alles durcheinander…“,
versuchte Schilfblüte zu erklären. Morgenröte drehte
sich um und stakste wütend murmelnd aus dem Heilerbau heraus.
„Ist schon okay, Schilfblüte. Tut mir leid, dass ich dich so
erschreckt habe“, meinte Falterpfote sanft und half ihrer Mentorin
auf die Pfoten. „Danke…Hilfst du mir wieder alles aufzuräumen?“,
fragte Schilfblüte. Falterpfote willigte ein und entfernte die
zermatschten oder zerrissenen Kräuter, während Schilfblüte
die intakten Heilkräuter wieder in die Spalten einsortierte. Als
sie nach langer Zeit endlich fertig waren, bedankte Schilfblüte
sich und entließ ihre Schülerin wieder. Die Sonne senkte
sich langsam dem Horizont entgegen und tauchte die wenigen Wolken am
Himmel in ein sanftes Rosa. Es war eine lange Zeit trocken gewesen
und Falterpfote fragte sich, wie hoch das Wasser vom Fluss stand.
Einige Herzschläge beobachtete sie den Sonnenuntergang, bis sie
sich entschied, zum Fluss zu gehen.

Als sie angekommen war,
bewahrheiteten sich ihre Befürchtungen. Das Wasser stand so
tief, dass man ohne Probleme durch den Fluss laufen konnte. Und die
Blattgrüne hatte erst angefangen. Wo sollten sie trinken, wenn
es weiterhin so trocken bleiben würde? Dann gäbe es auch
keine Pfützen und sie müssten an den Rand ihres
Territoriums um nasses Moos zu sammeln. Vorsichtig senkte sie ihren
Kopf weit runter, um etwas vom Wasser des Flusses zu trinken. Das
Wasser war kühl und erfrischend. Als Falterpfote den Kopf wieder
hob, erblickte sie Buntpfote. Sie erstarrte. Buntpfote hatte sie vor
ein paar Monden aus dem Fluss gerettet. Sie starrten sich kurz an,
bis Falterpfote entschloss, zu gehen. Sie drehte sich um und stakste
davon.


Wieder war eine Nacht vorbei gestrichen und
Falterpfote hatte nichts geträumt. Und auch der halbe Tag strich
vorbei. Es war nichts zu tun und Falterpfote döste in der warmen
Mittagssonne vor sich hin, als plötzlich eine verwundete
Patroullie durch den Lagereingang taumelte. Vogelbeerkralle,
Rosenblüte, Mausepfote und Sturmflug schleppten sich ins Lager,
um dort erschöpft zu Boden fallen. Sofort eilte Schilfblüte
zu den verletzten Katzen. „Was ist passiert?“, fragte
Schilfblüte. Sturmflug wollte antworten, doch Falterpfote
unterbrach ihn. „Warte! Wir werden die Verletzten erst einmal
behandeln, dann können sie uns erzählen, was passiert ist.
Jetzt sind sie viel zu schwach.", schlug sie vor. Schilfblüte
nickte und so führten die verletzten Katzen zum Heilerbau.
Zuerst wurde Mausepfote behandelt. Sie hatte eine stark blutende
Wunde an der Flanke und ihr Hinterbein war übel zugerichtet.
Falterpfote holte Spinnenweben, welche Schilfblüte auf die
offenen Wunden drückte. Dann zerkaute die Heilerschülerin
ein paar Ringelblumen und schmierte den Brei auf die Wunden. „Pass
auf, dass du alle Wunden bedeckst“, riet Schilfblüte ihr und
verteilte den Ringelblumen Brei sorgfältig auf den Wunden. „Was
machen wir als nächstes?“, fragte Schilfblüte ihre
Schülerin. Nach einem Herzschlag antwortete Falterpfote. „Jetzt
muss Mausepfote die Spinnweben ordentlich auf die Wunden drücken.
Außerdem sollte sie ersteinmal im Heilerbau bleiben, damit ihr
Hinterbein ordentlich verheilen kann“, miaute sie. „Sehr gut!“,
schnurrte Schilblüte und Falterpfote wurde warm ums Herz.


Als
nächstes ging Falterpfote zu Rosenblüte. Sie wollte die
Kriegerin behandeln, doch diese wehrte sich sichtlich. „Ich will
lieber von einer erfahrenen Heilerin behandelt werden, als von
einer Schülerin!“, ziscte sie. Falterfote wollte eine
bissige Bemerkug zurück werfen, besann sich aber eines besseren.
Wenn sie sch für etwas besseres hält, dann brauch ich
mih ja nicht um sie zu kümmern!
, dachte sie sich und stapfte
weiter zu Sturmflug. Der Kater war wenigstens netter als Rosenblüte.
„Sind die Wunden schlimm?“, fragte er als Falterpfote ihn
untersuchte. Er hatte einige Kratzer und sein rechtes Ohr sah nicht
gut aus. Sie holte ein paar Spinnenweben und drückte sie auf die
blutenden Kratzer, während sie ein paar Ringelblumen zerkaute.
Derweil kümmerte Schilfblüte sich um Rosenblüte, auch
sie schien genervt von der aufsässigen Kriegerin. Als die
Ringelblume endlich ordentlich zerkaut war, schmierte die Schülerin
sie auf alle Kratzer. Das Ohr beschmierte sie mit dem klebrigen Brei
und umwickelte es mit Spinnenweben. „Pass gut auf die Bandage auf,
damit sie nicht abfällt. Komm einfach später noch einmal
vorbei, dann gucken wir nochmal nach“, miaute sie. Sturmflug
nickte. „Wird mein Ohr wieder?“, fragte er leicht besorgt.
Falterpfote überlegte. „Ich weiß es nicht genau, da
musst du Schilfblüte fragen“, schloss sie dann. Der Krieger
bedankte sich und trottete mit dem Verband zum Frischbeutehaufen, um
sich dort erschöpft nieder zu lassen. Als letztes ging
Falterpfote zu ihrem Vater Vogelbeerkralle. „Geht es, Papa?“,
fragte sie besorgt. Der kräftige Kater nickte. „Es geht. Sind
denke ich mal nur ein paar Kratzer.“, miaute er. Doch als
Falterpfote ihn untersuchte, stieg immer mehr Besorgnis in ihr auf.
„Du hast ziemlich viele Kratzer, einige bluten stark.“, erzählte
sie, während sie die Spinnenweben auf die Wunden drückte.
„Und deine Pfote mit der ausgerissenen Kralle sieht überhaupt
nicht gut aus!“ Sie zerkaute die letzten Ringelblumen die sie hatte
und schmierte den Brei sparsam, aber sorgfältig, auf die
Kratzer. Die blutende Pfote umwickelte sie mit einer dicken Lage
Spinnenweben. „Strapaziere diese Pfote nicht! Verstanden?“,
maunzte Falterpfote eindringlich. Vogelbeerkralle schnurrte. „Du
bist wirklich meine Tochter!“, strahlte er. „Ich bin wirklich
stolz auf dich. Genau wie deine Mutter.“ Falterpfote berührte
ihren Vater kurz mit der Nase. „Ich bin auch stolz auf dich!“,
schnurrte sie und lief Richtung Schilfblüte. Als sie noch einmal
kurz nach hinten guckte, war ihr Vater bereits bei Sturmflug am
Frischbeutehaufen. „Und wie steht’s mit Rosenblüte?“,
fragte sie ihre Mentorin. Diese schickte Rosenblüte weg und
grummete dann leise. „Sie hatte nur ein paar Kratzer, hat sich aber
aufgeführt, als hätte ein Fuchs sie gefressen!“,
beschwerte Schilfblüte sich. Falterpfote schnurrte amüsiert.
„Sie führt sich manchmal echt auf, als wäre sie eine
Gesandte der Mondkatzen“, stimmte Falterpfote ihr zu. Schilfblüte
nickte. „Aber immerhin hat sie mir verraten, was bei ihrer
Patrouille passiert ist.“ Die Schülerin spitzte die Ohren.
„Was ist denn passiert?“, fragte sie neugierig. Schilfblüte
schnippte mit dem Schwanz. „Es waren diese räudigen Flohpelze
vom Bauernhof!“, knurrte sie leise. „Sie sind in unser
Territorium eingedrungen, aber Vogelbeerkralle und seine Patrouille
konnten sie zum Glück vertreiben. Für’s erste…“
Falterpfote seufzte. Diese Bauernhofkatzen haben Efeupfote!,
dachte sie frustriert, schüttelte ihre Frust aber ab. Sie hatte
keine Zeit, ihm hinterher zu trauern! „Soll ich Fleckenmond davon
berichten?“, schlug Falterpfote vor. Schilfblüte nickte nur
und verzog sich wieder im Heilerbau. Falterpfote lief los Richtung
Anführerbau. Dort bliebsie abrupt stehen. „Fleckenmond?“,
fragte Falterpfote leise. Plötzlich ertönte die Stimme der
Anführerin. „Komm herein, Falterpfote.“, miaute sie und so
trat sie auch ein. Drinnen musste sie ein paarmal blinzeln, bis sie
sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte. Die gefleckte Kätzin
leckte sich das Fell. „Was ist los?“, fragte Fleckenmond.
Falterpfote berichtete ihr davon, dass die Bauernhof Katzen die
Patrouille angegriffen hatte. Als sie geendet hatte, guckte die
Kätzin besorgt. „Diese Katzen wollen uns einfach nicht in Ruhe
lassen…“, murmelte Fleckenmond besorgt. Einige Herzschläge
überlegte sie. „Ich werde eine Versammlung einberufen.“,
entschloss sie schließlich. „Damit jeder von der Gefahr
Bescheid weis.“ Falterpfote folgte ihrer Anführerin aus dem
Bau. Was sollten sie nur gegen diese Katzen tun?



Written by Emmi















13.Kapitel





,,Fuchsdung!",
zischte eine Stimme am Lagereingang. Falterpfote lugte aus dem
Heilerbau um nachzuschauen wer das war. Schilfblüte war gerade
nicht im Lager. Sie sah Rotpfote mit drei Pfoten ins Lager humpeln,
eine hatte sie in der Luft. Mausepfote auf der einen Seite und
Sturmflug auf der anderen stützten sie. ,,Was ist passiert?",
fragte Falterpfote als sie zu den Katzen lief. ,,Rotpfote ist-"
,,Meine Pfote! Hilf mir!", unterbrach Rotpfote ihren Bruder.
Falterpfote schaute Mausepfote eindringlich an um ihn zu zeigen, dass
er weiter erzählen sollte. Dieser nickte und sagte:,,Rotpfote
ist in ein Dorn getreten. Sie wollte ihn nicht rausziehen lassen und
ist einfach weiter gerannt, jetzt hat er sich tief in ihre Pfote
gegraben." Nun schaute Falterpfote Rotpfote an. Sie überlegte
kurz was sie ihr sagen sollte. Dann seufzte sie nur und deutete der
Schülerin an ihr zu folgen und trabte in den Heilerbau. Sie
schickte Rotpfote auf ein Moosnest und suchte ein paar Kräuter.
Mit etwas Ampfer kam die Heilerin zurück, zerkaute die Bletter
und tropfte den Saft auf die wunde Pfote der Schülerin. Dann zog
sie mit einem Ruck den Dorn aus der Pfote worauf ein lauter Schrei
der Schülerin folgte. ,,War das wirklich nötig!?",
zischte die Schülerin. Falterpfote nickte. ,,Ja oder willst du
dich in Dreipfote umbenennen lassen?" Darauf sagte Rotpfote
nichts. Dann schnurrte Falterpfote Rotpfote zu:,,Pass eben des
nächste mal besser auf. Dann musst du das nichtmehr erleiden.
Und jetzt geh zu deinen Geschwistern." Noch leicht benommen vom
Schmerz torkelte sie zu Mausepfote und Bachpfote. Falterpfote sah ihr
hinterher. Vor der Kinderstube kämpften gerade die Jungen. Sie
waren bereits zwei Monde alt. Falterpfote war besorgt, weil Nebelherz
nochimmer täglich die Jungen besuchte und mehr Zeit mit ihnen
verbrachte als mit Kriegerpflichten. Schilfblüte riss sie aus
ihren Gedanken. ,,Ich habe uns etwas Huflattich geholt. Weisst du
wozu das gut ist?", fragte die Kätzin und Falterpfote
überlegte kurz. ,,Für Atembeschwerden und Husten.",
antwortete sie dann und ihre Mentorin nickte. ,,Du wirst immer
besser.", schnurrte sie und ging dann in den Heilerbau.
Falterpfote folgte ihr. ,,Ich habe Rotpfote ins Lager humpeln
sehen.", erzählte die Mentorin. ,,Hast du ihr geholfen? Was
hatte sie?" ,,Nur einen Dorn in der Pfote.", berichtete
Falterpfote dann und wunderte sich, wieso Schilfblüte der
Schülerin nicht gleich geholfen hatte, als sie sie gesehen
hatte. Doch dann fiehl ihr ein, dass sie wahrscheinlich nicht die
richtigen Kräuter da hatte. Schilfblüte prüfte die
Vorräte. Dann seufzte sie einmal. ,,Wir brauchen noch
Brennnesseln.", sagte sie dann. ,,Sammelst du bitte ein paar?"
Falterpfote nickte und preschte aus dem Lager.





,,Hallo Falterpfote!"
Falterpfotes Fell sträubte sich vor Schreck. ,,Keine Angst! Ich
bins nur! Sonnenschein!", sagte die Kätzin. Falterpfote
drehte sich um und sah die junge Kriegerin. Sie seufzte einmal tief.
,,Ich währe beinahe aus dem Fell gefahren wegen dir!",
schnurrte sie Amüsiert. Sonnenschein schnurrte. ,,Tut mir Leid.
Was machst du hier?" ,,Ich sammel Brennnesseln.",
antwortete Falterpfote. ,,Ich habe dorthinten ganz viele gesehen.",
sagte nun Rapspelz, der dazugekommen war und sich neben Sonnenschein
stellte. Falterpfote nickte. ,,Danke.", sagte sie und lief in
die Richtung in die der Krieger gezeigt hatte. Auf halbem Wege sah
sie nocheinmal zurück und sah wie Rapspelz Sonnenschein einmal
über die Schulter leckte und Sonnenschein zu schnurren begann.
Merkwürdig. Ich dachte immer Rapspelz wäre Blattschweifs
Gefährte.
Dachte sie kurz.
Dann rannte sie weiter und pflückte die Brennnesseln. Als sie
ein Maul voll Brennnesseln hatte beschloss sie zurück ins Lager
zu gehen. Es wehte ein leichter Wind und ein Blatt fiel auf
Falterpfotes Nase. ,,Der Blattfall bricht an.", murmelte sie und
lief weiter. Im Lager angekommen legte sie ihre Kräuter vor
Schilfblüte, die hektich am Sortieren der anderen Kräuter
war. Schilfblüte nickte und deutete dann mit einem Schweifwinken
an, dass sie gehen sollte. Falterpfote beschloss zur Kinderstube zu
gehen und nach Blattschweif zu gucken. Blattschweif lag auf dem Boden
der Kinderstube und hatte ihre Pfoten über ihre Augen gelegt.
Sie sah aus als schliefe sie, doch ihr Schweif zuckte mehrmals
wütend. Nebelherz saß daneben und hatte ihren Schweif auf
Blattschweifs Schulter gelegt, als würde sie sie trösten
wollen, hatte allerdings ihre Augen fröhlich auf die schlafenden
Jungen gerichtet. ,,Blattschweif... was ist los? Hast du schmerzen?",
fragte Falterpfote schüchtern. Ohne hoch zu blicken antwortete
Blattschweif:,,Nein nur... etwas Stress." Ihre Stimme klang
gelassener als es Falterpfote erwartet hatte. ,,Ich bringe dir ein
paar Kräuter zur beruhigung, einverstanden?", schnurrte
Falterpfote beruhigend und wartete garnicht auf eine Antwort.
Stattdessen fuhr sie fort:,,Deine Jungen sollen dich doch nicht in so
einem zustand kennenlernen." Als Falterpfote den Bau verließ
um die Kräuter zu holen hörte sie Blattschweif nurnoch
etwas mürrisch murmeln. Sie verstand nicht alles nur etwas wie
'Wieso ich?' und 'Das macht doch Nebelherz.'. Im Heilerbau saß
Schilfblüte noch immer mit einem hektichem Blick im Heilerbau
und schmierte eine Salbe auf Vogelbeerkralles Wunden. Er und
Rosenblüte waren noch die einzigen Krieger die durch den Kampf
noch im Heilerbau blieben mussten. Doch die Wunden wurden sichtlich
besser. ,,Schilfblüte du solltest etwas schlafen.",
entschied Falterpfote. Schilfblütes Fell sträubte sich.
,,Was wagst
du es mir
Befehle zu geben? Du bist immernoch
meine Schülerin!", zischte die Mentorin sie an. Verwirrt
und beängstigt legte Falterpfoten die Ohren an. ,,Es tut mir
Leid ich-" ,,Ruhig Schilfblüte!", unterbrach
Vogelbeerkralle sie. ,,Falterpfote wollte dir nur einen Rat geben!
Und sie hat Recht, du hast in letzter Zeit viel zu viel gearbeitet.
Nimm dir ein paar Mohnsamen und leg dich schlafen!" Mit einem
nun müden Blick nickte Schilfblüte und holte sich drei
Mohnsamen aus den Kräutern. Als sie die Samen geschluckt hatte
legte sie sich in ihr Nest und schlief auch sofort ein. ,,Du darfst
es ihr nicht übel nehmen. Sie wird langsam alt.", schnurrte
Vogelbeerkralle zu seiner Tochter. Falterpfote schnurrte zurück.
Nachdem Vogelbeerkralle einmal kurz hustete fuhr er fort:,,Du bist
eine fabelhafte Heilerin geworden, ich bin stolz auf dich."
Immernoch schnurrend nickte Falterpfote ihm dankend zu. Dann nahm sie
ein paar Kamille Blätter und lief zurück zu Blattschweif.
,,Hier, ess die. Das ist Kamille. Es beruhigt dein Herz.",
schnurrte Falterpfote und schob der weissen Kätzin die Blätter
zu. Als Blattschweif den Kopf hob um die Kräuter zu essen
funkelten ihre bernsteinfarbenen Augen dankbar. Falterpfote nickte
einmal freundlich und fragte dann:,,Brauchst du noch etwas? Wenn
nicht, dann gehe ich jetzt, okay?" Blattschweif nickte und
Falterpfote verließ den Bau. ,,Achja! Nebelherz, kommst du
bitte mit?", sagte sie noch und schaute ob die Kriegerin ihr
folgte. Sie setzte sich an ein sonniges Plätzchen im Lager und
deutete Nebelherz an das selbe zu tun. Als sich Nebelherz vor die
Schülerin setzte fragte sie besorgt:,,Was ist... bin ich krank?
Habe ich irgendwen angesteckt?" Sie hielt kurz besorgt die Luft
an. ,,Habe ich die
Jungen angesteckt!?"
,,Nein du hast niemanden angesteckt.", schnurrte Falterpfote.
,,Du bist auch nicht krank." Nebelherz legte verwirrt den Kopf
schief. ,,Was ist es dann?" Als Falterpfote nun antwortete wurde
ihre Stimme fest und ernst. ,,Es geht um die Jungen. Um
Blattschweifs
Junge. Ich denke, dass du ihnen zu
viel Aufmerksamkeit gibst. Wie wäre es, wenn du Fleckenmond
heute fragst, ob du auf eine Jagdpatrouille mit kannst?"
Falterpfote fiel es schwer solche Entscheidungen zu treffen. Doch
Schilfblüte schlief und Falterpfote wusste, dass es nicht gut
war, wenn Nebelherz nur bei den Jungen war. Nebelherz nickte gekränkt
und lief zu Fleckenmond. ,,Danke Falterpfote. Ich habe nicht gemerkt,
dass ich nur an die Jungen gedacht habe. Wahrscheinlich vermisse ich
es nur eigene zu haben." Mit diesen Worten verschwand die Kätzin
in Fleckenmonds Bau. Nach einem langem seufzer ging auch Falterpfote
in ihren Bau und gönnte sich etwas Schlaf.





,,Stirb
Fleckenmond! Ich, Hafermond, Anführerin des NachtClans, werde
den BlütenClan übernehmen!", zischte Sandjunges.
,,Niemals! Der BlütenClan wird den NachtClan vernichten!",
zischte Ahornjunges zurück und stürzte sich auf seine
Schwester. Rauchjunges und Bernsteinjunges saßen neben ihren
spielenden Geschwistern und redeten über irgendetwas. Weiter weg
saß Weißjunges und beobachtete Schilfblüte. Als
Falterpfote das Junge bemerkte lief sie zu es und stupste es einmal
sanft an. Überrascht blickte es Falterpfote mit großen
grünen Augen an. ,,Na? Wieso bist du hier so allein?",
schnurrte Falterpfote freundlich. Nachdem das Junge Falterpfote eine
Weile eindringlich angestarrt hatte, antwortete es:,,Ich...wollte
Schilfblüte nach etwas Honig fragen." ,,Und hat sie dir
Honig gegeben?" Weißjunges schüttelte den Kopf. ,,Ich
hab mich nicht getraut zu fragen." Falterpfote schnurrte
belustigt. Weißjunges erinnerte sie an sich selbst als Junges.
,,Na dann komm mit.", schnurrte sie und lief in den Heilerbau.
Schilfblüte kümmerte sich gerade um Vogelbeerkralle der ein
wenig hustete. ,,Dieser kleine Kerl hätte gerne etwas Honig von
dir.", schnurrte Falterpfote. Schilfblüte schien gelassener
zu sein, seit sie etwas Schlaf hatte. ,,So? Und hast du denn auch den
Mut für deinen Honig selbst zu fragen?", schnurrte
Schilfblüte herausfordernd. Das Junge, das sich bisher hinter
Falterpfote versteckt hatte, piepste kurz verängstigt auf. Dann
kroch es hinter Falterpfote herfohr und fiepste:,,Kann ich bitte
etwas Honig haben, Schilfblüte?" Schilfblüte schnurrte
und nickte. Sie verschwand kurz tiefer im Bau und kam mit einem Blatt
voll Honig zurück. Fröhlich fiepste Weißjunges und
schnurrte ganz laut:,,Danke!" Mit dem Blatt voll Honig rannte er
nun zu Bernsteinjunges und Rauchjunges. Diese schienen überrascht
zu sein, dass der kleine Honig mitbrachte und aßen zusammen den
Honig. Falterpfote schnurrte. ,,Sind sie nicht süß?"
Sie erwartete ebenfalls freudiges schnurren von ihrer Mentorin, doch
ihre Stimme war nun ernst. ,,Ja. Aber ich glaube Vogelbeerkralle hat
weißen Husten." Falterpfote hielt die Luft an. Es war ihr
schon aufgefallen, dass er einige male husten musste, aber dass er
wirklich weißen Husten hatte, hatte sie nicht erwartet.
,,So-Soll ich Katzenminze sammeln gehen?", fragte sie rasch.
,,Ja bitte. Aber nehm einen Krieger mit. Katzenminze wächst, wie
du weisst, nur am Zweibeiner Bauernhof und dort solltest du nicht
alleine hingehen.", sagte die Heilerin. Falterpfote nickte und
preschte zum Kriegerbau. Dort gaben sich Sonnenschein und Rapspelz
gerade die Zungen und Regenwolke unterhielt sich mit Kieselkralle.
,,Regenwolke, begleitest du mich zum Zweibeiner Bauernhof?",
keuchte die Kätzin schnell. Regenwolke schaute sie leicht
überrascht an. ,,Ja aber... warum?", fragte er.
,,Vogelbeerkralle ist krank, ich muss Katzenminze sammeln.",
erklärte sie rasch und rannte ohne auf eine Antwort zu warten
aus dem Lager. Nach einer Weile spürrte sie auch Regenwolkes
Pelz an ihrem. ,,Du machst dir große Sorgen um deinen Vater,
nicht wahr?", fragte Regenwolke besorgt. Falterpfote seufzte.
,,Ja. Er ist zweiter Anführer, er währe ein großer
Verlust für den Clan. Und er ist mein Vater!" Regenwolke
nickte verständlich. Als die beiden Katzen am Bauernhof waren,
pflückte Falterpfote rasch ein paar Katzenminze Blätter.
,,Was macht ihr hier?", krächzte eine wohlbekannte
Stimme. Falterpfotes Miene hellte sich etwas auf. ,,Hallo Olga!",
schnurrte sie. ,,Wir wollten nur etwas Katzenminze sammeln."
Olga legte den Kopf schief. Ihr Fell sah alt und zerzaust aus. Wie
immer. ,,Katzenminze? Wozu braucht ihr Katzenminze?", fragte
sie. ,,Naja...", begann Falterpfote. ,,Katzenminze hilft gegen
Husten! Und eine Katze im Clan hat Husten." ,,Falterpfote!?",
zischte Regenwolke nun. ,,Woher kennst du diese Streunerin?"
Falterpfote starrte Regenwolke ungläubig an. ,,Erinnerst du dich
nicht? Das ist Olga! Wir haben sie auf der Patrouille getroffen als
wir die Bauernhofkatzen suchten!" Nochimmer sah Regenwolke sie
verwirrt an. Doch langsam schien er sich zu erinnern. ,,Naja wir
sollten jetzt gehen.", sagte er. ,,Wir wollen dich nicht weiter
stören, Olga." Mit diesen Worten sprangen die beiden Katzen
zurück in ihr Territorium und das letzte was Falterpfote hörte
war Olgas leise, krächzende Stimme wie sie rief:,,Das will ich
auch hoffen!" Sie schnurrte. Olga wirkte immerzu unhöflich,
fies und gemein, aber Falterpfote wusste, dass Olga in wirklichkeit
ganz nett war.







Written by Alina


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StewartReene: wh0cd409659 sildenafil online
Nicoo:): Ich find so Ideen voll cool, aber das is übel anstregend am PC zu lesen:/
Moliii <33: Das Titelbild ist Gail geworden ;**
Pizza: Hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber was ich gelesen hab, war cool :)
Cooles Funkapitel =D
Julia ,die du Ingnorierst: Coole Seite Respekt !
Emmi: Ich hab' mitgeschrieben xD Ich find die Story cool, und es ist absichtlich an Warrior Cats orientiert :3
Nelüü: Finds ganz gut... :)
Alina: Naja Zeichnungen und Extras haben wir ja eigentlich noch garnicht, aber die kommen noch^^"
Wihtefy: Oha,ihr habt schon voll viel&die Zeichnungen&Extras sind toll!Respekt(;
Alina: 1. Jaa soll ja auch ein WarriorCats Fanfiction sein
2. Yay ein Hater *siehe Umfrage*
Anna: Cool :3 Nur etwas nachgemacht, wegen Warrior Cats :3 Ansonsten sehr viel Arbeit und Mühe (:
Alina: Bitte hinterlasst hier doch ein Kommentar wie ihr das Buch so findet und was wir verbessern könnten





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